Der Cop
John Hobbes (Denzel Washington) hat mal wieder einen Killer auf den
elektrischen Stuhl gebracht. Dieser wechselt jedoch nach der
Hinrichtung den Körper. Er landet zuerst in einem
Gefängniswärter - und durch viele weitere solche Wechsel
schließlich in einem Körper, mit dem er nach dem alten
Schema weitere Morde verübt. Jetzt ist er aber auch auf der Jagd
nach dem Cop und hat es auf dessen Familie abgesehen.
Noch im Gefängnis hatte er Hobbes ein Rätsel aufgegeben,
das diesen auf die Spur eines vor dreißig Jahren in
Mißkredit geratenen Kollegen bringt, der ebenfalls hinter einem
Serienkiller her war. Im Ferienhaus des Ex-Kollegen stößt
er auf den Namen Azazel, und zusammen mit der Tochter des vor
dreißig Jahren gestorbenen Polizisten kommt er dem Geheimnis
des Killers auf die Spur. Es handelt sich bei ihm um einen gefallenen
Engel, der von Körper zu Körper wechseln kann, uralt ist
und sich für die Strafe Gottes an den Menschen rächen
will.
Soweit die Zusammenfassung - bis auf das letzte Drittel. Jedes Wort
mehr würde einem, der den Film noch sehen möchte, den
Spaß verderben.
Vor zwei Jahren, als der Film in den Kinos lief, muß ich ihn
übersehen haben. Vielleicht lag es aber daran, daß die
Idee nicht neu ist und durch Filme wie The Hidden oder
Shocker (die eine ganz ähnliche Thematik behandeln
und die auch in der TV-Serie Star Gate aufgegriffen wird)
bereits abgegriffen schien.
Fakt ist jedoch, daß nach dem Ansehen von
Dämon die beiden genannten Filme klar auf der
Verliererstraße sind. Während Shocker von Wes
Craven einem spätestens nach zehn Minuten die Haare zu Berge
stehen läßt und The Hidden auch nicht gerade
zimperlich - und vor allem ebenso konfus - an die Sache herangeht,
ist Dämon trotz der wesentlich längeren
Laufzeit zu keinem Moment langweilig. Auch kommen keine brutalen
Szenen vor.
Der Film funktioniert, weil die Rollen vertauscht sind. Der
Gute wird von einem Killer gejagt, der die Körper
wechselt (weswegen es auch keinen festen Darsteller für den
Gegenpart gibt).
Erkennen kann Hobbes seinen Gegner nur dann, wenn er direkt von
jemandem angesprochen wird - oder jemand die Textzeile eines Liedes
singt, das der auf dem elektrischen Stuhl Gestorbene gesungen hat:
Time Is On My Side von den Rolling Stones.
Geradezu unheimlich ist eine Szene, in der die Tochter des vor
dreißig Jahren in Ungnade gefallenen Polizisten von dem Killer
gestellt wird und nur durch Zufall entwischen kann; oder eine andere,
in der Hobbes seinen toten Bruder findet.
Fazit:
Kein Action-Reißer, kein brutaler Horror-Film. Ein Film mit
einer durchdachten Story (was selten genug ist), der sicher im
Fahrwasser von Sieben schwamm, aber sich durchaus damit
messen kann.
13 Punkte.