5 empfehlenswerte Science-Fiction-Hörbücher

Fremde Zivilisationen, weit entfernte Galaxien oder Reisen durch Raum und Zeit. Die Science Fiction bietet seit jeher viele verschiedene Varianten, dem Alltag zu entfliehen und wahlweise in eine vollkommen fremde oder zukünftige Welt einzutauchen.

Während ich diese Art Bücher gerne lese, mag ich ebenso die Flexibilität, die ein Hörbuch bietet. Man kann sie unterwegs hören oder man hat die Hände für andere Dinge frei.

Vor allem aber erwecken gute Erzähler die Geschichte auf eine völlig andere Art zum Leben, als man selbst es beim Lesen tut. Daher sind hier fünf meiner Hörbuchfavoriten aus dem Science-Fiction-Genre.

1. Ready Player One

Autor: Ernest Cline
Erzähler: David Nathan
Verlag: Argon Verlag
Genre: Science Fiction, Young Adult
Spieldauer: 14 Stunden und 49 Minuten
Version: Ungekürzte Ausgabe

Ernest Clines Roman „Ready Player One“ entführt den Leser in das Jahr 2044, in dem die Welt zerstört und ein abgezehrter und trostloser Ort ist. Zudem leiden viele unter Armut. Im starken Gegensatz dazu existiert die virtuelle Welt OASIS, die eine Fluchtmöglichkeit aus dem grauen Alltag bietet. Hier ist das Leben bunt, frei und hell.

Nach dem Tod des Entwicklers von OASIS, James Halliday, macht sich der Protagonist Wade Watts auf die Suche nach Hallidays vermögendem Erbe, das dieser in der virtuellen Welt versteckt hat und demjenigen gehören soll, der es zuerst findet. Mit Wades Fund des ersten richtigen Hinweises macht dieser sich nicht nur in der virtuellen Welt Feinde.

Neben Fans von Computerspielen im Allgemeinen können auch Fans der 80er Jahre, durch diverse Erwähnungen und Anspielungen, ihre Freude an diesem Hörbuch haben. Langeweile kommt während dem Hören – oder dem Lesen – jedenfalls nicht auf, vor allem auch, weil Wade nicht nur durch seine Leidenschaft für die „Nerdkultur“ der 80er Jahre sympathisch wirkt.

Spannende Elemente sind durchgängig vorhanden und bei dieser gelungenen Geschichte können einige wenige ungünstige Übersetzungen durchaus übersehen werden.

Gelesen wird diese Fassung von David Nathan, wodurch das Hören dieses Hörbuches beinahe zu einem Erlebnis wird und es ist kein Problem, dessen Stimme auch stundenlang zuzuhören.

Viele werden in der Stimme von David Nathan sicher sofort die deutsche Stimme von Johnny Depp und Christian Bale erkennen. Wer sich davon nicht irritieren lässt, wird aber mit Sicherheit seine Freude an dieser spannenden Schatzsuche durch die virtuellen Welten von OASIS haben.

2. Extinction

Extinction von Kazuaki Takano

Autor: Kazuaki Takano
Erzähler: Sascha Rotermund
Verlag: Der Hörverlag
Spieldauer: 19 Stunden und 30 Minuten
Version: ungekürzte Ausgabe

Die einen hassen es, andere lieben es. „Extinction“ ist eines dieser Bücher, von dem man sich am besten selbst eine Meinung bildet. Als Hörbuch mit Sascha Rotermund als Erzähler, meiner Meinung nach, jedoch dennoch eine Erwähnung wert.

In „Extinction“ wird Jonathan Yeager im Auftrag der amerikanischen Regierung in den Kongo geschickt. Dort soll er den Ausbruch eines tödlichen Virus untersuchen und eindämmen. Gemeinsam mit einigen Freiwilligen beginnt seine Mission in Afrika, doch bald erkennt er, dass es in Wahrheit um etwas ganz anderes geht.

Denn im Dschungel finden Yeager und die anderen einen Jungen, dessen Fähigkeiten alles übersteigen, was bis dato bekannt ist und scheinbar die Menschheit bedroht. Statt diesen jedoch zu eliminieren, schützt Yeager den Jungen, worauf auch er zur Zielscheibe der Regierung wird.

