In
Brentford ist mal wieder einiges los. Norman, der erfinderische
Eckladenbesitzer, konstruiert ein Perpetuum mobile, um sich die
Arbeit zu erleichtern - auf seine eigene (höchst erfinderische)
Weise. Pooley und Omally würden ja gern an Normans Glück
teilhaben, aber er läßt sie nicht. Dafür führt
eine andere von Pooleys Unternehmungen endlich zum Erfolg: Er gewinnt
beim Pferderennen. Er glaubte ja schon immer, daß es mit seiner
jeweils nächsten Methode endlich klappen würde, und diesmal
ist es soweit. Durch die komplett gewonnene Sechserwette
wird er zum Multimillionär. Schon bald macht ihm dies jedoch
gewaltig zu schaffen - denn die Firma TORE & FENSTER CORP. hat es
sich in den Kopf gesetzt, das Geld abzuschaffen und dafür alle
Menschen wie auch die Waren in den Kaufhäusern mit einem
Strichcode zu versehen. Waren werden also gescannt, um verkauft zu
werden (Waren-Nr. und Preis etc. - für sowas sind Strichcodes ja
selbst in unserem Universum schon seit längerer Zeit
üblich), und die Menschen werden anschließend ebenfalls
gescannt, um auf diese Weise völlig bargeldlos zu bezahlen, so
sie denn kreditwürdig sind (was bei Jim Pooley ja nun, wenn auch
noch so ausnahmsweise, absolut der Fall ist). Und wie nicht anders zu
erwarten, kommt es schon bald darauf zu unheimlichen Geschehnissen in
(und um) Brentford...
Robert Rankin bietet mit diesem Roman mal wieder viel zu lachen -
nicht nur die profitgierige TORE & FENSTER CORP. (so eine Art
Computerfirma - man übersetze den Firmennamen bitte zwecks
besseren Verständnisses nur mal kurz ins Englische zurück),
die mit unlauteren Machenschaften die Erlangung der Weltherrschaft
anstrebt, hat es mir da angetan. Und Übersetzer Axel Merz sowie
Lektor Stefan Bauer tun ihr übriges, um den Leser zu
unterhalten.
Aber alle Fehler hat leider, leider (Herr Bauer, Herr Bauer!) selbst
der brentfordsuchende Saarländer (oder ist er vielleicht doch
ein Ire?) nicht entdeckt. Beispiele verkneife ich mir ausnahmsweise
(Ätsch!). Wer sich wirklich dafür interessiert, mag sie
selber suchen - vorhanden sind genügend, leider...
Trotz allem: Gute Unterhaltung, wenn auch nicht ganz so
Genial! (multiples Klappentext-Zitat vom
Vorgängerband) wie der Vorgängerband. Bei Rankins
Wortspielereien sind Lacher geradezu vorprogrammiert (und das meiste
davon ist ja auch recht gut (oder zumindest ziemlich kreativ)
übersetzt - >:-))) - spontan fällt mir da zum Beispiel
die Geste namens Effenberg ein, deren englisches Original
Gazza (bzw. Gascoigne) gelautet haben
dürfte, jedenfalls wenn ich die diesbezügliche Anmerkung
richtig verstanden habe...) Nur kommt mir die Idee der Trilogie
in ca. fünf Teilen irgendwie doch leicht von einem
gewissen Herrn D. Adams entlehnt vor (* Das kommt immer darauf an.
Wenn das im Original bereits so dastand, "entlehnte" Adams wohl eher
bei Rankin, da 1984 (Erscheinungsjahr des Originals
dieses Romans) der vierte Anhalter-Band noch nicht mal in der
Mache war, vom fünften ganz zu schweigen... Winy) (* Aber
geplant werden Anhalter 4 + 5 da ja wohl schon
gewesen sein - oder etwa nicht? Heike?) (* In Anbetracht der
Tatsache, daß Adams jeweils mit einem Scheck zu einem neuen
Buch überredet werden mußte, waren die Teile sicherlich
nocht nicht geplant... Winy). Naja, warten wir erstmal ab, was da
noch so alles auf uns zukommt. Auf jeden Fall wohl recht bald
(beispielsweise: im nächsten Band) eine Verknüpfung mit dem
Hugo-Rune-Zyklus. Ich hoffe bloß, daß man diesen zum
besseren Verständnis des Ganzen nicht unbedingt gelesen haben
muß - auf mich trifft das nämlich nicht zu. Vielleicht
könnte mir mal jemand Hugo-Rune-Rezis zukommen lassen? Aber
vielleicht könnte mir auch jemand die Aufgabe des
mühseligen und zeitraubenden Robert-Rankin-Rezensierens (kurz:
RRR) komplett abnehmen? Am liebsten wäre mir latürnich
jemand, der den Hugo-Rune-Zyklus schon kennt - ebenso wie auch die
bisher hier rezensierten (mit diesem sinds deren drei)
Bände. Dies soll nicht etwa heißen, daß mir das
Lesen keinen Spaß gemacht hätte, ganz im Gegentum! Aber
irgendwie glaube ich, daß ich für Gag-Fantasy in
Zyklusform (speziell mit der Befürchtung im Hinterkopf,
daß ein Supermegariesenmammutgigazyklus draus werden
könnte) keine sonderlich geeignete Rezensentin bin...
Fazit:
Obwohl mir ein paar Fehlerchen auffielen und die Kabbelei
zwischen Lektor und Übersetzer manchmal doch ein klein wenig
nervt, ist dieser Roman durchaus empfehlenswert - zumindest für
Leute, die Gag-Fantasy mögen, die vorhergehenden Bände
kennen und jede Menge (möglichst schwärzlichen) Humor
mitbringen. Man sollte auch grundsätzlich ALLEM gegenüber
aufgeschlossen sein (ich mag nun mal das Wort tolerant
nicht - dies hat aber herzlich wenig mit dem ebenfalls hier
rezensierten und im Deutschen Toleranz betitelten Buch
von Sheri S. Tepper zu tun), wenn man Jenseits von Ealing
lesen möchte, denn der Heiligen Kühe werden (wie
üblich) mal wieder einige (aus)geschlachtet.
Dies bringt mich zur Wertung: Ich gebe
12 Punkte.