(Zehnter Band des Stahlratten-Zyklus)
OT: The Stainless Steel Rat Goes Hell
Ü: Ronald M. Hahn
(317 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/5331, ISBN 3-453-13303-X,
12+90++)
- erschienen: Februar 1998 -
Hier ist also wieder die
härteste Ratte des Universums, gefürchtet von Freund und
vor allem Feind. (Wer immer das auch sein mag!)
Es gibt nur eine Art Mensch, mit der selbst seine Feinde Mitleid
haben: den Entführer seiner Frau!!! (Damals, bei seinen Kindern,
hat er genauso reagiert!)
Natürlich ruft er vorher noch seine beiden Söhne an
(Früher mußte er alles allein machen und war besser!),
Jimmy und Bolivar, und ab geht es zur gewaltigsten Rettungsaktion des
Universums - quer durch viele Paralleluniversen, darunter
natürlich Himmel und Hölle.
(Der Autor ist immerhin naturwissenschaftlich auf dem laufenden, in
Gegensatz zu einigen unlustigen Geldschreibern von P. aus K.)
Selbstverständlich finden sie seine Frau und befreien sie;
daneben wird auch noch das Universum gerettet (mit Unmengen von
gerade neu erfundener Technik. Wie gut, daß der Geheimdienst
den genialsten Denker aller Zeiten hat...), ist auch irgendwie
logisch - und dann ist der Roman zu Ende.
Der erste Stainless Steel Rat-Roman erschien 1966 und der letzte
reguläre 1979. Aber was macht ein Autor mit so einem
erfolgreichen Produkt? Natürlich schreibt er irgendwann weiter
und macht fünf Jahre später die Stahlratte zum
Präsidenten.
Dann kam die "Geburt der Stahlratte”, und seine Zeit beim
Militär kam anschließend heraus. Das fand ich in Ordnung;
und ich habe sie alle gut in Erinnerung behalten. Sie waren
ausgezeichnet lesbare Unterhaltungsliteratur mit hohem
Spaßfaktor.
Damit hätte der Autor die Ratte besser beerdigt, und sein Werk
hätte keinen Schaden genommen.
Jetzt ging das Spiel aber erst richtig los...
Die Originale wurden überarbeitet und erweitert, und als diese
erschienen waren, schrieb er halt neue Abenteuer.
Jetzt müssen wir aber bedenken, daß der Autor schon 1925
in Stamford geboren wurde und den Höhepunkt seiner Laufbahn
schon überschritten hat. Das merkt man dem ganzen Roman an; es
fehlt der richtige Biß, und richtig spannend war er auch nicht
- und viel zu lang.
Sicherlich habe ich auch schon schlechtere Romane gelesen, und
teilweise gab es auch Stellen zum Schmunzeln (Mütze mit der
Aufschrift Kokain-Cola!), aber das ist vielzuwenig für solch
einen Roman, und die hohe Erwartung wird in keinster Weise
erfüllt.
Da in diesem Roman die "Stahlratten-Familie” auf sechs Personen
anwächst, befürchte ich für den nächsten Band
Schlimmes.
Ich werde mir jetzt die beiden letzten Romane kaufen, dann habe ich
sie vollständig. Den elften lese ich nur, wenn ich ihn von Winy
bekomme, sonst nicht.