Sergio Aragonés zerstört DC

Autor: Mark Evanier
Zeichnungen: Sergio Aragonés
Farben: Tom Luth & Jamison
Lettering: Monika Weimer
Übersetzung: Marc Hillefeld
(48 Seiten, Comic, Dino-Verlag, DM 5,00)

Der bekannte (wenn nicht sogar der bekannteste) MAD-Zeichner Sergio Aragonés hat es sich in den Kopf gesetzt, Superhelden-Comics zu zeichnen. Nein, nicht nur in Wirklichkeit, sondern in der Handlung des Heftes. Da jedoch bei DC niemand etwas von ihm wissen will, entwirft er zu jedem Helden eine kurze Story, um den Verlag dazu zu zwingen, ihn einzustellen...
Dabei ist ihm keine Figur heilig. Superman, Batman, Wonder Woman und auch alle anderen werden von Aragonés buchstäblich durch den Kakao gezogen - und dies natürlich im bekannten Comic-Stil des Maestros.
Die wahnwitzigen Ideen, auf die Aragonés dabei kommt, sind immer wieder dazu angetan, den Leser herzhaft auflachen zu lassen. Aber wem erzähle ich das eigentlich? Sergio Aragonés düfte wohl jedem ein Begriff sein - und damit auch sein Werk - und damit ebenfalls die Qualität dieses Heftes.
Viel kann man wirklich nicht hierzu schreiben. Wer Aragonés liebt, wird dieses Heft lieben - wer ihn haßt (gibt es jemanden?), wird dieses Heft hassen. Und alle anderen wird es nicht interessieren.
Dabei ist dieses Heft durchaus sein Geld wert. Selten wurde so erbarmungslos auf den Helden der Comicwelt herumgetrampelt - es ist einfach nur köstlich, die Adaptionen eines Aragonés zu so gestandenen Comicfiguren zu sehen und dabei die haltlos im Chaos versinkende Geschichte zu verfolgen. Die haarsträubenden Wendungen und das an den Haaren herbeigezogene Ende vollenden einen herzhaften Comic-Genuß, den man nur weiterempfehlen kann.
Weshalb jedoch auf dem Titelbild eine „1“ steht, wird wohl das Geheimnis der Comic-Verlage bleiben. Zwar ist diese Numerierung auch auf dem Original zu sehen (das hinten im Heft abgebildet ist), doch ist eigentlich ziemlich klar, daß es sich hierbei um einen One-Shot handeln sollte. Nun ja, eine „1“ auf dem Cover verkauft sich wahrscheinlich gleich doppelt so gut, als wenn man keine Numerierung anbringt...

Fazit:
„Serigo Aragonés zerstört DC“ beschert dem Aragonés-Fan ein wahres Fest des Lachens. Alles in allem halt typische Aragonés-Kost, wie man sie erwarten konnte und auch geboten bekommt.
13 Punkte.

Winfried Brand