Auch
dieses Jahr beglückt die PRFZ den geneigten PR-Leser wieder mit
einem reichlich umfangreichen Jahrbuch, das die letztjährigen
Geschehnisse im PR-Universum detailliert wiedergibt.
Wie immer nimmt dabei naturgemäß der ausführliche
Rückblick auf die Publikationen und sonstigen Perry-Produkte
einen breiten Raum ein. Allein schon Michael Thiesens Zeitraffer der
PR-Heftromane ist als Nachschlagewerk praktisch unersetzlich,
versieht er die Zusammenfassungen doch mit ausführlichen
Fußnoten und Querverweisen zu früheren Bezügen
innerhalb der Handlung.
Weiterhin findet der Leser in diesem Jahrbuch noch Betrachtungen zur
laufenden Handlung, Personenvorstellungen und Interviews sowie auch
einen recht großen Block mit Con-Berichten zu praktisch allen
größeren PR-Cons des vergangenen Jahres und am Ende einen
Jahreskalender für das laufende Jahr, in dem fein
säuberlich sämtliche PR-relevanten Termine eingetragen sind
(manchmal wundert es einen ja schon, wie viele Termine auf einen
einzigen Tag fallen können...).
Natürlich findet auch der unsterbliche Arkonide Atlan in diesem
Band eine besondere Beachtung, ist doch Ende 1998 mit dem
12bändigen Traversan-Zyklus so etwas wie ein Nachfolger für
die eingestellte Atlan-Heftserie auf den Markt gelangt.
Den Vogel schießt in diesem Jahrbuch jedoch Rainer Castor ab,
der mit seiner Kurzgeschichte Rätsel der
Vergangenheit praktisch Traversan-Heftroman Nr. 12 1/2
dazugepackt hat. Nachdem aus seinem abschließenden Band 12 der
Heftserie wegen Überlänge einiges an Passagen gestrichen
werden mußte (dabei handelt es sich größtenteils um
weitere Enthüllungen innerhalb der Zeitstation der MdI), hat er
eine Kurzgeschichte aus dem gestrichenen Material gefertigt, die hier
nun vorliegt. Allein diese Story ist den Kauf des Jahrbuchs
sicherlich schon wert - abgesehen davon, daß man ohne den
Besitz des Jahrbuchs den Traversan-Zyklus sicherlich nicht so richtig
komplett hat. Castor jedenfalls gelingt es hier noch stärker als
im Heft, die Geschehnisse mit früheren Episoden zu verweben,
weitere Bezüge zu setzen und den bisherigen PR-Kosmos noch ein
wenig weiter umzudefinieren. Das ist dann zwar für Neuleser
nicht mehr unbedingt besonders gut lesbar, da diesen der Background
fehlt - aber was haben diese auch schon mit dem Jahrbuch besonders am
Hut?
Insgesamt ist das Jahrbuch jedenfalls rundum gelungen - die Artikel
sind an manchen Stellen sogar erstaunlich kritisch, was bei einer
Produktion der hauseigenen Fanzentrale ja nicht unbedingt immer so
selbstverständlich ist. Der Leser erhält jedenfalls eine
Menge Lesestoff für sein Geld - sollte aber dazurechnen,
daß er sich eventuell auch noch eine Lupe anschaffen muß,
da die Schriftgröße insgesamt doch recht klein geraten ist
und recht nah an der Schmerz- bzw. Erblindungs-Grenze liegt. Rainer
Castors Story umfaßt bei 16 Seiten in diesem Jahrbuch jedenfall
schon fast einen halben Heftroman...
Fazit:
Das Perry Rhodan Jahrbuch 1999 ist für den Fan eine
runde Sache, die gelungen einen Überblick über das PR-Jahr
1998 bietet. Rainer Castors Story Rätsel der
Vergangenheit ist hierbei noch eine Sondererwähnung wert,
da es sich praktisch um die gestrichenen Stellen aus Traversan Band
12 handelt - und diese allein sind schon den Kauf des Jahrbuchs fast
wert.
14 Punkte.