11. Januar
1291 NGZ - Camelot:
Die SOL ist wieder in der Heimat und in der Hand von Galaktikern.
Perry Rhodan besucht seine Basis auf Camelot, aber nicht mit
Urlaubsplänen. Er will hoch hinaus. Er will das Galaktikum davon
überzeugen, in welcher Gefahr sich die Milchstraße
befindet.
Und er will die SOL ein wenig auf Vordermann bringen. Aber nicht in
ein paar Monaten, wie Homer G. Adams es ihm anbietet. Er hat nur drei
Tage! Dann findet nämlich in Mirkandol eine große Sitzung
statt, auf der er vor dem Galaktikum reden will. Er macht Julian
Tifflor zu seinem Botschafter. Er soll auf Arkon alles in die Wege
leiten, damit Camelot auf dieser Sitzung als Hauptredner anerkannt
wird. Um das zu erreichen, ist Perry Rhodan auch dazu bereit, die
galaktischen Daten von Camelot bekanntzugeben.
Doch zunächst fliegt er ins heimatliche Sol-System. Hier trifft
er Cistolo Khan, der von ihm die Herausgabe der SOL fordert. Dies ist
für Rhodan völlig unverständlich und nicht akzeptabel.
Doch auch er stößt auf Ablehnung. Khan ist nicht bereit,
ihm die Schiffe zu geben, die Rhodan als Unterstützung gegen die
Kosmokratenfabrik MATERIA fordert.
Nun begibt sich Perry Rhodan auf die Brücke in die
Unendlichkeit. Er will mit Atlan in Chearth sowie mit den Helioten
Kontakt aufnehmen. Das zweite erweist sich als ungemein schwierig;
und als er den Zugang erzwingt, erblickt er nur einen leeren Raum.
Die Koalition ist noch nicht konstituiert, und so wird sich dieser
Raum wohl erst am Ende dieses Jahres füllen. Doch einen Effekt
hatte die Angelegenheit. Die Brücke ist völlig außer
Kontrolle, und nur mit Mühe gelingt Rhodan der Rückweg.
Hier stellt sich heraus, daß im normalen Universum inzwischen
zwei Tage vergangen sind.
Derweil hat Tifflor Camelot als Hauptredner durchgeboxt. Er
mußte nur versprechen, daß die SOL einen kleinen Showflug
veranstaltet, zusammen mit ein paar Arkon-Einheiten.
Schließlich hält Rhodan seine erste Rede in Mirkandol, und
am Ende gibt er tatsächlich die galaktischen Koordinaten von
Camelot bekannt. Tifflor ist entsetzt. Für ihn kommt das einem
Verrat gleich.
Nach Rhodan spricht Blo Rakane, der weiße Haluter. Er gibt der
Öffentlichkeit bekannt, daß das gesamte Volk der Haluter
nach Chearth ziehen wird, um dort Atlan gegen die Feinde Thoregons zu
unterstützen. Danach kommt es zur Abstimmung über Rhodans
Pläne. Das Ergebnis ist für die einen triumphal - für
die anderen niederschmetternd. 87 Prozent der galaktischen Räte
haben sich gegen die Hilfe für Perry Rhodan ausgesprochen,
darunter auch Arkon und die LFT.
Enttäuscht zieht Rhodan von dannen. Doch er gibt sich nicht
geschlagen. Er hat ein Ziel, aber dafür braucht er Hilfe. Es
gelingt ihm, Blo Rakane davon zu überzeugen, daß er in der
Milchstraße bleibt und Rhodan mit seinem wissenschaftlichen
Verstand unterstützt. An seiner Statt wird Icho Tolot die
Haluter nach Chearth führen.
Na, wenn das kein Roman war, der jeden Leser in ein Wechselbad der
Gefühle gestürzt hat, dann weiß ich es auch nicht.
