Lynn Flewelling:

„Der Gott der Dunkelheit“

(Die Schattengilde 2)
OT: Stalking Darkness
Ü: Michael Krug
1997
(670 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 20353, ISBN 3-404-20353-4, DM 16,90)
- erschienen: Februar 1999 -

Seregil und Alec gehören zur Elite der Verschwörer. Zum einen sind sie die braven Adligen, zum anderen sind geheime Diebe, die nachts die Wohnungen von reichen Adligen unsicher machen. So ganz nebenbei erfüllen sie für den Magier Nysander von Zeit zu Zeit gefährliche Aufträge.
Es scheint aber, daß auch ihr alter Feind Madus (aus dem Band „Das Licht in den Schatten“) sie noch nicht vergessen hat, denn er ist auf der Suche nach einem uralten, dabei gefährlichen magischen Artefakt. Hierfür ist er bereit, Staaten in den Krieg zu stürzen und jedes Opfer zu bringen. Schließlich sind Alec und Seregil mitten in einem Abenteuer, das sie und viele ihrer Freunde auf unterschiedlichen Wegen in weite Ferne von ihrer Heimatstadt verschlägt.

Lynn Flewelling ist für mich die unumschränkte Meisterin, wenn es darum geht, klassische Mantel-und-Degen-Elemente in die Fantasy zu transformieren. So hat man bei der Lektüre dieses Buches die meiste Zeit einfach nur einen unglaublichen Spaß, der Schreiblust der Autorin zu folgen, die den Leser in unglaubliche Abenteuer und Reisen verstrickt. Dabei gibt es eigentlich gar nicht so viel zu reißen, und es dauert schon ein wenig, bis man merkt, wohin der Hase wirklich läuft. Trotzdem kommt zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, daß hier lediglich Zeilen geschunden werden, sondern es erscheint einfach wichtiger, mit den Charakteren zu spielen, statt die Handlung allzu überhastet vorwärts zu bringen. So ganz nebenbei schafft es Lynn auch noch, eine ganze Menge anderer Dinge in diesem Buch unterzubringen. So kommt es zu einer recht feinfühligen Bearbeitung des Themas Homosexualität, das in so manchem Buch zwar erwähnt wird, aber bisher hatte noch niemand den Mut, sich damit einigermaßen auseinanderzusetzen - und so feinfühlig und intelligent wie hier schon gar nicht.
„Der Gott in der Dunkelheit“ wird zwar als eigenständiger Band angepriesen und kann auch als solcher gelesen werden. Trotzdem sind die Charaktere auf der anderen Seite doch so komplex, daß ich den Vorgänger „Das Licht in den Schatten“ durchaus empfehlen würde.

Fazit:
Nicht ganz so gut wie der Vorgänger, aber dafür ein Stil, der einfach Spaß macht.
11 Punkte

Alexander Haas


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