Professor Zamorra

Band 646: „Monster auf Malta“

Nach der Rückkehr auf die Erde machen Nicole Duval und Zamorra sich nach Malta auf. Dort wurden vor einem halben Jahr angeblich Monster gesichtet, und eine erste Untersuchung des Falles vor Ort ergab keinerlei Hinweise darauf. Jetzt möchte man den Fall gründlicher untersuchen.
Und tatsächlich entsprachen die Vorfälle der Realität; eine Fremde tauchte dort vor einem halben Jahr auf und erweckte ein dreiköpfiges Monster und andere, niedere Wesen nach jahrtausendelangem Schlaf.
Fündig werden unsere Dämonenjäger schnell; die von der Hohepriesterin einer untergegangenen Kultur unsichtbar gemachten Monster werden vernicht, ebenso die Hohepriesterin selbst, die durch die Monster an die Energie von Menschen herankommen wollte, um ihre Lebenslinie zu verlängern.

Habe ich schonmal eine kürzere PZ-Roman-Zusammenfassung geschrieben? Ich glaube kaum. Und wenn ich gut 14 Tage gebraucht habe, so lag das daran, daß ich den Zorn ein wenig verrauchen lassen wollte.
Ich gestehe jedem Autor einen schlechten Roman zu, von mir aus auch eine gewisse Zeit mit Hängern, aber nach einem Roman wie „Das ewig Böse“, das alles darbot, was die Serie „Professor Zamorra“ ausmacht, SO ETWAS geboten zu bekommen, ist hart.
Nicht, daß sich der Roman schlecht lesen lassen würde, aber ich habe fünf Kritikpunkte.
1. Nach dem Seitensprung von Nicole Duval mit Tan Morano wurde immer nur dezent zwischen den Protagonisten darauf angespielt; hier machen sie sich schon fast darüber lustig.
2. Vielleicht interpretiere ich die rechte Spalte auf Seite 45 ja falsch, aber zogen es die beiden bisher nicht auf „normalem“ Wege vor, ihre „Sportübungen“ zu bewerkstelligen? Dies ist sicher Geschmackssache, aber in jedem Falle ungewöhnlich.
3. Bei ihrem zweiten Besuch der Ruinenstätte von Hagar Quim lassen sie sich von einem Taxifahrer dorthin fahren. Dieser ist zufällig einer der Angehörigen der vor einem halben Jahr angeblich Getöteten. Praktischerweise hat er eine Panzerfaust im Kofferraum. Aber nicht nur das - Salvatore darf die beiden begleiten, die Panzerfaust schultern und später sogar einsetzen.
4. Erst schießen, dann fragen? Kam man nicht gerade von einer Welt, auf der die Dämonen eigentlich gar keine waren? Und hatte man nicht in den vergangenen Jahren genügend Kontakt zu angeblichen Monstern, die nicht zur Gegenseite gehörten?
Außerdem kam ich mir vor wie in einem schlechten „Sinclair“; die Fremde hieß „die Fremde“ und die Monster „Monster“. Wow...
5. Die Lösung, wer die Monster einst waren, ist übrigens superschlau. Achtung, festhalten! Menschen. Hm, als was stellen sich Werwölfe oder Vampire heraus, wenn sie ihr Leben aushauchen?

Kommen wir zum (bitteren) Fazit. Entweder war dies der (hoffentlich) absolute Tiefpunkt der von Werner K. Giesa geschriebenen „Zamorra“-Romane, oder hier war wie bei #599 und #603 ein anderer Autor am Werke; zu wünschen wäre dies.
0 Punkte.

Guido Latz

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