Wir
verlassen Chearth und gehen zurück zu Perry Rhodan und der
SOL.
Diese hat sich nun endgültig auf den Flug zu den Nonggo gemacht,
damit Rhodan vom dortigen Pilzdom aus mit den Helioten Kontakt
aufnehmen kann.
Zuvor müssen an Bord aber noch einige Dinge geklärt werden.
Da keiner weiß, wer hier zu wem gehört und wer nun
außer Perry Rhodan und Reginald Bull irgendwas zu sagen hat,
soll eine Versammlung der Besatzung eine Bordsatzung verabschieden.
Dazu laufen auch schon einige Vorbereitungen, und so ist TLD-Agent
Don Kerkradian unterwegs, um für seine Unterschriftenliste
Werbung zu machen. Er plant, eine hierarchische Struktur an Bord
einzuführen, die auf der Grundlage eines Rang-Systems
funktionieren soll. Rhodan und Bull lehnen dies allerdings ab, weil
sie sich nicht nachsagen lassen wollen, daß sie das
militärische Prinzip alter Zeiten hätten zurückhaben
wollen.
Währenddessen gehen auch die Reparaturarbeiten an Bord weiter.
Zum einen läßt der Mechaniker Servenking eines Tages einen
weiteren Reaktor anlaufen. Damit sind seine Probleme jedoch noch
lange nicht beendet, denn einerseits sollte sich die Leistung des
Überlichtantriebes von 48 Mio auf 66 Mio erhöhen, was sie
allerdings nicht tut; und zum anderen muß er mit den
zukünftigen Piloten eine SERT-Haube anschließen. Mit
Muel-Chen hat die SOL nämlich einen Emotionauten an Bord.
Emotionauten sind in der Lage, Raumschiffe (in Verbindung mit einer
SERT-Haube) mit ihren Gedanken zu steuern.
Das Rätsel um den Reaktor ist allerdings nicht das einzige.
Tautmo Aagenfelt ist dabei, den defekten Orter der SOL zu reparieren,
aber kaum hat er ein erstes Modell erstellt wird es geklaut, und
SENECA ist in diesem Fall auch keine große Hilfe. Fast scheint
es, daß diese Angelegenheit eine (Zweck-)Ehe zwischen Tautmo
und Monkey schmiedet, denn gemeinsam gehen sie der Sache auf die Spur
und sind fürderhin nur noch zu zweit aufzufinden.
Die erste Sitzung der Bordversammlung beschließt dann eine
grundlegende Bordsatzung, die Aufgaben der SOL mit den grundlegenden
Punkten der Thoregon-Agenda vereint. Sie lautet:
1) Thoregon schützt Leben und Kultur seiner Mitglieder. Die SOL
wird versuchen, diesem Ziel Geltung zu verschaffen.
2) Der Einzelne ist soviel wert wie das Kollektiv. Das Wohl des
Einzelnen soll nicht für übergeordnete Zwecke geopfert
werden. Dieser Grundsatz gilt in unverminderter inhaltlicher
Qualität auch an Bord der SOL.
3) Thoregon streitet für den Frieden. Die SOL wird als THOREGON
VI versuchen, bewaffnete Auseinandersetzungen zu vermeiden. Sollten
bewaffnete Auseinandersetzungen nicht vermeidbar sein, wird die
Besatzung bestrebt sein, nicht allein Schaden von sich selbst
abzuwenden, sondern auch das Leben etwaiger Gegner zu schonen.
Als zweites beschließt die Besatzung auf der Grundlage der
Unterschriftensammlung dann auch noch, an Bord ein Rangsystem
einzuführen, das in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden
soll.
Dieses sieht folgendermaßen aus:
Expeditionsleitung: Perry Rhodan und Reginald Bull
Kommando SOL: Fee Kellind - Titel: Kommandantin
Stellvertretende Kommandanten: Muel-Chan (Kosmonautik) - Monkey
(Außenoperationen) - Kerkradian (Schiffsverteidigung):
Titel: Oberstleutnant
Einzelabteilungen (insgesamt 10 mit dem Titel des Majors):
wissenschaftliche Abteilung: Tautmo Aagenfelt, ..., Positroniken und
Syntroniken: Trabzon Karett, ... Triebwerke und Bordmaschinen: Ruud
Servenking, ...
Monkey und Tautmo sind immer noch dem Dieb auf den Fersen, der ihnen
die immer besser werdenden Versionen des Hyperorters stiehlt. Dieser
scheint jedoch in die Offensive zu gehen; so wird Tautmo bei einer
Explosion seines Modells fast getötet. SENECA kann indes nur von
einer kleinen Unregelmäßigkeit im Stromkreislauf
berichten. Ansonsten ist ihm nichts aufgefallen. Monkey wird jedoch
langsam mißtrauisch. Bei einer Außenarbeit während
eines Hyperraum-Zwischenstops macht er die Entdeckung, daß die
Daten, die ein halbfertiger Orter von Tautmo übermittelt, nicht
mit dem Sternenbild vor Ort übereinstimmen, SENECA also
folgerichtig ein falsches Spiel spielt. Gemeinsam mit Tautmo, Trabzon
und Servenking versucht er, der Biopositronik das Handwerk zu legen.
