Perry Rhodan Jahrbuch 1999

(319 Seiten, Perry Rhodan Fanzentrale, DM 25,00)
- erschienen: April 1999 -

Auch dieses Jahr beglückt die PRFZ den geneigten PR-Leser wieder mit einem reichlich umfangreichen Jahrbuch, das die letztjährigen Geschehnisse im PR-Universum detailliert wiedergibt.
Wie immer nimmt dabei naturgemäß der ausführliche Rückblick auf die Publikationen und sonstigen Perry-Produkte einen breiten Raum ein. Allein schon Michael Thiesens Zeitraffer der PR-Heftromane ist als Nachschlagewerk praktisch unersetzlich, versieht er die Zusammenfassungen doch mit ausführlichen Fußnoten und Querverweisen zu früheren Bezügen innerhalb der Handlung.
Weiterhin findet der Leser in diesem Jahrbuch noch Betrachtungen zur laufenden Handlung, Personenvorstellungen und Interviews sowie auch einen recht großen Block mit Con-Berichten zu praktisch allen größeren PR-Cons des vergangenen Jahres und am Ende einen Jahreskalender für das laufende Jahr, in dem fein säuberlich sämtliche PR-relevanten Termine eingetragen sind (manchmal wundert es einen ja schon, wie viele Termine auf einen einzigen Tag fallen können...).
Natürlich findet auch der unsterbliche Arkonide Atlan in diesem Band eine besondere Beachtung, ist doch Ende 1998 mit dem 12bändigen Traversan-Zyklus so etwas wie ein Nachfolger für die eingestellte Atlan-Heftserie auf den Markt gelangt.
Den Vogel schießt in diesem Jahrbuch jedoch Rainer Castor ab, der mit seiner Kurzgeschichte „Rätsel der Vergangenheit“ praktisch Traversan-Heftroman Nr. 12 1/2 dazugepackt hat. Nachdem aus seinem abschließenden Band 12 der Heftserie wegen Überlänge einiges an Passagen gestrichen werden mußte (dabei handelt es sich größtenteils um weitere Enthüllungen innerhalb der Zeitstation der MdI), hat er eine Kurzgeschichte aus dem gestrichenen Material gefertigt, die hier nun vorliegt. Allein diese Story ist den Kauf des Jahrbuchs sicherlich schon wert - abgesehen davon, daß man ohne den Besitz des Jahrbuchs den Traversan-Zyklus sicherlich nicht so richtig komplett hat. Castor jedenfalls gelingt es hier noch stärker als im Heft, die Geschehnisse mit früheren Episoden zu verweben, weitere Bezüge zu setzen und den bisherigen PR-Kosmos noch ein wenig weiter umzudefinieren. Das ist dann zwar für Neuleser nicht mehr unbedingt besonders gut lesbar, da diesen der Background fehlt - aber was haben diese auch schon mit dem Jahrbuch besonders am Hut?
Insgesamt ist das Jahrbuch jedenfalls rundum gelungen - die Artikel sind an manchen Stellen sogar erstaunlich kritisch, was bei einer Produktion der hauseigenen Fanzentrale ja nicht unbedingt immer so selbstverständlich ist. Der Leser erhält jedenfalls eine Menge Lesestoff für sein Geld - sollte aber dazurechnen, daß er sich eventuell auch noch eine Lupe anschaffen muß, da die Schriftgröße insgesamt doch recht klein geraten ist und recht nah an der Schmerz- bzw. Erblindungs-Grenze liegt. Rainer Castors Story umfaßt bei 16 Seiten in diesem Jahrbuch jedenfall schon fast einen halben Heftroman...

Fazit:
Das „Perry Rhodan Jahrbuch 1999“ ist für den Fan eine runde Sache, die gelungen einen Überblick über das PR-Jahr 1998 bietet. Rainer Castors Story „Rätsel der Vergangenheit“ ist hierbei noch eine Sondererwähnung wert, da es sich praktisch um die gestrichenen Stellen aus Traversan Band 12 handelt - und diese allein sind schon den Kauf des Jahrbuchs fast wert.
14 Punkte.

Winfried Brand

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