Es war
wieder einmal an der Zeit, daß eine neue Ausgabe der SOL dem
geneigten PR-Fan ins Haus flatterte.
Nun, die PRFZ hatte bei mir diesmal einiges an Boden wieder
gutzumachen, hatte man doch im Dezember in den PR-News den Tod Peter
Terrids einfach übergangen, obwohl diese angeblich den
Redaktionsschluß 15.12.1998 hatten - ein Datum, an dem die
traurige Tatsache schon lange zumindest im Internet bekannt war. Und
da Klaus Bollhöfener als Vorsitzender der PRFZ gilt, sollte es
auch dieser bekannt gewesen sein. Es gilt also, wenigstens mit dem
vierteljährlichen Fanzine (wenn man es bei einer Auflage von
2.400 Exemplaren denn noch so nennen kann) wieder ein bißchen
des Rufs herzustellen.
Auf 68 durchgestylten Seiten wird dem Leser also der verspätete
Nachruf auf Peter Terrid, ein Hintergrundartikel zur Galaxis Chearth
von Klaus N. Frick, mehrere Con- und Buchmesse-Berichte, ein
Völker-Datenblatt zum Thema Maahks, ein Interview mit H.G.
Francis, eine Story von Christian Wichmann, ein Werkstattbericht von
Arndt Ellmer zur Blues-CD, Buch-Rezensionen, Film-Infos und
Computer-News geboten.
Als Highlights aus dieser Ausgabe bleibt dem Leser vor allem das
Völker-Datenblatt in Erinnerung, das von Michael Thiesen im
textlichen und von Gregor Beckmann im graphischen Bereich
hervorragend ausgestaltet wurde. Schöne und vor allem gesammelte
Hintergrundinformationen bietet auch der Chearth-Artikel von KNF -
daß dieser jedoch fundiert ist, ist natürlich angesichts
der Tatsache, daß Klaus als Redakteur für PR arbeitet,
wohl selbstverständlich... ;-) Des weiteren sehr interessant
sind die diversen Con-Berichte von den Hamburger Zellaktivatortagen,
dem Austria-Con, dem Saxonia-Con und dem Buchmesse-Con in Frankfurt.
Gerade diese sind auch vom zwischenmenschlichen Aspekt her sehr
interessant und für den Leser informativ - ganz im Gegensatz zu
dem unsäglichen WorldCon-Bericht im diesjährigen Heyne
SF-Jahrbuch (aber das paßt nicht unbedingt zum Thema und
fließt hier nur aus dem Grund ein, da ich diesen Ziegelstein
direkt vor der SOL gelesen habe und mich immer noch ein wenig
über den Bericht ärgere...).
Ein weiteres Highlight bietet sicher auch der dritte und letzte Teil
der Artikel-Serie zur Frage Perry Rhodan - der Hitler des
Weltraumzeitalters? von Martin Marheinecke. Immerhin
stellt dieser Artikel den einzigen Beitrag in dem Magazin dar, der
sich auch ein wenig kritisch mit der Serie beschäftigt. Und
Martin bietet hier einige Ansatzpunkte, die noch in mehreren Jahren
für angeregte Diskussionen sorgen werden. Hut ab!
Auch das Interview mit H.G. Francis ist durchaus informativ - zwar
wird hier der Autor einmal wieder mit den Fragen beweihräuchert,
aber dies hat in der SOL ja schon Tradition - und man möchte
halt niemanden verärgern, indem man unangenehme Fragen stellt.
Trotzdem ist das Interview gut lesbar und hat auch einen gewissen
Informationswert.
Wobei wir dann so langsam bei den weniger interessanten
Beiträgen des Magazins angekommen wären.
Noch mit einer der besten aus der zweiten Bewertungshälfte der
Artikel ist Arndt Ellmers Werkstattbericht zur Entstehung der
Blues-CD. Immerhin beleuchtet Arndt Ellmer hier die Hintergründe
zu dem m.E. ziemlich mißlungenen Werk, wobei klar wird,
daß er genau die Gründe, weshalb mir persönlich diese
CD nun überhaupt nicht gefallen mag, vorgeschrieben bekommen
hat. Daß es zur CD allerdings auch andere Meinungen gibt,
beweist die Rezension der Kollegen der PR-Perspektive, die durchweg
begeistert waren. Dazu bleibt nur zu erwähnen, daß diese
konsequent dann auch gegenteiliger Meinung zu der von mir
hochgelobten Archiv-CD waren. Dies beweist nur, daß wir wohl
zwei anscheinend vollkommen gegensätzliche Ansichten haben.
