(Magic: Die Zusammenkunft - Band 11)
OT: Magic the Gathering - Distant Planes
Ü: Birgit Oberg
(414 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/6611, ISBN 3-453-13361-7,
14+90++)
- erschienen: Juni 1998 -
Vorbemerkung: Da es sich hier um
einen Anthologienband handelt, ist diese Rezension wieder einmal
etwas anders ausgefallen.
Alle Geschichten dieses Bandes beziehen sich auf das Kartenspiel
Magic, bei dem zwei Magier gegeneinander kämpfen und dafür
verschiedene Lebewesen herbeizaubern. Soweit jedenfalls der
Grundgedanke des Spiels. Dieser Grundgedanke findet dann auch in
jeder Story mehr oder weniger Erwähnung.
Mehr braucht man auch eigentlich nicht zu wissen, kommen wir also
gleich zur Sache.
Michael A. Stackpole: Unzureichende Beweise (Insufficient
Evidence)
Ein Unschuldiger versucht, den wahren Mörder einer guten
Freundin zu finden...
Eine sehr gute Story, die zeigt, daß man auch das Genre Krimi
für die Fantasy adaptieren kann.
Robert E. Vardemann: Trauerfeier (Festival Of Sorrow)
Ein Ork betritt eine Stadt, in der nicht gezaubert werden darf, um
eine Tote mit Magie wieder zum Leben zu erwecken.
Eine gleichfalls sehr gute Story mit einem überraschendem
Ende...
Sonia Orin Lyris: Spezialität des Hauses (Chef’s Surprise)
Eine Magierin muß einem Dämonen dienen und für diesen
kochen.
Eine absolut geniale Geschichte, besonders, da sich Dämonen
bevorzugt von intelligenten Lebewesen ernähren... (* Mal
ehrlich - bei meiner Nachbarschaft wüßte ich da nie, was
ich denn auf den Tisch bringen sollte... Heike)
Stonefeather Grubbs: Foulmere (Foulmere)
Zwei Magier suchen sich für ihren Kampf ausgerechnet den Sumpf
aus, zu dem sich ein Gelehrter zurückgezogen hat.
Naja, so ganz wird mir der tiefere Sinn dieser Geschichte nicht klar,
aber immerhin gut geschrieben...
Keith R. A. DeCandido: Gott sündigt (God Sins)
Ein mächtiger Magier geht in den Ruhestand, doch seine Nachbarn
halten ihn für einen Gott...
Sehr nette Story, die zeigt, daß man als Gott einfach keine
Ruhe hat.
Kathleen Dalton-Woodbury: Der Fluch (A Monstrous Duty)
Eine Soldatin, die ihre Familie verloren hat, verflucht ihren
König, der einen unnötigen Krieg begann.
Nicht schlecht, aber auch nicht gerade supergut. Halt was für
zwischendurch.
Hanovi Braddock: Was Blatt von den Goblins lernte (What Leaf Learned
Of Goblins)
Die weiseste aller Elfen nutzt eine Gelegenheit, mehr über die
alten Feinde, die Goblins, zu lernen.
Eine nette Geschichte über die Gefahren, die einen ereilen
können, wenn man etwas falsch versteht.
Glen Vasey: Tochter der Sonne (Dual Loyalties)
Eine Priesterin geht in die Hölle, um ihren Ziehvater zu
befreien...
Eine gute Geschichte, die zeigt, was man mit der falschen Magie
trotzdem alles anstellen kann.
Peter Friend: Traum und Wirklichkeit (Distant Armies)
Kinder aller Rassen haben Träume von einem großen
Krieg.
Eine sehr gute und sehr nachdenklich stimmende Story.
Jane M. Lindskold: Teekas Wunderwelt (Better Mousetrap)
Eine Erschafferin von magisch belebten Statuen will einen Dieb
stellen...
Nette Geschichte mit einem sehr netten Schluß.
Adam-Troy Castro: Ewige Feindschaft (The Face Of The Enemy)
Nach Jahrhunderten endet der Krieg zwischen zwei Magiern endlich.
Sehr gute Story mit einer sehr überraschenden Erklärung,
warum der Krieg denn nun zu Ende ist.
Amy Thomson: Die Horntänzerin (Horn Dancer)
Ein Minotaurus rettet einer Mutter das Leben...
Eine Story, die die Minotaurengesellschaft von einer etwas anderen
Seite beleuchtet.
Laura Waterman: Shen Magierschlächter (Shen Mage-Slayer)
Ein Mensch schließt sich einem Rudel intelligenter Tiere
an.
Mit die schwächste Story dieser Sammlung. (* Deutet ja der
Titel fast schon an... Heike)
Edd Vick: Der Wächter (Defender)
Ein Wasserspeier macht sich auf, um einen neuen Ort zu finden, wo er
gebraucht wird.
Eine verdammt geniale Story, die zeigt, daß nicht alles so ist,
wie es zu sein scheint...
Michael G. Ryan: Der lange Weg nach Vacar (The Old Way To Vacar
Slab)
Ein Verurteilter wird durch die Wüste zu seinem Richtplatz
gebracht.
Eine Geschichte, die besonders gut den Sinn und Unsinn von
religiösen Riten aufzeigt.
Und hier noch schnell die Top Four der schlimmsten Fehler:
S. 179: "Er war kaum groß genug für das, riesige
Himmelbett." Hier ist was zuviel... (* Entweder ist da
tatsächlich etwas zuviel - oder es fehlt ein zusätzliches,
weiter erklärendes Wort... Heike)
S. 232: "Leider belustige ich mit einem wenig ansprechenden
Zeitvertreib, [...]" Dafür fehlt hier was... (* Aber
jedenfalls kein Komma. Heike)
S. 257: "[...], und Zaubersprüche, die sie nie gekannt hatten,
Kamen ihr über die Lippen." Beim Tennis wäre das ein
Doppelfehler, denn hier zaubert eine aus einer Person bestehende
Gruppe am Kamener Kreuz.
S. 384: "Kurz darauf brach D’Bray, der Standartenträger,
zusammenbrach und starb." Hier wurde aber oft gebrochen. (* War
halt schon etwas gebrechlich, der Gute... Heike)
Fazit:
Nicht nur für Magic-Spieler ein höchst interessantes Buch.
(* Sondern anscheinend auch für notorische Fehlersucher...
:-) Heike) Wer gern Kurzgeschichten liest, sollte hier auf jeden Fall
zugreifen.