"The Faculty"

Horror
USA 1998 * 107 min. * ab 16 Jahren

Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: David Wechter & Bruce Kimmel
Darsteller: Jordana Brewster, Clea DuVall, Laura Harris, Josh Hartnett, Shawn Wayne Hatosy, Salma Hayek, Famke Janssen, Piper Laurie, Christopher McDonald u.a.

Folgende weltbewegende Story:
Eine Schule irgendwo im allerletzten Ende der USA (ich glaube, es war Oregon). Hier gibt es alles, was jede amerikanische Kleinstadt in jedem Teenager-Horrorstreifen so braucht: einen Loser (zu klein zum Football, aber ansonsten ein wahres Genie); eine arrogante Chefreporterin der Schülerzeitung, die natürlich mit dem Quarterback des Footballteams zusammen ist; einen superintelligenten, aber total kaputten Drogendealer; eine neue hübsche kleine Blonde aus der Stadt - und was man sonst noch so braucht.
Neu hier: Die Lehrer! Diese werden nämlich ziemlich schnell und zeitig von bösartigen Aliens übernommen, und die oben bereits genannten Allerweltsteenager dürfen sich nun mit denen herumschlagen und die Welt retten!
Die Story klingt banal?
Korrekt!
Das wirklich tragische an dieser Tatsache ist aber, daß sich daran auch nichts ändert.
Der Film orientiert sich eindeutig am Teenager-Horror-Film der ausgehenden 90er Jahre und versucht, das Publikum durch allerhand coole Sprüche und Zitate in seinen Bann zu ziehen. Die Anleihen gehen aber teilweise so weit, daß versucht wird - wie in ‘Scream’ - die Handlung an vorhandenen Beispielen vorauszusagen. Wird in ‘Scream’ aber noch ein wahrer Horror-Experte zu Rate gezogen, so verläßt man sich hier eher auf die vagen Kenntnisse über das Buch „Puppetmaster“ von Heinlein (aber hier mit Happy End).
Wirkt bisher eher wie ein Abklatsch als eine originelle Kopie oder gar Neuerfindung?
Vollkommen richtig!
Ich habe selten einen Film gesehen, der so wenig spannend und so wenig mitreißend war wie diese Schandtat am Ende dieses Jahrtausends. (* Na, na, sei mal nicht ganz so voreilig - das wahre Ende dieses Jahrtausends kommt doch erst nächstes Jahr auf uns zu! Meinst Du wirklich, daß es bis dahin nichts noch Schlechteres geben könnte? ;-) Heike) Die wenigen coolen Sprüche (die sich mal auf Star Trek, mal auf Akte X beziehen) sind so dünn gesät, daß sie in der schlechten Leistung der Schauspieler eigentlich schon gar nicht mehr auffallen.
Aber halt - eines vergaß ich noch zu erwähnen. Es scheint klar, daß es sich bei „Faculty“ um einen Horrorstreifen handeln soll. Da der Film bisher noch auf jedem Gebiet völlig gescheitert ist, bleibt vielleicht dem einen oder anderen Leser noch die „Hoffnung“ (oder so), daß er sich wenigstens mit einem horrormäßigen Blutbad aus der Affäre zieht.
Völlige Fehlanzeige!
Weder plötzliche Überraschung mit den überall im Kino hörbaren Schreieffekten („Scream“ halt) oder Ekelszenen sind in einer bemerkbaren Menge vorhanden.
Überhaupt gibt es nur zwei Momente, die diesen Film auszeichnen.
1) Der merkliche Beginn des Showdowns, denn nun weiß man, daß es bis zum Ende nicht mehr lange hin sein kann!
2) Das Ende, denn nun darf man endlich aus dem Kino raus - und wenn die Zeit noch reicht, sich vielleicht einen besseren Film ansehen.

Das einzige, was man dem Film nicht vorwerfen kann, sind die Special Effects. Die paar wenigen, die in den Film eingebaut worden sind, sind ganz anständig gemacht und lassen keinen Grund zur Kritik zu.

Fazit:
Ein Film, der wirklich gar nichts hat, weswegen man ihn unbedingt gesehen haben müßte. Er trägt noch nicht einmal das Potential in sich, wenigstens für ein paar Leute mal zum Kultfilm aufzusteigen. Alles in allem ein Machwerk, das verschwendete Zeit, verschwendetes Geld und verschwendete Nerven bedeutet, und zwar für die Macher wie die Kinogänger gleichermaßen. Für mich der schwächste Film der letzten Jahre.
0 Punkte (weniger gibt’s leider nicht)

Alexander Haas

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