Sie holen zum ersten Schlag aus, doch bevor sie ihn beenden
können, hat die SOL ihr Ziel erreicht: Das Solsystem in der
heimatlichen Milchstraße! Im selben Moment, in dem Rhodan
erkennt, wo er sich befindet, übernimmt SENECA das Kommando
über das Schiff und arrestiert die Besatzung.
Was für ein Schlag! Jetzt weiß ich auch, warum ich nie
wollte, daß die SOL zurückkommt: Ich konnte SENECA noch
nie ausstehen. Und ich hoffe fest, daß am Ende der Aktion nicht
nur die vermutlich für diesen Fall verantwortliche Nanokolonne
den Ausstieg aus der Serie schafft, sondern auch SENECA. Aber
vermutlich ist meine Hoffnung aussichtslos, denn Shabazza versuchte
ja auch schon vergeblich, sich gegen die Biopositronik durchzusetzen.
So werde ich mich wohl auch noch in Zukunft mit dem - in meinen Augen
- nervigsten Bordrechner der Perry Rhodan-Serie herumschlagen
müssen.
Was ergeben sich nun für Möglichkeiten:
1) Die Nanokolonne muß gnadenlos scheitern und wird innerhalb
des nächsten Bandes ihren vorzeitigen Ruhestand finden (dazu
haben wir ja noch Monkeys Bombe, die noch nicht gezündet ist und
von der SENECA vermutlich auch noch nichts weiß.
2) Die Nanokolonne vermittelt Rhodan und der SOL eine kleine Reise,
und so erleben wir ein Aufblühen einer völlig unbekannten
Handlungsebene. Zumal ja Rhodan nicht einfach so schnell zu den
Helioten gelangen darf. Die Frage ist bloß, ob er das auch so
schnell geschafft hätte?
3) Vermutlich die wahrscheinlichste - denn wann halten sich Autoren
schon an das, was Rezensenten vermuten oder denken?
Was gibt aber der Roman sonst noch so her?
Um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht, was ich von der neuen
Rangordnung der SOL halten soll. Auf der einen Seite herrschte an
Bord der LFT-Schiffe teilweise doch schon eine recht große
Anarchie; auf der anderen Seite hat es doch an sich immer gut
funktioniert. Auch die BASIS ist doch mehr oder minder gut wieder von
der Großen Leere zurückgekommen.
Es ist vermutlich wieder ein Schritt in Richtung altem Flair, der
hier hervorgehoben werden soll; und wenn jetzt demnächst auch
wieder ein bißchen mehr Wert auf den guten alten Sense of
Wonder gelegt wird, kann die Angelegenheit auch durchaus
funktioieren. Auf jeden Fall ist es ein weiterer Schritt in Richtung
Actionlastigkeit. Das muß nicht funktionieren (siehe Dscherro),
aber es kann funktionieren (siehe Traversan-Zyklus). Bleibt mal
wieder abzuwarten, wie der Rest der Autoren die Sache umsetzt und ob
sich effektiv - bis auf die Nennung der Titel - überhaupt viel
ändern wird, was nämlich meine Ansicht ist. Ich denke mal,
es wird so weitergehen wie bisher, nur daß immer mal wieder
gelegentlich jemand auf seinem Oberstleutnant oder Major rumreiten
wird.
Ansonsten war es ein recht seltsamer Roman. Eigentlich war das
charakterististischste Element die Abwesenheit fast jeglicher
Handlung. Zwar liefen Tautmo und Monkey irgendwie ihrem Dieb
hinterher, und da war auch noch die Schilderung von ein paar
Reparaturarbeiten, aber das meiste blieb lediglich der
Schilderung von ein wenig Bordleben und der Strukurierung der SOL
vorbehalten. Interessant waren die kurzen Interviews, in denen die
Gefühle der verschiedenen Menschen dargelegt wurden, denn
immerhin leben sie nun an Bord einer Legende, an Bord eines Objektes
der Geschichten ihrer Kindheit. So lesen wir hier die
Schwärmereien verschiedener Mitglieder - bis auf Monkey, der
einmal mehr beweist, daß er eigentlich gar keine Gefühle
besitzt.
Gut fand ich dann auch, daß die alte Clique (zu der
ich hier an dieser Stelle auch schon den Rest von Rhodans altem
Einsatzteam hinzurechne) sich aus der Strukturreform der
SOL heraushält.
Generell kann ich also sagen, daß Band 1959 sich
hauptsächlich mit Charakteren befaßt. Und hatte ich
früher ein paar Problemchen mit Feldhoff, so trifft er in diesem
Punkt genau meinen Geschmack (siehe auch 1950).
Fazit:
Ein Mittelding zwischen Übergang und Fortschritt. Im Mittelpunkt
steht die Satzung, was für eine richtig gute Wertung in meinen
Augen dann doch ein bißchen wenig ist. Ansonsten wirklich gute
Schilderung der Charaktere und der Stimmung an Bord.
12 Punkte
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Die SOL ist wieder unterwegs! Unterbesetzt und in nur
wenig besserem als wrackem Zustand kämpft sie sich
unter SENECAS Leitung bis ins Solsystem - und keiner von der
Besatzung ahnt zunächst etwas davon. |
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Endlich eine neue Handlungsebene! Ganze fünf Wochen
lang haben wir uns nun in Chearth herumgetrieben, das war in
meinen Augen mindestens 2mal zuviel des Guten, und nun hat
uns die SOL wieder. |