Professor Zamorra

Band 649: „Killer-Vampire“

In Los Angeles scheint ein irrer Serienkiller umzugehen, der den Getöteten auf unerklärliche Weise das Blut abzuzapfen vermag.
Hinter den Kulissen der Film-Metropole halten fünf Vampir-Sippen die Fäden der Macht in der Hand, und dies seit vielleicht hunderten von Jahren.
Ihnen ist klar, daß die Menschen von Vampiren ermordet wurden, und ihnen ist auch klar, daß einer von ihnen ein Verräter sein muß, denn Vampire von außerhalb Kaliforniens würden niemals einen Fuß in ihr Territorium zu setzen wagen.
Don Diego Francesco de Castillo, gewissermaßen das Oberhaupt der Sippen, hat eine Nachricht nach Frankreich geschickt. Wieso sollen sie sich um die irren Killer kümmern, wenn die Drecksarbeit stattdessen ein anderer, Professor Zamorra, erledigen kann?
Natürlich mißtrauen sich die anwesenden Vampire, und als Fu Long, ein im letzten Jahrhundert aus China eingewanderter ehemaliger Eisenbahnarbeiter, anbietet, seine Gefolgsleute unter die Lupe zu nehmen, stößt dies nicht bei allen auf Gegenliebe.
Zamorra und Nicole machen sich in der Tat auch nach Los Angeles auf, nehmen jedoch eine andere Maschine als die von Don Diego angebotene, um nicht in eine Falle zu laufen.
In Kansas City macht sich unterdessen George Hollister auf den Weg nach Los Angeles. Hollisters Frau wurde vor acht Jahren von einem Vampir getötet, und in dieser Zeit hat er Beweismaterial gegen die fünf Familien gesammelt, welches er nun der Polizei übergeben will.
Roberto und Eric waren zwei kleine Gangster, ehe sie von einer Vampirin namens Leigh gebissen wurden. Ihr Ziel ist es, eine schlagkräftige Armee aufzubauen, um die Kontrolle über Los Angeles zu erlangen. Dazu sucht sie bewußt Kriminelle aus, die sich nicht nur auf ihre Vampir-Instinkte verlassen. Roberto und Eric bekommen den Befehl, sieben ausgesuchte Mitglieder der Yakuza zu Vampiren zu machen.
Detective Jack O’Neill und Detective Sergeant Cathal Weisser sind die ermittelnden Beamten vor Ort. Bei dem Besuch Hollisters hält O’Neill ihn für einen Spinner; erst als Hollister den auf das Revier gebrachten Zamorra erkennt, stutzt der Detective. Zamorra und Nicole Duval waren an einem Tatort bei der Zeitschau mit MERLINS STERN vom LAPD aufgefallen.
Als Zamorra O’Neill sagt, daß die Toten kein Blut mehr in sich hatten, läßt dieser Zamorra weiter erzählen, da diese Fakten der Öffentlichkeit bislang vorenthalten wurden. Er stellt bei Tendyke Inc. Nachforschungen über den Parapsychologen an und nimmt die beiden mit zu einem Tatort, wo man von drei Yakuza-Vampiren angegriffen wird.
Unterdessen stellt Hollister fest, daß der Flug der beiden von einer Firma eines der Vampir-Oberhäupter bezahlt wurde. Zamorra ein Verräter? Oder gar ein Vampir?
Aufgrund der beiden Zeitschauen ist Zamorra geschwächt, weswegen Nicole allein zu Hollister fahren will, um weitere Informationen zu bekommen. Auf dem Weg dorthin wird sie von einer Jugendgang gekidnappt und in deren Versteck gebracht, aus dem sie sich jedoch befreien kann und den Gang-Leader Nugget zwingt, sie zum vereinbarten Treffpunkt der Übergabe zu bringen.
Roberto und Eric haben nämlich beschlossen, ihrer neuen Herrin ein Geschenk zu machen. Indem sie ihren alten Kumpanen versprachen, ihnen das Fliegen beizubringen, konnten sie Nicole entführen.
Als Nicoles Wagen verlassen aufgefunden wird, machen sich O’Neill und Zamorra selber auf, um bei Hollister vorbeizuschauen. Dieser hält Zamorra in der Tat für einen Verräter und schießt in einer günstigen Gelegenheit auf ihn, die Kugel streift Zamorra jedoch nur. In Panik und den Tod vor Augen erschießt sich Hollister selbst.
Cathal ist ob des seltsamen Verhaltens ihres Kollegen irritiert - einen Fremden in die Ermittlungen einzubeziehen, ist alles andere als üblich, weshalb sie den beiden in sicherem Abstand folgt.
Währenddessen macht sich Fu Long auf den Weg zu Don Diego. Er, der scheinbar treueste von allen, ist der Verräter. Zu Beginn des Jahrhunderts hat er die Filmschauspielerin Christine La Belle auf ihren Wunsch hin zu einer Vampirin gemacht. Sie wollte das ewige Leben - und mußte ihre Karriere dafür opfern. Jetzt ist der Haß so stark, daß sie die Stadt übernehmen will. Den Wunsch, sie mit seinen Vampiren zu unterstützen, schlägt diese aus. Don Diego sieht nur einen Ausweg, um das Gesicht zu wahren: Fu Long muß gegen seine Tochter kämpfen.
In einem alten Filmstudio kommt es zum Kampf, bei dem auch Zamorra und der Detective gerade rechtzeitig eintreffen, und die Vampire können vernichtet werden. Bis auf Fu Long. Ihm gelingt es, aus der Flammenhölle der brennenden Kulissen zu flüchten...

Mit diesem Roman wird mal wieder ein Drahtseilakt par excellence geboten. Auf der einen Seite die Idee mit den Killer-Vampiren. Besonders die Anfangs-Sequenz mit O’Neill und Cathal und der Zusammenkunft der Vampire auf der einen Seite und der Situation der Gangs in der Stadt ist mehr als nur gut.
Das Ganze fällt jedoch in dem Moment rapide ab, als Leighs Motive klar werden - daß sie ihre Karriere aufs Spiel setzte, hätte ihr klar sein müssen...
Ich habe zwar „Blade“ nicht gesehen, aber der Autor könnte zumindest von diesem Film inspiriert worden sein.
Das Titelbild als Motiv eines in der Filmhalle befindlichen Bildes einzubauen, erscheint dann ein wenig schwach, oder anders ausgedrückt: unglücklich.
Neben dieser Haupthandlung gibt es auf Chateau Montagne die üblichen Reibereien zwischen Butler William und Fooly; erbost über die gar schreckliche Tat des Drachen, einen Snooker-Tisch zu verbrennen, hat William seinerseits die im letzten Jahr zu Bruch gegangenen Gegenstände aufgelistet.
Außerdem erfahren wir am Ende, daß der Detective sich auf dem stillgelegten Filmgelände deshalb so gut auskannte, weil er bis vor einigen Jahren als Darsteller in B-Movies arbeitete.
Gute Idee, sehr rasant geschrieben, mit Humor an den richtigen Stellen, aber leider dennoch mit Hängern - man kann nur hoffen, daß Fu Long zurückkommt, denn der alte Chinese hat was...
10 Punkte.

Guido Latz

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