Ok,
Leute, endlich ist es wieder soweit - und der zweite Comic der beiden
gentechnisch veränderten Mäuse Pinky und Brain liegt in
meinen Händen(?). (* Wozu das Fragezeichen - sind Deine
Hände etwa auch gentechnisch verändert? Hi übrigens!
Heike) Diesmal werden uns gleich 3 Geschichten in einem Band
präsentiert, in dem der Name Programm der ersten ist. Es handelt
sich hier um eine hervorragende Parodie des Kinowelthits Men in
Black. Alles beginnt damit, daß Pinky und Brain eine
Botschaft von tanzwütigen außerirdischen Partylöwen
bekommen, die jede Menge Gold und Diamanten an denjenigen
aushändigen, der ihnen sagt, wo eine coole
Disco-Party steigt. Also schickt Brain (Elton Brain) die Aliens nach
Las Vegas, und wie danken es die Monster? Sie schenken P&B
unechte Schätze und zerlegen gleichzeitig auch noch unsere
Heimatwelt. Das wollen sich unsere beiden Helden natürlich nicht
gefallen lassen und gründen deshalb die
AILEN-Bekämpfungseinheit Mäuse in Pink! Dies
geschieht natürlich nicht ganz uneigennützig, denn Brain
erfindet ein Verblitzdingsbumsgerät, mit dem man Leute dazu
bringt, das soeben Geschehene nie wieder zu vergessen (also genau das
Gegenteil des Film-Originals), um so zu erreichen, daß alle
Leute wissen: Brain ist der wahre Weltherrscher, wenn er die Aliens
besiegt! Nun machen sich die beiden auf die Jagd, und es folgt eine
wahnwitzige Parodie auf Will Smiths Filmsong!! Während die
beiden ihr Ständchen vortragen, fangen sie nebenbei alle
Außerirdischen ein, bis natürlich auf den Stärksten.
Als es nun darum geht, diesen Oberfiesling zu vernichten, sieht es
erst so aus, als seien sie überlegen. Es gelingt zwar - wenn
auch nur mit allergrößter List - das Monster zu besiegen,
doch leider ist Brain der Ruhm durch einen dummen Zufall wieder
verwehrt.
Die zweite Geschichte heißt Brinky 1/2 und stellt
eine Parodie auf Ranma 1/2 dar. Brain will im fernen
Osten in einen Brunnen springen, der ihm wahrhaft
übermäusliche Kampfkünste verleiht, um so die
Weltherrschaft an sich reißen zu können. Als der besagte
Brunnen gefunden ist, passiert Pinky leider das Mißgeschick,
daß er zusammen mit Brain in den Brunnen fällt. Heraus
kommt nun Brinky, quasi ein Zwitterwesen. Brinky
geht/gehen nun zum ultimativen Kampfsportturnier, doch während
der Kämpfe zeigt sich, daß Brain sich, wann immer er mit
heißem Wasser in Berührung kommt, in Pinky verwandelt.
Pinky stellt sich beim Kampf allerdings nicht sehr geschickt an, doch
glücklicherweise macht kaltes Wasser den ganzen Prozeß
wieder rückgängig. P&B gewinnen natürlich nicht
das Turnier, obwohl sie sich wacker schlagen. Als sie
schließlich in eine lauwarme Suppe fallen, spaltet
sich Brinky wieder, und P&B existieren wieder als Individuen.
Für alle Ranma-Fans ist die Geschichte wohl recht nett, ich
allerdings war nicht sehr begeistert, denn es fehlte einfach an dem
typischen Humor der beiden.
Die letzte Story ist dafür wieder umso besser. Sie heißt
Der letzte Narf und ist eine sehr gut gelungene
Sherlock-Holmes-Veräppelung. Dabei ist Brain auf der Spur
dessen, der alle Brain-Pläne zum Scheitern bringt. Also begeben
sich P&B zusammen mit Holmes und Watson in eine Schenke, in der
sich auch Holmes Gegner Prof. Moriarty aufhält - sowie
Brains Erzfeind, der ebenfalls die Weltherrschaft an sich
reißen will. Es ist der Hamster(!) Snowball! Dabei stellt sich
sogar heraus, daß der brillante Moriarty von jenem Hamster voll
und ganz kontrolliert wird! Sogleich begibt sich Snowball auf die
Flucht in die Schweiz. Schließlich führt die Spur unsere
Helden in die Berge, in denen es zu einem erbitterten Kampf zwischen
Brain und Snowball kommt. Als Folge desselben stürzen beide in
einen eiskalten Fluß - Brain wird von Pinky gerettet, und
Snowball wird mit der Warnung: Wir treffen uns wieder!
davongespült.
Auch diese Geschichte bezieht ihren Reiz aus den wunderbaren
Anspielungen auf A. C. Doyles Romane sowie aus der schier
unübertrefflichen Dummheit Pinkys.
Zusammenfassend kann man sagen, daß es zwar schön ist,
drei Geschichte auf einmal zu bekommen; allerdings war die zweite
Story nicht sonderlich umwerfend. Deshalb wäre es wohl
angeraten, lieber nur zwei, dafür aber umso bessere Geschichten
pro Heft zu veröffentlichen. Die Zeichnungen können sehr
überzeugen, übersteigen sie doch gelegentlich sogar die
erstklassige Trickfilm-Qualität.
Somit gibt es für dieses Heft gute
12 Punkte!
Michal Jurisch, written on AMIGA