Patrick Tilley:

„Blutiger Fluß“

(Die Amtrak-Kriege - Vierter Roman)
(Reihe „Warp 7 - Science Fiction zum Kennenlernen“)
OT: The Amtrak Wars - Book 4: Blood River
Ü: Ronald M. Hahn
1988
(491 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/7009, ISBN 3-453-14878-9, DM 14,90)
- erstmals auf Deutsch erschienen 1992 als Heyne 06/4885 -
- erschienen: Februar 1999 -

Auf dem Weg zu Clearwaters und Cadillacs Volk müssen Steve Brickman und seine Begleiter notlanden. Dabei wird Kelso schwer verletzt. Dies paßt Steve überhaupt nicht, denn der Winter steht bevor. Mit Cadillacs und Clearwaters Hilfe kommt die Gruppe zwar bei einem Mutantenstamm unter, doch die Eisenmeister wissen in etwa, wo sich die Gruppe aufhält, und sie haben ihnen blutige Rache geschworen...
Aber auch die AMTRAK-Föderation hat noch nicht aufgegeben. Sie stationieren einen ihrer Straßenzüge in der Nähe von Steves Gruppe...
Während des Aufenthaltes im Winterlager findet Steve heraus, daß Kelso ebenso wie er selbst ein Agent von MEXICO, dem Geheimdienst von AMTRAK, ist. Er kann ihn und Jodi, eine ehemalige AMTRAK-Angehörige, dazu überreden, sich zu dem Wagenzug zu begeben und eine Nachricht von ihm zu übermitteln. Doch bevor es soweit ist, muß erst das Problem der Eisenmeister gelöst werden...
Steve und Cadillac fassen einen wahnwitzigen Plan. Beide schleichen sich, als Mutanten getarnt, bei den Eisenmeistern ein, um diese in eine Falle zu locken. Doch sie werden entdeckt, und alles scheint verloren. Mit Hilfe von Roz, Steves Schwester in der Föderation, mit der er geistig verbunden ist, können die verfolgenden Eisenmeister jedoch vernichtet werden, und Jodi und Kelso begeben sich zum Wagenzug. Aber die beiden wurden ohne Steves Wissen von Clearwater und Cadillac manipuliert, der Wagenzug durch ein Sprengstoffattentat beinahe vernichtet.
Steve, Cadillac und Clearwater begeben sich, nun dank der Eisenmeister beritten, weiter in ihre ursprüngliche Richtung. Unterwegs stoßen sie auf eine Bande von AMTRAK-Abtrünnigen, deren Anführer, wie Steve schnell bemerkt, ebenfalls ein MEXICO-Agent ist. Steve kann sich mit diesem einigen, doch bei einem Angriff durch AMTRAK wird Clearwater schwer verletzt. Steve sieht nur noch einen Ausweg: Er muß die Frau, die er liebt, an Bord eines Wagenzuges bringen...

Ich werde wohl nie so ganz verstehen, was Heyne dazu bewogen hat, ausgerechnet einen mehrbändigen Zyklus für den Start einer Reihe zu nehmen, die eigentlich für Neueinsteiger in das Genre gedacht ist. Denn wer hier nicht von Anfang an dabeigewesen ist, wird doch ziemliche Probleme haben, der Handlung zu folgen.
Die Story und die Verstrickungen der einzelnen Gruppierungen sind sicher sehr interessant, aber eben leider nur für den bereits SF-Erfahrenen.
Ebenfalls ein wenig traurig ist, daß hier, wie bei Heyne schon üblich, auch kein sorgfältiges Lektorat erfolgte - und das bei einer Neuauflage des Zyklus, der für Genreeinsteiger gedacht sein soll. Hier die Heyne-üblichen Top 3 der Fehler:
1. Seite 114: „Obwohl Kelso ordentlich mit Schmerzmitteln behandelt wurde, hatte er sich vom ersten Unfallschock erholt.“ Ja, sollte er denn nicht??? (* Diese Schmerzmittel hatten anscheinend massive Nebenwirkungen, die die Erholung vom Unfallschock in Frage stellen könnten. Oder ist es vielleicht ein Druckfehler? Könnte es sein, daß da eigentlich „Scherzmittel“ stehen sollte? >:-))) Heike)
2. Seite 116: „Es waren dreißig - fünf Hände voll - ...“ Interessant - in eine Hand passen also sechs Menschen. Oder zählte man hier die Finger??? Paßt allerdings auch nicht. Denn Steve - er hat gezählt - ist ein normaler Mensch.
3. Seite 173: „Können die Menschen zwei Passagiere in voller Kampfausrüstung heben?“ (Frage an einen Experten!) Nun, wenn es sehr viele Menschen sind... <g>! Hier waren allerdings Flugzeuge gemeint, die man ja auch schon mal Maschinen nennt.

Fazit:
Wer hier wirklich Science Fiction kennenlernen will, wie die Reihe so schön sagt, lernt nur eins kennen: Das Endzeitszenario von Patrick Tilley. Neueinsteiger, Finger weg! Fans: Schaut vorher rein, ob’s euch gefällt! Als Neuauflage hätte der Zyklus sicher einen bessere Benotung verdient, aber als Science Fiction zum Kennenlernen gibt es gerade mal 4 Punkte, denn das Ziel wurde hier extrem verfehlt.

Ritchie Eberle


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