"Das Relikt"

Horror
OT: The Relict
USA 1996, 105 Minuten (FSK 16)
Darsteller: Tom Sizemore, Penelope Ann Miller, Linda Hunt u.a.
Regie: Peter Hyams

Im Museum für Naturgeschichte in Chicago geht ein Killer um, der Menschen den Kopf abreißt und Stücke des Gehirns entwendet. Ähnlich aussehende Opfer hatte man an Bord eines aus Südamerika kommenden Frachters gefunden, der auf dem Michigan Lake trieb; die Besatzung fand man erst später tot auf.
Parallel dazu treffen Kisten aus Südamerika ein, die ein Mitarbeiter des Museums geschickt haben muß. Der Inhalt scheint banal: Blätter, die von einem parasitischen Pilz befallen sind, zeigen anscheinend das Abbild des angeblichen Teufelssohnes Kathago.
Trotz der Warnung von Lieutenant D’Agosta findet die geplante Eröffnung einer Ausstellung statt, und wie nicht anders erwartet, schlägt der Killer auch hier zu und fährt eine reiche Ernte ein...

Was sich hier - und im Drehbuch sicher nicht anders - wie die Idee zu einem typischen B-Film liest, endete wider Erwarten in einem erstklassigen Horror-Film, der leider in mehreren Szenen an andere Filme erinnert, was eine höhere Punktzahl verhinderte.
Erst im letzten Drittel bekommt der Zuschauer den Killer bewußt zu Gesicht; vorher sieht man meist nur die Auswirkungen seines Tuns.
Die Idee, daß ein Eingeborenen-Stamm seine Feinde besiegt und auslöscht, indem er ein Tier mit einem parasitischen und voller Hormone steckenden Pilz füttert, diesem Tier aber, nachdem es eine gewisse Größe erreicht hat, jene Nahrung verweigert und sich selbst versteckt, damit das Tier sich die benötigte Nahrung bei den Feinden des Stammes holt, ist vielleicht nicht unbedingt schlüssig, wird aber genial umgesetzt.
Die Special Effects sind zum Ende des Film grandios; leider endet er so wie die meisten anderen Filme seiner Art auch.
Allerdings gelingt es, während der ganzen Dauer des Films eine Spannung aufzubauen, die dann in der Museumshalle förmlich explodiert, als die nach einem Stromausfall im Innern eingesperrten Gäste von einer Polizeieinheit befreit werden sollen und man den Täter das erste Mal „in Aktion“ sieht.
12 Punkte

Guido Latz

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