Das Hörbuch zu „Extinction“ wird von Sascha Rotermund gelesen, einem weiteren Synchronsprecher, dessen Stimme einige sicherlich wiederkennen werden. Dennoch ist er als Sprecher eine perfekte Wahl. Seine ruhige und mitunter dunkle Stimme und seine Art und Weise, Takanos Buch vorzulesen, passen zu diesem spannenden Science-Fiction-Thriller.

Die Dramatik, die Takano aufbaut, wird durch die Stimme von Sascha Rotermund nicht geschwächt. Stattdessen schafft er es, Bilder vor dem inneren Auge heraufzubeschwören und die Geschichte sehr flüssig vorzulesen, sodass die beiden Handlungsstränge, die Takano aufbaut, deutlich werden.

Dennoch kann es an einigen Stellen etwas schwierig sein, der Handlung zu folgen, da viele der Beschreibungen – vor allem der wissenschaftlichen Bereiche – sehr ins Detail gehen, was leicht ermüdend wirken kann.

Wer sich von detailreichen wissenschaftlichen Erklärungen und einem Setting, das nicht in einer weit entfernten Zukunft spielt und damit „weniger harter Science-Fiction-Stoff“ ist, nicht abschrecken lässt, ist mit „Extinction“ gut beraten.

3. Herr aller Dinge

Autor: Andreas Eschbach
Erzähler: Sascha Rotermund
Verlag: Lübbe Audio
Spieldauer: 23 Stunden und 40 Minuten
Version: ungekürzte Ausgabe

Was ist Reichtum? Wie kann er erreicht werden? Und können Roboter, die alles bauen und sich selbst reproduzieren können dabei helfen, jeden reich zu machen? Mit dieser Thematik setzt sich Andreas Eschbach in seinem Buch „Herr aller Dinge“ auseinander.

Dabei begleiten wir vor allem Hiroshi auf seinem Weg, den Unterschied zwischen Arm und Reich zu beseitigen, indem niemand mehr arbeiten muss und somit niemand mehr Geld benötigt.

Von seiner Idee angetrieben wird er zu einem Experten im Bereich der Robotertechnik und baut an unterschiedlichen Robotern, um sein Ziel zu erreichen. Durch die Entwicklung seiner Nanoroboter, mit denen er sich durch sein Gehirn verbindet, entdeckt er in diesen die Überbleibsel einer alten Zivilisation, die es einst gegeben hatte und die sich schließlich gegen ihre Schaffer gewandt und alles zerstört hatten. So versucht er alles, die Nanobots aufzuhalten und sie zu vernichten. Für immer.

Wie auch „Extinction“ wird „Herr aller Dinge“ von Sascha Rotermund gelesen. Die Spannung, die Eschbach von Kapitel zu Kapitel aufbaut – auch wenn hier ebenfalls einige etwas langatmige Abschnitte enthalten sind – wird von Sascha Rotermund gut vermittelt.

Auch hier ist es wieder sehr entspannend Rotermunds ruhiger Stimme und seiner klaren Ausdrucksweise zu lauschen. Ein kleiner Kritikpunkt jedoch ist, dass zwischen Szenenwechseln oder den Wechseln zwischen Handlungsebenen die Pausen zu kurz sind und es beinahe nahtlos weitergeht.

4. Das Schiff

Autor: Andreas Brandhorst
Erzähler: Richard Barenberg
Verlag: Hörbuch Hamburg HHV GmbH
Spieldauer: 16 Stunden und 21 Minuten
Version: ungekürzte Ausgabe

Die Handlung in „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst spielt einige Jahrtausende in der Zukunft. Die Erde wird von Maschinen regiert und die verbliebenen Menschen sind unsterblich und können ein sorgenfreies Leben genießen, in dem die Maschinen alles für sie erledigen.

Eine kleine Anzahl Menschen, die Mindtalker genannt werden, sind sterblich und helfen mit ihren besonderen Fähigkeiten, ihr Bewusstsein zu anderen Welten schicken und dort Roboter übernehmen zu können, den Maschinen bei ihrer Suche nach der untergegangenen Hochkultur der Muriah.

