Anmerkungen zur Übersetzungsproblematik

Hallo Ritchie,

ich bin soeben beim Surfen auf Deine Besprechung von ST Phase II gestoßen. Insgesamt bin ich über die positive Beurteilung recht erfreut, allerdings möchte ich eine Sache grundsätzlich klarstellen, die den Satz betrifft, ich hätte wohl ein wenig geschlafen.
Es scheint bei vielen Lesern von übersetzten Büchern der Irrglaube zu herrschen, daß der Übersetzer die allmächtige Gestalt ist. Dem ist nicht so. Über dem Übersetzer steht immer noch ein Redakteur, der sich aus dem jeweiligen Impressum ergibt. Der Übersetzer kann beispielsweise so viele sinnvolle Anmerkungen machen, wie er will - wenn der Redakteur sie für unwichtig hält, ignoriert er sie. Das betrifft auch die Vollständigkeit von Listen, Anhängen etc.
Es findet KEINE Endkontrolle durch den Übersetzer statt, der Redakteur hat das letzte Wort. Er kann auch umstellen und verändern, soviel er möchte, und Begriffe ersetzen, die er für richtiger hält (was aber nicht heißt, daß sie das auch sind).
Ich verweise beim letzten Punkt auf das Making of DSN (auch Heyne), in dem aus einem Runabout ein Flitzer gemacht wurde, was nicht meine Entscheidung als Übersetzer war, sondern die des Redakteurs.
Es wäre schön, wenn sich diese Erkenntnis mal bei allen Rezensenten herumsprechen würde, damit bei möglichen Fehlern nicht immer nur auf dem Übersetzer herumgehackt wird, auch wenn es im vorliegenden Fall milde ausgefallen ist. Aber das ist mehr eine Frage des Prinzips als des konkreten Einzelfalls, weil ich nicht glaube, daß in Ermangelung des Hintergrundwissens die falschen Beteiligten beschuldigt werden sollten.

Viele Grüße

Ralph Sander

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