Mark
Hellmann kommt gerade mit seiner Freundin Tessa aus dem Theater, wo
man sich Iphigenie zu Gemüte geführt hat, als
plötzlich ein Drache am Himmel erscheint. Doch was zunächst
wie ein Werbegag aussah, entpuppt sich schnell als bitterer Ernst,
denn der Drache beginnt Feuer zu speien.
Gelenkt wird der Drache von Mephisto, der es natürlich wieder
einmal auf Mark Hellmann abgesehen hat. (Lustig: Mark Hellmann
erkennt auf dem Drachen eine typische Teufelsgestalt, um Minuten
später zu erkennen, daß es sich dabei um Mephisto handelt.
Ist Mephisto etwa nicht mehr der Teufel???) (* Doch, aber
wohl auch ein ziemlicher Formwandler oder sonstiger
Wechselbalg - Mark mußte Mephisto anscheinend
erstmal aus größerer Nähe sehen, um sicher zu sein,
wer das ist. Schließlich gibts ja wohl auch noch
son paar andere shapeshiftende Dämönchen, oder nicht?
Heike) Doch uns Mark wehrt sich tapfer; es gelingt ihm
tatsächlich, den Drachen und Mephisto zu vertreiben. Da im
Moment nichts gegen Mephisto und seinen Drachen Fafnir getan werden
kann, ziehen sich Mark und Tessa in dessen Wohnung zurück, wo es
- wir kennen ja Mark Hellmann (* Oh ja, leider - zur
Genüge... Heike) - erst einmal zur Sache geht.
Doch mitten in der Nacht hat Mark einen Traum: Eine körperlose
Stimme erklärt ihm, er müsse in die Vergangenheit reisen
und dort die Siegfriedsage erfüllen. Außerdem verspricht
ihm die Stimme, nach diesem Leben nicht mehr wiedergeboren zu werden.
Kaum hat Mark Hellmann diese Vision verarbeitet, erhält er einen
Anruf von Pit Langenbach, denn Mephisto und Fafnir drohen, ein
kleines Dörfchen in der Nähe zu verwüsten. Doch als
Mark, mit Tessas Motorrad unterwegs, eine Abkürzung durch den
Wald nimmt, gerät er in eine Falle, gestellt vom Unterteufel
Samiel.
Mark kann Samiel nach einem kurzem Kampf in die Hölle
zurückbefördern und macht sich nun zu Fuß auf, um die
Dorfbewohner zu retten. Doch diesmal hat er es gegen Mephisto nicht
so leicht; als einziger Ausweg bleibt ihm ein Sprung in die
Vergangenheit. (Sehr nett, Mark hat sich vor dem Flammenstrahl des
Drachen hinter einem Baum in Sicherheit gebracht. Daß er das
überlebt...) (* Der Baum? Naja, wenns denn
vielleicht ein Mammutbaum (Sequoia spp.) war...? Heike) Mephisto,
dem Mark auf diese Weise wieder einmal entgangen ist, begnügt
sich netterweise damit, den anrückenden Löschzug ein wenig
durcheinanderzubringen, bevor er sang- und klanglos verschwindet.
Mark ist in der Vergangenheit gelandet, ausgerechnet auf einem
belebten Marktplatz. Doch er findet schon bald Hilfe. Er lernt den
Königlichen Rat Ulfia kennen, der dafür sorgt, daß
Mark in die Palastwache aufgenommen wird. Dort freundet er sich
schnell mit Siegfried an, der ihm verblüffend ähnlich
sieht. Doch Siegfried ist alles andere als ein Held. Seine
Hauptbeschäftigung ist die Jagd, sowohl auf Wild als auch auf
Frauen... (* Letzteres war bei der äußeren
Ähnlichkeit ja wohl kaum zu vermeiden... Heike)
Mark versucht alles, um Siegfried zum Erobern des Nibelungenschatzes
zu überreden, der von dem Drachen Fafnir bewacht wird, doch
dieser denkt nicht daran, sein schönes Leben aufzugeben. Als
aber eines Tages eine Abordnung vom Nachbarkönig erscheint
(dieser will Siegfried zwingen, seine Tochter zu heiraten, weil der
Recke selbige geschwängert hat), läßt er sich endlich
von Mark überreden, denn seine Zukünftige ist wahrlich
keine Schönheit. Also ziehen die beiden los, um den Schatz zu
erringen und den Drachen zu töten.