Protagonisten sind der sterbliche Mindtalker Adam und die unsterbliche Evelyn, die der Herrschaft der Maschinen äußerst skeptisch gegenübersteht. Dadurch entstehen zwei Handlungsstränge, die sich immer wieder kreuzen, während sich nach und nach eine dunkle Bedrohung aufbaut.

Die Spannung bleibt bei „Das Schiff“ vor allem dadurch erhalten, dass Informationen nach und nach gegeben werden und sich damit einige Rätsel auch erst im Verlauf der Handlung klären.

„Das Schiff“ wird von Richard Barenberg gelesen, der eine sehr angenehme Stimmfarbe besitzt und den Charakteren des Buches unterschiedliche Stimmen verleiht, wodurch das Vorlesen dieser Geschichte noch authentischer wirkt. Es ist leicht, ihm zu folgen und zuzuhören, auch wenn er – oft bei Dialogen – etwas Tempo herausnehmen könnte.

Dennoch erschafft Brandhorst in „Das Schiff“ eine unglaubliche Welt und erzählt eine facettenreiche und spannende Geschichte, was es definitiv empfehlenswert macht.

5. Transport (Band 1)

Autor: Phillip P. Peterson
Erzähler: Heiko Grauel
Verlag: Audible GmbH
Spieldauer: 7 Stunden und 5 Minuten
Version: Ungekürzte Ausgabe

Mit seinen gerade mal sieben Stunden ist „Transport“ von Phillip P. Peterson ein kurzweiliges Hörbuch. Dennoch ist es einen Blick wert, auch wenn sich hier vermutlich ebenfalls die Geister scheiden. Und das nicht nur, weil Peterson als Indie-Autor angefangen hat und sein Roman mittlerweile auch in den USA erschienen ist.

Die Grundidee ist nicht neu, vor allem für alle, die Stargate kennen: die Menschheit findet ein außerirdisches Artefakt und will sich diese weiterentwickelte Technik zunutze machen. Doch die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Welten werden fantastisch beschrieben.

In „Transport“ bekommen einige zum Tode verurteilte Häftlinge die Möglichkeit, ihr Leben zu retten, indem sie Testpersonen für die Teleportertechnologie werden, welche die Menschheit durch das Artefakt der Außerirdischen erlangte. Unter den Häftlingen ist auch Protagonist Russell Harris.

Als der erste Häftling grausam stirbt, wird klar, dass dies alles andere als eine einfache Mission wird. Während Russell und seine Kameraden daher um ihr Überleben kämpfen, wird ihnen klar, dass sie selbst das Artefakt verstehen müssen, wenn sie eine Chance haben wollen.

Zudem macht Heiko Grauel als Sprecher seine Arbeit gut und liest das Buch flüssig und in einem guten Tempo.

Wer Science Fiction für zwischendurch sucht, ist mit diesem kurzen Hörbuch gut beraten. Zeitgleich sollte man bei „Transport“ jedoch nicht gewaltige und imposante Geschichten wie von Autoren wie Stephen King oder Markus Heitz erwarten. Als Selfpublisher hat Phillip P. Peterson für seinen ersten Roman gute Arbeit geleistet, der man offen gegenüberstehen sollte.

Wer jetzt immer noch nicht genug hat, kann einmal beim Hörspielprojekt vorbeischauen. Hier werden selbst produzierte Amateur-und Semi-Professionelle-Hörspiele zum kostenlosen Download angeboten oder wahlweise auch die Möglichkeit geboten, die Hörbücher auf YouTube zu hören.

Wer sich hingegen von der englischen Sprache nicht abschrecken lässt und etwas mehr als ein „gewöhnliches“ Hörbuch will, sollte GraphicAudio besuchen. Die hier erhältlichen Hörbücher sind kleine Filme fürs Ohr. Statt einen Sprecher das gesamte Buch vorlesen zu lassen, werden verschiedene Akteure angeheuert, welche die unterschiedlichen Charaktere sprechen. Zusätzlich gibt es Soundeffekte und Hintergrundmusik. Ein Erlebnis der anderen Art, auch wenn so viele Geräusche manches Mal etwas überwältigend wirken.

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