"Dämon"

(OT: Fallen)
Horror-Thriller, USA 1997, 120 Minuten, ab 16 Jahre

Regie: Gregory Hoblit
Darsteller: Denzel Washington, John Goodman, Donald Sutherland u.a.
Drehbuch: Nicholas Kazan

Der Cop John Hobbes (Denzel Washington) hat mal wieder einen Killer auf den elektrischen Stuhl gebracht. Dieser wechselt jedoch nach der Hinrichtung den Körper. Er landet zuerst in einem Gefängniswärter - und durch viele weitere solche Wechsel schließlich in einem Körper, mit dem er nach dem alten Schema weitere Morde verübt. Jetzt ist er aber auch auf der Jagd nach dem Cop und hat es auf dessen Familie abgesehen.
Noch im Gefängnis hatte er Hobbes ein Rätsel aufgegeben, das diesen auf die Spur eines vor dreißig Jahren in Mißkredit geratenen Kollegen bringt, der ebenfalls hinter einem Serienkiller her war. Im Ferienhaus des Ex-Kollegen stößt er auf den Namen Azazel, und zusammen mit der Tochter des vor dreißig Jahren gestorbenen Polizisten kommt er dem Geheimnis des Killers auf die Spur. Es handelt sich bei ihm um einen gefallenen Engel, der von Körper zu Körper wechseln kann, uralt ist und sich für die Strafe Gottes an den Menschen rächen will.

Soweit die Zusammenfassung - bis auf das letzte Drittel. Jedes Wort mehr würde einem, der den Film noch sehen möchte, den Spaß verderben.
Vor zwei Jahren, als der Film in den Kinos lief, muß ich ihn übersehen haben. Vielleicht lag es aber daran, daß die Idee nicht neu ist und durch Filme wie „The Hidden“ oder „Shocker“ (die eine ganz ähnliche Thematik behandeln und die auch in der TV-Serie „Star Gate“ aufgegriffen wird) bereits abgegriffen schien.
Fakt ist jedoch, daß nach dem Ansehen von „Dämon“ die beiden genannten Filme klar auf der Verliererstraße sind. Während „Shocker“ von Wes Craven einem spätestens nach zehn Minuten die Haare zu Berge stehen läßt und „The Hidden“ auch nicht gerade zimperlich - und vor allem ebenso konfus - an die Sache herangeht, ist „Dämon“ trotz der wesentlich längeren Laufzeit zu keinem Moment langweilig. Auch kommen keine brutalen Szenen vor.
Der Film funktioniert, weil die Rollen vertauscht sind. Der „Gute“ wird von einem Killer gejagt, der die Körper wechselt (weswegen es auch keinen festen Darsteller für den Gegenpart gibt).
Erkennen kann Hobbes seinen Gegner nur dann, wenn er direkt von jemandem angesprochen wird - oder jemand die Textzeile eines Liedes singt, das der auf dem elektrischen Stuhl Gestorbene gesungen hat: „Time Is On My Side“ von den Rolling Stones.
Geradezu unheimlich ist eine Szene, in der die Tochter des vor dreißig Jahren in Ungnade gefallenen Polizisten von dem Killer gestellt wird und nur durch Zufall entwischen kann; oder eine andere, in der Hobbes seinen toten Bruder findet.

Fazit:
Kein Action-Reißer, kein brutaler Horror-Film. Ein Film mit einer durchdachten Story (was selten genug ist), der sicher im Fahrwasser von „Sieben“ schwamm, aber sich durchaus damit messen kann.
13 Punkte.

Guido Latz

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