Mark Hellmann

Band 25: "Ich, der Drachentöter"

Mark Hellmann kommt gerade mit seiner Freundin Tessa aus dem Theater, wo man sich „Iphigenie“ zu Gemüte geführt hat, als plötzlich ein Drache am Himmel erscheint. Doch was zunächst wie ein Werbegag aussah, entpuppt sich schnell als bitterer Ernst, denn der Drache beginnt Feuer zu speien.
Gelenkt wird der Drache von Mephisto, der es natürlich wieder einmal auf Mark Hellmann abgesehen hat. (Lustig: Mark Hellmann erkennt auf dem Drachen eine typische Teufelsgestalt, um Minuten später zu erkennen, daß es sich dabei um Mephisto handelt. Ist Mephisto etwa nicht mehr der Teufel???) (* Doch, aber wohl auch ein ziemlicher Formwandler oder sonstiger ‘Wechselbalg’ - Mark mußte Mephisto anscheinend erstmal aus größerer Nähe sehen, um sicher zu sein, wer das ist. Schließlich gibt’s ja wohl auch noch so’n paar andere shapeshiftende Dämönchen, oder nicht? Heike) Doch uns’ Mark wehrt sich tapfer; es gelingt ihm tatsächlich, den Drachen und Mephisto zu vertreiben. Da im Moment nichts gegen Mephisto und seinen Drachen Fafnir getan werden kann, ziehen sich Mark und Tessa in dessen Wohnung zurück, wo es - wir kennen ja Mark Hellmann (* Oh ja, leider - zur Genüge... Heike) - erst einmal zur Sache geht.
Doch mitten in der Nacht hat Mark einen Traum: Eine körperlose Stimme erklärt ihm, er müsse in die Vergangenheit reisen und dort die Siegfriedsage erfüllen. Außerdem verspricht ihm die Stimme, nach diesem Leben nicht mehr wiedergeboren zu werden. Kaum hat Mark Hellmann diese Vision verarbeitet, erhält er einen Anruf von Pit Langenbach, denn Mephisto und Fafnir drohen, ein kleines Dörfchen in der Nähe zu verwüsten. Doch als Mark, mit Tessas Motorrad unterwegs, eine Abkürzung durch den Wald nimmt, gerät er in eine Falle, gestellt vom Unterteufel Samiel.
Mark kann Samiel nach einem kurzem Kampf in die Hölle zurückbefördern und macht sich nun zu Fuß auf, um die Dorfbewohner zu retten. Doch diesmal hat er es gegen Mephisto nicht so leicht; als einziger Ausweg bleibt ihm ein Sprung in die Vergangenheit. (Sehr nett, Mark hat sich vor dem Flammenstrahl des Drachen hinter einem Baum in Sicherheit gebracht. Daß er das überlebt...) (* Der Baum? Naja, wenn’s denn vielleicht ein Mammutbaum (Sequoia spp.) war...? Heike) Mephisto, dem Mark auf diese Weise wieder einmal entgangen ist, begnügt sich netterweise damit, den anrückenden Löschzug ein wenig durcheinanderzubringen, bevor er sang- und klanglos verschwindet.
Mark ist in der Vergangenheit gelandet, ausgerechnet auf einem belebten Marktplatz. Doch er findet schon bald Hilfe. Er lernt den Königlichen Rat Ulfia kennen, der dafür sorgt, daß Mark in die Palastwache aufgenommen wird. Dort freundet er sich schnell mit Siegfried an, der ihm verblüffend ähnlich sieht. Doch Siegfried ist alles andere als ein Held. Seine Hauptbeschäftigung ist die Jagd, sowohl auf Wild als auch auf Frauen... (* Letzteres war bei der äußeren Ähnlichkeit ja wohl kaum zu vermeiden... Heike)
Mark versucht alles, um Siegfried zum Erobern des Nibelungenschatzes zu überreden, der von dem Drachen Fafnir bewacht wird, doch dieser denkt nicht daran, sein schönes Leben aufzugeben. Als aber eines Tages eine Abordnung vom Nachbarkönig erscheint (dieser will Siegfried zwingen, seine Tochter zu heiraten, weil der Recke selbige geschwängert hat), läßt er sich endlich von Mark überreden, denn seine Zukünftige ist wahrlich keine Schönheit. Also ziehen die beiden los, um den Schatz zu erringen und den Drachen zu töten.
