"Bram Stoker's The Legend of the Mummy"

Horror, USA 1997, 90 Minuten, ab 16 Jahre
Regie: Jeff Obrow, Darsteller: Louis Gossett Jr, Lloyd Bochner, Victoria Tennant u.a.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Jack Corbeck gelang Abel Trelawney bei Ausgrabungen in einer altägyptischen Begräbnisstätte im Jahre 1967 unter nicht ganz astreinen Umständen die Entdeckung einer guterhaltenen Mumie der pharaonischen Hohepriesterin Tera. Bereits 1947 war der noch junge Corbeck ebenfalls in der Grabstätte gewesen und hatte miterlebt, wie der Fluch der Göttin einen Grabräuber traf.
In derselben Nacht, da man die Göttin fand, gebar Trelawneys Frau ihr Kind, Margaret. Sie selbst starb jedoch zwei Tage später.
Besessen von der Möglichkeit, die Königin zum Leben zu erwecken, hat er sie, ihren Hofstaat, ja selbst die komplette Grabkammer nach San Francisco holen lassen, um bei einer bestimmten Sternkonstellation einen Ritus durchzuführen.
Mit sieben Jahren schickt er seine Tochter weg, da sie sich zu dem Sarkophag der Königin hingezogen fühlt.
Als sie jetzt nach Hause kommt, mehren sich die seltsamen Vorfälle. Ihr Vater fällt in ein tiefes Koma, und es kommt zu mysteriösen Todesfällen im Haus.
Das Ritual soll vollzogen werden, doch Margarets Freund kann die wieder in einen Menschen verwandelte Mumie aufhalten.
Jedenfalls scheint es zunächst so. Kurze Zeit später jedoch, während ihrer Flitterwochen, wird er von Margaret gekratzt. Ein Blick in den Spiegel offenbart ihm, daß die Wunde von einer siebenfingrigen Hand verursacht worden sein muß - eine Eigenheit Teras...

Der Film war in dem Moment vorbei, als gesagt wurde, daß Margaret in der gleichen Nacht geboren wurde, in der ihr Vater den Sarkophag öffnete.
Nun ist es nichts Neues, den Täter gleich zu Beginn eines Filmes zu präsentieren; dann aber dennoch auf eine überraschende Auflösung (!) zuzusteuern, mutet etwas seltsam an. Wenn der Kino-Zuschauer auf die Lösung kommt, hätten die Protagonisten als anscheinend Wiedergeburts-Überzeugte auch darauf kommen müssen.
Während Louis Gossett Jr. auf der einen Seite noch ein Stück weiter die B-Movies-Leiter hinabrutscht, war er im Gegensatz zu den anderen Darsteller noch ein Lichtblick.
Lediglich an zwei Stellen war „Horror“ ansatzweise spürbar: Während eines Traumes sieht Margarets Freund sie und einen Bekannten sterben und zu einer Mumie werden. Und eine Treibsand-Szene im Keller des Hauses mit auf die Versinkenden zueilenden Käfern war gelungen.
Der Rest erinnerte zu sehr an - „Falcon Crest“. Im Ernst, das gesamte Ambiente vermittelte den Eindruck, gleich käme Jane Wyman die Treppe herab...
Leider kenne ich die Romanvorlage von Bram Stoker nicht. Der Film krankt jedoch nicht daran, daß die Handlung in die 90er Jahre unseres Jahrhunderts verlagert wurde, sondern eher daran, daß das Ende des Films schon zu Beginn feststeht.
Auch wurde die Möglichkeit verspielt, bei einem wohl geringen Budget für die F/X wenigstens auf eine vernünftige Ausarbeitung der Charaktere und der Dialoge Wert zu legen.
2 Punkte.

Guido Latz

Mit freundlicher Genehmigung von Highlight Communications

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