Doch Mark hat immer noch Probleme mit Siegfried. Nicht nur, daß
er Mark die ganze Arbeit tun läßt, er hat auch immer noch
kein Interesse daran, sein kostbares Leben in Gefahr zu bringen, nur
um einen Schatz zu erringen. Erst als Mark ein Machtwort spricht, ist
Siegfried bereit, es wenigstens zu versuchen. Als erste Station der
Sage wird der Zwerg Mime erreicht, ein berühmter Schmied, bei
dem Mark und Siegfried in die Lehre gehen. Als Gesellenstück
erhält Mark dort das Schwert Balmung. Siegfried, der nichts
lernte, geht leer aus.
Auf dem Weg zum Drachen kommen die beiden an einem Tümpel
vorbei, in dem es von Horngetier nur so wimmelt. Mark, der
natürlich die Sage kennt, hat die im wahrsten Sinne des Wortes
zündende Idee: Der Tümpel wird einfach erhitzt - Problem
gelöst. Und schon hat Mark eine weitere Idee: Ab zum Bade. Als
man dem Tümpel entsteigt, ist man unverwundbar, bis auf
Siegfrieds bewußte Stelle natürlich, was Mark nicht
verhindern konnte...
Auf zur ersten großen Station der Nibelungensage! Der Drache
wird getötet, der Schatz errungen, alles Friede, Freude,
Eierkuchen. Doch dummerweise kehrt Mark nicht automatisch
zurück...
Nach einiger Zeit beschließt Siegfried, um die schöne
Burgundertochter Kriemhild zu freien. Mit zwölf Männern und
kostbaren Geschenken fahren Siegfried und Mark nach Worms (wo sie
auch schon den Kopf des Drachen ablieferten). Dort macht Mark eine
üble Entdeckung: Hagen von Tronje ist mit Mephisto im Bunde!
Doch greift er merkwürdigerweise nicht in das Geschehen ein (war
wohl der übliche Gastauftritt unseres Lieblingsteufels...), und
die Hochzeit könnte stattfinden. Doch König Gunther hat
sich in Brunhild von Island verliebt. Diese will allerdings nur einen
Mann heiraten, der sie im Kampf besiegt.
Also bricht man nach Island auf, wo Gunther Brunhild besiegen kann -
dank der Hilfe von Mark sowie der Tarnkappe. Es wird eine
Doppelhochzeit gefeiert, doch Mark kann immer noch nicht in seine
Zeit zurückkehren, denn noch wurde die Ehe zwischen Gunther und
Brunhild nicht vollzogen.
Doch mit der Tarnkappe kann Mark auch dieses Problem lösen und
endlich in seine Zeit zurückgelangen, wo (eine ausnahmsweise
einmal nicht eifersüchtige) Tessa auf ihn wartet. (Hier lauert
ein grober Fehler: Mark findet seine Klamotten an jenem Baum, von dem
aus er zu seiner Zeitreise aufbrach. In der einzigen Zwischensequenz
erfahren wir aber, daß dieser Baum entdeckt wurde. Und da hat
man die Kleider nicht gefunden? Pit und Tessa fragen sich
nämlich, ob Mark tot oder in der Vergangenheit ist...)
Nun, ausnahmsweise einmal kein schlechter Roman. Allerdings wurde
dieser Roman wieder von einem anderen C. W. Bach geschrieben, wie
schon das gehäufte Vorkommen von Unwörtern beweist
("kriegte" und ähnliches). Außerdem muß man sich hin
und wieder fragen, ob durch bestimmte Aktionen Marks nicht ein
Zeitparadoxon ausgelöst wurde... (* Es muß sich
hierbei wohl um ein Universum handeln, in dem es Zeitparadoxa nicht
gibt. Heike)
Fazit:
Kein schlechter Hellmann, aber auch kein herausragender. Wenn
wenigstens so der Durchschnitt aussähe...
7 Punkte.