Seregil und
Alec gehören zur Elite der Verschwörer. Zum einen sind sie
die braven Adligen, zum anderen sind geheime Diebe, die nachts die
Wohnungen von reichen Adligen unsicher machen. So ganz nebenbei
erfüllen sie für den Magier Nysander von Zeit zu Zeit
gefährliche Aufträge.
Es scheint aber, daß auch ihr alter Feind Madus (aus dem Band
Das Licht
in den Schatten) sie noch nicht vergessen hat, denn er ist
auf der Suche nach einem uralten, dabei gefährlichen magischen
Artefakt. Hierfür ist er bereit, Staaten in den Krieg zu
stürzen und jedes Opfer zu bringen. Schließlich sind Alec
und Seregil mitten in einem Abenteuer, das sie und viele ihrer
Freunde auf unterschiedlichen Wegen in weite Ferne von ihrer
Heimatstadt verschlägt.
Lynn Flewelling ist für mich die unumschränkte Meisterin,
wenn es darum geht, klassische Mantel-und-Degen-Elemente in die
Fantasy zu transformieren. So hat man bei der Lektüre dieses
Buches die meiste Zeit einfach nur einen unglaublichen Spaß,
der Schreiblust der Autorin zu folgen, die den Leser in unglaubliche
Abenteuer und Reisen verstrickt. Dabei gibt es eigentlich gar nicht
so viel zu reißen, und es dauert schon ein wenig, bis man
merkt, wohin der Hase wirklich läuft. Trotzdem kommt zu keinem
Zeitpunkt das Gefühl auf, daß hier lediglich Zeilen
geschunden werden, sondern es erscheint einfach wichtiger, mit den
Charakteren zu spielen, statt die Handlung allzu überhastet
vorwärts zu bringen. So ganz nebenbei schafft es Lynn auch noch,
eine ganze Menge anderer Dinge in diesem Buch unterzubringen. So
kommt es zu einer recht feinfühligen Bearbeitung des Themas
Homosexualität, das in so manchem Buch zwar erwähnt wird,
aber bisher hatte noch niemand den Mut, sich damit einigermaßen
auseinanderzusetzen - und so feinfühlig und intelligent wie hier
schon gar nicht.
Der Gott in der Dunkelheit wird zwar als
eigenständiger Band angepriesen und kann auch als solcher
gelesen werden. Trotzdem sind die Charaktere auf der anderen Seite
doch so komplex, daß ich den Vorgänger Das Licht in
den Schatten durchaus empfehlen würde.
Fazit:
Nicht ganz so gut wie der Vorgänger, aber dafür ein Stil,
der einfach Spaß macht.
11 Punkte