Taliesin,
Pen-barrd Keltias, wird bei seiner Rückkehr aus dem Reich der
Leuchtenden von Marguessan, der Zwillingsschwester seiner Frau
Morgane, gefangengenommen und sein Gedächtnis gelöscht.
Doch Arthur, der Hochkönig Keltias und Pflegebruder Taliesins,
kann ihn nach zwei Jahren Gefangenschaft befreien. Eigentlich sollte
Taliesin die Nachricht vom Raub des Grals überbringen, der von
Marguessan gestohlen wurde, doch aufgrund seiner Gefangennahme haben
dies die Leuchtenden selbst getan. Marguessan, die immer noch der
Meinung ist, sie sei die wahre Erbin der Krone Keltias, will den Gral
in sein dunkles Gegenstück verwandeln, um endlich ans Ziel ihrer
Wünsche zu kommen. Um den Gral wieder zu erringen, muß
sich nun eine vom Dan (Schicksal) zusammengeführte Gruppe auf
die Suche begeben. Neben Taliesin und seiner Frau Morgane
gehören auch Gweniver, die Hochkönigin der Kelten, sowie
weitere Verwandte, aber auch einfaches Volk zu den Suchenden.
Lediglich Arthur wurde vom Dan auferlegt, sich nicht an der Suche
beteiligen zu dürfen. Gwain jedoch, der jüngste Sohn
Marguessans, der sich von seiner Mutter abgewendet hat, nimmt
ebenfalls an der Suche teil.
Nach der Überfahrt über das Meer zu einem unerforschten
Kontinent auf dem Planeten Tara, der keltischen Hauptwelt, werden die
Suchenden getrennt. Nach dem Erleben vieler Abenteuer trifft sich ein
Großteil der Gruppe auf der Insel Beckery, wo es zum
endgültigen magischen Kampf um den Gral kommt. Auf der einen
Seite stehen Morgane und Arthurs Tochter Donah, auf der anderen
Marguessan und ihre Tochter Galeron. Morgane und Donah gewinnen den
Kampf, womit die Magie der Heilkraft nach Keltia zurückkehrt,
der Gral aber verschwindet in einer anderen Sphäre.
Marguessan gibt jedoch keine Ruhe. Als Arthur zu einer
Befreiungsaktion in den Weltraum startet, wird sie herausgefordert.
Die Begründung für die Herausforderung liegt in dem von
Marguessan ausgestreuten Gerücht, Arthur hätte mit seiner
Schwester Morgane geschlafen. Doch auch dieser Falle Marguessans kann
Keltia entgehen. Nun entschließt sich Taliesin, als Spion ins
feindliche Lager einzudringen und mehr über die weiteren
Pläne Marguessans zu erfahren. Doch trotz durch Magie
unterstützter Tarnung wird er entdeckt; erst in letzter Sekunde
kann er von Morgane gerettet werden. Es kommt jedoch noch schlimmer:
Keltia wird von auswärtigen Feinden bedroht. Arthur stellt sich
dem Kampf, doch dabei wird sein Schiff schwer beschädigt. In der
Gewißheit, Keltia nie wiederzusehen, schickt er Taliesin und
sechs andere Gefährten zurück nach Keltia, um sodann mit
seinen restlichen Gefährten den Freitod zu wählen.
Als Gweniver von Arthurs Tod erfährt, der allerdings dem Volk
gegenüber geheimgehalten wird, beschließt sie, zugunsten
ihres Sohnes abzudanken. Da dieser allerdings noch minderjährig
ist, bildet sie zusammen mit Morgane und Ygrawn, der Witwe Uthyrs,
des vorherigen Hochkönigs der Kelten, einen
Regentschaftsrat.
In der nun folgenden friedlichen Zeit baut Taliesin den Orden der
Drachen auf, in den nur magisch Hochbegabte aufgenommen werden.
Unterdessen beschäftigt sich Morgane mit der Möglichkeit,
ganz Keltia in einen undurchdringlichen Schutzschirm zu hüllen,
wohl wissend, daß sie dabei sterben kann. Schließlich
kommt der große Tag, der Schutzschirm, eine Synthese aus
Technik und Magie, soll aufgebaut werden. Doch kurz vor dem Ziel
erscheint Marguessan, und ein tödlicher Zweikampf zwischen den
Schwestern beginnt...
Ist dieser Roman auch spannender als sein Vorgänger, bleibt
immer noch die große Frage, ob eine Neuerzählung der
Artus-Saga, versehen mit einem kräftigen Schuß Science
Fiction und gut gewürzt mit diversen Sagen und Mythen der
Erdgeschichte, wirklich der Weisheit letzter Schluß ist.
Kürzer und mit mehr eigenen Ideen versehen, hätte dieser
Zyklus sicherlich begeistern können, aber so bleibt beim Leser
lediglich ein flauer Nachgeschmack zurück.
Stilistisch ist der Roman in Ordnung, nur das ständige
Blättern im Anhang nervt ein wenig. Weniger typisch keltische
Worte wären hier sicher mehr gewesen. Es kann einfach nicht
angehen, daß man auf einer Seite drei Wörter nachschlagen
muß, nur um im Anhang zu erfahren, daß ein Faß, ein
Dolch und ein Trinkgefäß sich hinter den Begriffen
verstecken.
Und last but not least, die Fehler:
1. Seite 196: Denn Gwain Pendreics Leichnam saß nicht
mehr im Sattel seines braunen Streitrosses. (Ohne Worte!!!)
2. Während sich Arthur mit dem gegnerischen Kommandanten per
Funk unterhält (während eines Raumkampfes), gibt er mehrere
Steuersequenzen in sein Kommandopult ein. Davon sorgen die ersten
beiden dafür, daß sich sein Raumschiff in den
Überhimmel (den keltischen Hyperraum) begibt und zu einem
unbekannten Ziel fliegt, während der dritte dafür sorgt,
daß eine Botschaft an Keltia und dessen Volk abgeht. Wäre
ja nicht so schlimm, bestünde diese Botschaft nicht aus
wörtlicher Rede (während des Gesprächs mit einem
Feind), nach der auf der Brücke von Arthurs Schiff
andächtige Stille herrscht!!!
3. Zwei Wächter - der eine war Tergau - saßen, das
blanke Schwert in der Faust, vor seiner Kabinentür; ...
Klingt ganz normal, ist aber wahrscheinlich ein
Übersetzungsfehler. Denn auf der vorherigen Seite erfahren wir,
daß Tergau die Schwester Taliesins ist...
Fazit:
Kürzer und besser, und es hätte auch mehr Punkte gegeben.
Eine solche Coverversion, um einmal einen Ausdruck aus dem
Musikgeschäft zu verwenden, ist gerade mal 7 Punkte wert.