Zwar hatte er keine wirklich einheitliche dramatische Handlung,
sondern bestand eigentlich nur aus kleinen einzelnen Episoden, aber
die hatten es rein inhaltlich gewaltig in sich. Am deutlichsten wird
dies bei der gigantischen Ohrfeige, die das Galaktikum Perry Rhodan
verpaßt. Nun ist es endgültig klar. Rhodan hat nicht nur
in der Heimat keinen Kredit mehr, sondern im Rest der
Milchstraße auch nicht. Noch nicht einmal das positive Beispiel
der Haluter kann ihn noch retten. Nun muß er mal wieder allein
sehen, wie er mit der Sache zurechtkommt. Am Ende bleibt er entweder
ohne Dank oder bekommt sogar noch Schelte für die Unruhe, die er
mitgebracht hat. Nichts scheint dem Galaktikum lieber zu sein, als
brav und friedlich die Augen zu schließen und der Dinge zu
harren, die da kommen mögen. Da wollen die Haluter nicht
mitmachen. Sie kaufen sich so nebenbei das größte
Raumschiff, das jemals in der Milchstraße gebaut worden ist
(nach OLD MAN). Mit 4.800 Metern schlägt der Flottentender da so
einiges; und sie machen sich geschlossen nach Chearth auf. Ich
muß sagen, das wird bestimmt heiter. Waren die Haluter schon an
sich mein Lieblingsvolk im Perry Rhodan-Universum, so bin ich mal
gespannt, was für ein gigantisches Chaos die Jungs in Chearth
anrichten werden - und vor allem, mit welchen Waffen sie dort
aufzutauchen gedenken. Es scheint ja, daß sie einiges im
Gepäck haben. Also, ich bin da mal richtig neugierig.
Doch auch die Handlung in der Milchstraße verspricht einiges.
Ich denke, es handelt sich wirklich um ES, die da im Zentrums-Black
Hole festsitzt und nun hoffen muß, daß Rhodan mal wieder
daherkommt und ihren Hintern rettet. Denn so wie es aussieht, scheint
MATERIA ja wohl eine ziemliche Gefahr für alles zu sein, was
sich in diesem Schwarzen Loch auch aufhält.
Doch nicht nur dort wird es spannend werden. Es bleibt abzuwarten,
wie die Galaktiker auf die Bekanntgabe von Camelots Koordinaten
reagieren werden. Wird Arkon wirklich angreifen? Dabei muß ich
doch noch in aller Kürze erwähnen, daß ich die
Flottenkonzentration im Arkon-System für ziemlich
übertrieben halte. Das waren ja Ausmaße wie zu alten
Imperiumszeiten; und ich kann eigentlich nicht glauben, daß
sich Arkon ganz allein und in aller Stille zur galaktischen
Supermacht aufgeschwungen hat, ohne daß die anderen - und hier
besonders die Terraner - sich da eingemischt hätten. Und
daß sie es im Moment zumindest nicht haben, zeigt ja, daß
sie immer noch auf ihre kleine Flotte von Schiffen wie die PAPERMOON
vertrauen.
Fazit:
Viel, viel war drin - und noch mehr, was sich daraus ergeben kann.
Hat mir sehr gut gefallen, deswegen auch
13 Punkte
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Meistens sind die Romane Robert Feldhoffs
Schlüsselromane - und so auch dieser. Was jedoch Robert
dem guten Perry hier antut, hat schon seine ganz eigenen
Qualitäten. Ich glaube kaum, daß Rhodan im Lauf
der Serie schon einmal so glatt und übereinstimmend
abgefertigt wurde, wie es in diesem Roman der Fall war. Da
half dann auch das Bekanntgeben der Koordinaten Camelots
nichts - die Galaktiker sind auch durch einen Rhodan und das
Auftauchen einer Legende mit dem Namen SOL nicht zu einer
Hilfsexpedition in Sachen Thoregon zu überreden. Und
auch, daß ES sich möglicherweise in Gefahr
befinden könnte, rührt die galaktischen Räte
nicht besonders. |
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Und wieder muß Rhodan eine Niederlage hinnehmen;
wieder gibt es eine Enttäuschung mehr, was die
Kooperationsbereitschaft der Galaktiker angeht. |