SOL #13

(Das Magazin der Perry Rhodan-Fanzentrale - 1/99)
(68 Seiten, DIN-A4, Magazin, Perry Rhodan-Fanzentrale, im Mitgliedsbeitrag enthalten)

Es war wieder einmal an der Zeit, daß eine neue Ausgabe der SOL dem geneigten PR-Fan ins Haus flatterte.
Nun, die PRFZ hatte bei mir diesmal einiges an Boden wieder gutzumachen, hatte man doch im Dezember in den PR-News den Tod Peter Terrids einfach übergangen, obwohl diese angeblich den Redaktionsschluß 15.12.1998 hatten - ein Datum, an dem die traurige Tatsache schon lange zumindest im Internet bekannt war. Und da Klaus Bollhöfener als Vorsitzender der PRFZ gilt, sollte es auch dieser bekannt gewesen sein. Es gilt also, wenigstens mit dem vierteljährlichen Fanzine (wenn man es bei einer Auflage von 2.400 Exemplaren denn noch so nennen kann) wieder ein bißchen des Rufs herzustellen.
Auf 68 durchgestylten Seiten wird dem Leser also der verspätete Nachruf auf Peter Terrid, ein Hintergrundartikel zur Galaxis Chearth von Klaus N. Frick, mehrere Con- und Buchmesse-Berichte, ein Völker-Datenblatt zum Thema Maahks, ein Interview mit H.G. Francis, eine Story von Christian Wichmann, ein Werkstattbericht von Arndt Ellmer zur Blues-CD, Buch-Rezensionen, Film-Infos und Computer-News geboten.
Als Highlights aus dieser Ausgabe bleibt dem Leser vor allem das Völker-Datenblatt in Erinnerung, das von Michael Thiesen im textlichen und von Gregor Beckmann im graphischen Bereich hervorragend ausgestaltet wurde. Schöne und vor allem gesammelte Hintergrundinformationen bietet auch der Chearth-Artikel von KNF - daß dieser jedoch fundiert ist, ist natürlich angesichts der Tatsache, daß Klaus als Redakteur für PR arbeitet, wohl selbstverständlich... ;-) Des weiteren sehr interessant sind die diversen Con-Berichte von den Hamburger Zellaktivatortagen, dem Austria-Con, dem Saxonia-Con und dem Buchmesse-Con in Frankfurt. Gerade diese sind auch vom zwischenmenschlichen Aspekt her sehr interessant und für den Leser informativ - ganz im Gegensatz zu dem unsäglichen WorldCon-Bericht im diesjährigen Heyne SF-Jahrbuch (aber das paßt nicht unbedingt zum Thema und fließt hier nur aus dem Grund ein, da ich diesen Ziegelstein direkt vor der SOL gelesen habe und mich immer noch ein wenig über den Bericht ärgere...).
Ein weiteres Highlight bietet sicher auch der dritte und letzte Teil der Artikel-Serie zur Frage „Perry Rhodan - der „Hitler des Weltraumzeitalters?““ von Martin Marheinecke. Immerhin stellt dieser Artikel den einzigen Beitrag in dem Magazin dar, der sich auch ein wenig kritisch mit der Serie beschäftigt. Und Martin bietet hier einige Ansatzpunkte, die noch in mehreren Jahren für angeregte Diskussionen sorgen werden. Hut ab!
Auch das Interview mit H.G. Francis ist durchaus informativ - zwar wird hier der Autor einmal wieder mit den Fragen beweihräuchert, aber dies hat in der SOL ja schon Tradition - und man möchte halt niemanden verärgern, indem man unangenehme Fragen stellt. Trotzdem ist das Interview gut lesbar und hat auch einen gewissen Informationswert.
Wobei wir dann so langsam bei den weniger interessanten Beiträgen des Magazins angekommen wären.