Doch Mark hat immer noch Probleme mit Siegfried. Nicht nur, daß er Mark die ganze Arbeit tun läßt, er hat auch immer noch kein Interesse daran, sein kostbares Leben in Gefahr zu bringen, nur um einen Schatz zu erringen. Erst als Mark ein Machtwort spricht, ist Siegfried bereit, es wenigstens zu versuchen. Als erste Station der Sage wird der Zwerg Mime erreicht, ein berühmter Schmied, bei dem Mark und Siegfried in die Lehre gehen. Als Gesellenstück erhält Mark dort das Schwert Balmung. Siegfried, der nichts lernte, geht leer aus.
Auf dem Weg zum Drachen kommen die beiden an einem Tümpel vorbei, in dem es von Horngetier nur so wimmelt. Mark, der natürlich die Sage kennt, hat die im wahrsten Sinne des Wortes zündende Idee: Der Tümpel wird einfach erhitzt - Problem gelöst. Und schon hat Mark eine weitere Idee: Ab zum Bade. Als man dem Tümpel entsteigt, ist man unverwundbar, bis auf Siegfrieds bewußte Stelle natürlich, was Mark nicht verhindern konnte...
Auf zur ersten großen Station der Nibelungensage! Der Drache wird getötet, der Schatz errungen, alles Friede, Freude, Eierkuchen. Doch dummerweise kehrt Mark nicht automatisch zurück...
Nach einiger Zeit beschließt Siegfried, um die schöne Burgundertochter Kriemhild zu freien. Mit zwölf Männern und kostbaren Geschenken fahren Siegfried und Mark nach Worms (wo sie auch schon den Kopf des Drachen ablieferten). Dort macht Mark eine üble Entdeckung: Hagen von Tronje ist mit Mephisto im Bunde! Doch greift er merkwürdigerweise nicht in das Geschehen ein (war wohl der übliche Gastauftritt unseres Lieblingsteufels...), und die Hochzeit könnte stattfinden. Doch König Gunther hat sich in Brunhild von Island verliebt. Diese will allerdings nur einen Mann heiraten, der sie im Kampf besiegt.
Also bricht man nach Island auf, wo Gunther Brunhild besiegen kann - dank der Hilfe von Mark sowie der Tarnkappe. Es wird eine Doppelhochzeit gefeiert, doch Mark kann immer noch nicht in seine Zeit zurückkehren, denn noch wurde die Ehe zwischen Gunther und Brunhild nicht vollzogen.
Doch mit der Tarnkappe kann Mark auch dieses Problem lösen und endlich in seine Zeit zurückgelangen, wo (eine ausnahmsweise einmal nicht eifersüchtige) Tessa auf ihn wartet. (Hier lauert ein grober Fehler: Mark findet seine Klamotten an jenem Baum, von dem aus er zu seiner Zeitreise aufbrach. In der einzigen Zwischensequenz erfahren wir aber, daß dieser Baum entdeckt wurde. Und da hat man die Kleider nicht gefunden? Pit und Tessa fragen sich nämlich, ob Mark tot oder in der Vergangenheit ist...)

Nun, ausnahmsweise einmal kein schlechter Roman. Allerdings wurde dieser Roman wieder von einem anderen C. W. Bach geschrieben, wie schon das gehäufte Vorkommen von Unwörtern beweist ("kriegte" und ähnliches). Außerdem muß man sich hin und wieder fragen, ob durch bestimmte Aktionen Marks nicht ein Zeitparadoxon ausgelöst wurde... (* Es muß sich hierbei wohl um ein Universum handeln, in dem es Zeitparadoxa nicht gibt. Heike)

Fazit:
Kein schlechter Hellmann, aber auch kein herausragender. Wenn wenigstens so der Durchschnitt aussähe...
7 Punkte.

Ritchie Eberle

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