Zum
Inhalt:
Die Anhänger der Religion von Aoun-Vater drängen in Aveshq
immer mehr in den Vordergrund, so daß die Vanaaren, die Aveshq
besetzt halten, der Meinung sind, sich um diese Religion kümmern
zu müssen. Renille von Chaumelle erhält den Auftrag, den
Sitz der Religion, JiPhaindru, auszuspionieren. Da er aveshqianisches
Blut in den Adern hat, fällt es ihm nicht schwer, sich als
Einheimischer auszugeben. Mit Hilfe seines alten aveshqianischen
Lehrers lernt er erst einmal mehr über die Religion von
Aoun-Vater und schleicht sich dann in das Heiligtum ein. Doch hier
erwartet ihn mehr, als er voraussehen konnte. Aoun-Vater ist ein
reales Wesen, dessen Grausamkeit ohnegleichen ist. Seine
Anhänger beginnen, den Spion zu jagen, und dieser hat kaum noch
Chancen, seinen Landsleuten von seinen Entdeckungen zu berichten, da
inzwischen überall in der Stadt Aufstände ausgebrochen sind
und die vanaarische Residenz belagert wird.
Paula Volsky ist mit Die Pforten der Dämmerung ein
schöner, stimmungsvoller Fantasy-Roman gelungen, in dem es zwar
wieder einmal um nicht mehr und nicht weniger als die Rettung der
Welt geht, der jedoch ungewöhnlicherweise auf einem kleinen,
überschaubaren Stück dieser Welt spielt.
Der traumhaft-märchenartige Stil des Romans vermag den Leser
sehr schnell zu fesseln und bis zum Ende nicht mehr loszulassen.
Dabei entwickelt sich die Handlung teilweise in recht interessanten
und ungewöhnlichen Bahnen, die für das Genre ziemlich
untypisch zu nennen sind.
Natürlich haben wir es bei Die Pforten der
Dämmerung mit einem handlungsmäßig eher
klassischen Fantasy-Roman zu tun. Da haben wir die Wesenheit, die von
einer höheren Ebene auf die Welt hinabgestiegen ist und sich
hier als grausame Gottheit darstellt. Da haben wir den Helden, der -
schwer gebeutelt und allen Gefahren trotzend - dieser Wesenheit
gegenübertritt, um die Gefahr abzuwenden, die sie für die
Welt bedeutet. Da haben wir die Prinzessin, die dem Helden tapfer zur
Seite steht, die gar die einzige ist, die ihm in seinem Kampf helfen
kann, da sie den Schlüssel zur anderen Ebene besitzt. Und doch -
bei all diesen klischeehaften Zutaten kommt ein erfrischender Roman
heraus, der vor allem auf stilistischer Ebene vollends zu
überzeugen vermag.
Sicherlich hat die Autorin die Fantasy mit diesem Roman nicht neu
erfunden - was sie jedoch geschaffen hat, braucht auch keinen
Vergleich mit anderen Werken zu scheuen. Die in epischem Stil
erzählte Story ist durchaus spannend und interessant - und im
Gegensatz zu diversen Autoren, die ähnlich epische Werke von
sich geben, ist dieses Werk mit dem vorliegenden Band bereits
abgeschlossen. Und auch hiermit setzt sich die Autorin erfreulich von
ihren Kollegen/Kolleginnen ab, die in letzter Zeit anscheinend nur
noch Mammut-Zyklen zuwege bringen können.
Fazit:
Ein angenehmer, spannender, epischer Fantasy-Roman, dessen
Lektüre sicherlich kein Fehler ist. Die Autorin ist in der Lage,
ihrer Geschichte trotz der Verwendung diverser Genre-Klischees eine
eigene Dynamik zu verschaffen, die das Werk lesenswert macht und es
von anderen Werken des Genres abhebt.
12 Punkte.