Noch mit einer der besten aus der zweiten Bewertungshälfte der Artikel ist Arndt Ellmers Werkstattbericht zur Entstehung der Blues-CD. Immerhin beleuchtet Arndt Ellmer hier die Hintergründe zu dem m.E. ziemlich mißlungenen Werk, wobei klar wird, daß er genau die Gründe, weshalb mir persönlich diese CD nun überhaupt nicht gefallen mag, vorgeschrieben bekommen hat. Daß es zur CD allerdings auch andere Meinungen gibt, beweist die Rezension der Kollegen der PR-Perspektive, die durchweg begeistert waren. Dazu bleibt nur zu erwähnen, daß diese konsequent dann auch gegenteiliger Meinung zu der von mir hochgelobten Archiv-CD waren. Dies beweist nur, daß wir wohl zwei anscheinend vollkommen gegensätzliche Ansichten haben. Etwas, was bei Rezensionen durchaus vorkommen kann, weshalb es mir am liebsten wäre, wenn wir mindestens fünf Rezensionen zu jedem Heft, Buch oder sonstwas im Flash hätten - aber dies ist wohl leider mangels Leuten, die sich die Arbeit machen wollen, nicht machbar. Und so müssen wir halt mit weniger auskommen.
Aber ich schweife ab - zurück zum Thema:
Der schwächste Artikel dieser SOL-Ausgabe - was jedoch nicht heißt, daß er wirklich schlecht wäre, der Rest des Materials ist halt nur besser - stammt dann von Saskia Kraft, die unter dem Titel „Selbst ist die Frau!“ das Vorurteil zu widerlegen versucht, daß in der PR-Serie zu wenig Frauen auftauchen und „diejenigen, die es gibt, [...] entweder Exotinnen oder Gespielinnen“ sind. Saksia bewegt sich in diesem Artikel von den Anfängen der Serie zur Neuzeit und zählt brav alle weiblichen Charaktere auf, derer sie habhaft werden kann. Daß sie dabei dann allerdings fast schon das Vorurteil belegt, das sie beiseite schaffen will, war wohl nicht so ganz in ihrer Absicht. Sicherlich zählt sie eine Menge Frauen auf - doch sind diese in Hinsicht auf die Männer im PR-Kosmos immer noch bei weitem in der Unterzahl. Erschwerend kommt hinzu, daß Saskia Kraft hierbei auch die „Exotinnen“, wie z.B. Dao-Lin H'ay oder Seth Apophis, in ihre Aufzählung aufnimmt und auch die eine oder andere Gespielin durchaus zugibt. Gerade bei Dao und Seth Apophis stellt sich dann die Frage, wie man den Begriff „Exotinnen“ denn definieren soll, wenn diese beiden offensichtlich nicht dazu zählen. Entkräften kann Saskia Kraft das Vorurteil durch solche Bemerkungen jedenfalls nicht. Genausowenig wie dadurch, daß sie in ihrer Auflistung der Frauen in PR auch die Gespielinnen mit aufgenommen hat - was am Ende übrig bleibt, ist ein ziemlich kläglicher Rest und die Erkenntnis, daß es zwar Frauen in PR gibt (und auch nicht unbedingt zahlenmäßig unterrepräsentiert), die wirklich „starken“ Frauen der Anzahl der „starken“ Männer jedoch weit unterlegen sind...
Insgesamt jedoch präsentiert sich die neueste Ausgabe der SOL wieder als ein durchaus schönes und informatives Heft für den Fan der Perry Rhodan-Serie, das das bisherige Niveau der PRFZ-Veröffentlichungen wieder halten kann. Kritiker, die hier eine kritische Auseinandersetzung mit der Perry Rhodan-Serie erwarten, dürften sowieso eher selten sein. Schließlich ist die PRFZ mit dem Verlag verbandelt, und auch der dreimonatige Erscheinungsrhythmus läßt nicht gerade großartige Diskussionen aufkommen. Interessanter wäre es hier, wenn die PRFZ ihr Online-Angebot auf der PR-Site ein wenig ausbauen oder gleich ein eigenes aufbauen würde, in dem man auch ein wenig über die Serie diskutieren kann und das vor allem ein ganzes Stück aktueller sein könnte. Nachdem der Verlag überlegt, die Hefte eventuell auch online anzubieten, wäre dies ein konsequenter Schritt, der den Wert der Fanzentrale noch erhöhen könnte.

Fazit:
SOL Nr. 13 bietet einmal mehr genau das, was der Fan der Serie erwartet. Auf den durchgestylten Seiten gibt es interessante Hintergrundinformationen zur Serie sowie Conberichte. Ein gefundenes Fressen für den Fan - die anderen wird es sowieso nicht interessieren...
11 Punkte.

Winfried Brand

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