Etwas, was bei Rezensionen durchaus vorkommen kann, weshalb es mir am
liebsten wäre, wenn wir mindestens fünf Rezensionen zu
jedem Heft, Buch oder sonstwas im Flash hätten - aber dies ist
wohl leider mangels Leuten, die sich die Arbeit machen wollen, nicht
machbar. Und so müssen wir halt mit weniger auskommen.
Aber ich schweife ab - zurück zum Thema:
Der schwächste Artikel dieser SOL-Ausgabe - was jedoch nicht
heißt, daß er wirklich schlecht wäre, der Rest des
Materials ist halt nur besser - stammt dann von Saskia Kraft, die
unter dem Titel Selbst ist die Frau! das Vorurteil zu
widerlegen versucht, daß in der PR-Serie zu wenig Frauen
auftauchen und diejenigen, die es gibt, [...] entweder
Exotinnen oder Gespielinnen sind. Saksia bewegt sich in diesem
Artikel von den Anfängen der Serie zur Neuzeit und zählt
brav alle weiblichen Charaktere auf, derer sie habhaft werden kann.
Daß sie dabei dann allerdings fast schon das Vorurteil belegt,
das sie beiseite schaffen will, war wohl nicht so ganz in ihrer
Absicht. Sicherlich zählt sie eine Menge Frauen auf - doch sind
diese in Hinsicht auf die Männer im PR-Kosmos immer noch bei
weitem in der Unterzahl. Erschwerend kommt hinzu, daß Saskia
Kraft hierbei auch die Exotinnen, wie z.B. Dao-Lin H'ay
oder Seth Apophis, in ihre Aufzählung aufnimmt und auch die eine
oder andere Gespielin durchaus zugibt. Gerade bei Dao und Seth
Apophis stellt sich dann die Frage, wie man den Begriff
Exotinnen denn definieren soll, wenn diese beiden
offensichtlich nicht dazu zählen. Entkräften kann Saskia
Kraft das Vorurteil durch solche Bemerkungen jedenfalls nicht.
Genausowenig wie dadurch, daß sie in ihrer Auflistung der
Frauen in PR auch die Gespielinnen mit aufgenommen hat - was am Ende
übrig bleibt, ist ein ziemlich kläglicher Rest und die
Erkenntnis, daß es zwar Frauen in PR gibt (und auch nicht
unbedingt zahlenmäßig unterrepräsentiert), die
wirklich starken Frauen der Anzahl der
starken Männer jedoch weit unterlegen sind...
Insgesamt jedoch präsentiert sich die neueste Ausgabe der SOL
wieder als ein durchaus schönes und informatives Heft für
den Fan der Perry Rhodan-Serie, das das bisherige Niveau der
PRFZ-Veröffentlichungen wieder halten kann. Kritiker, die hier
eine kritische Auseinandersetzung mit der Perry Rhodan-Serie
erwarten, dürften sowieso eher selten sein. Schließlich
ist die PRFZ mit dem Verlag verbandelt, und auch der dreimonatige
Erscheinungsrhythmus läßt nicht gerade großartige
Diskussionen aufkommen. Interessanter wäre es hier, wenn die
PRFZ ihr Online-Angebot auf der PR-Site ein wenig ausbauen oder
gleich ein eigenes aufbauen würde, in dem man auch ein wenig
über die Serie diskutieren kann und das vor allem ein ganzes
Stück aktueller sein könnte. Nachdem der Verlag
überlegt, die Hefte eventuell auch online anzubieten, wäre
dies ein konsequenter Schritt, der den Wert der Fanzentrale noch
erhöhen könnte.
Fazit:
SOL Nr. 13 bietet einmal mehr genau das, was der Fan der Serie
erwartet. Auf den durchgestylten Seiten gibt es interessante
Hintergrundinformationen zur Serie sowie Conberichte. Ein gefundenes
Fressen für den Fan - die anderen wird es sowieso nicht
interessieren...
11 Punkte.