Professor Zamorra

Band 650: „Seelenfeuer“

Vergangenheit.
Der Leser/die Leserin erlebt mit, wie Stygia irgendwann und irgendwo eine wahrhaft teuflische Falle stellt...

Gegenwart.
Robert Tendyke meldet sich bei Zamorra. Ein Deutscher namens Stefan Kreis ist per Zufall darauf gestoßen, daß die EWIGEN anscheinend ein Computerspiel nutzen, um verschlüsselte Daten auszutauschen. Zusammen mit dem Spezialisten Olaf Hawk gelang es, eine hochbrisante Information herauszufiltern: den Namen des neuen ERHABENEN!
Doch bevor Tendyke den Namen nennen kann, bricht die Verbindung zwischen Tendyke’s Home und Chateau Montagne zusammen.
Nichts Böses ahnend machen sich Zamorra und Nicole unbewaffnet nach Florida auf. Da beide Anwesen unter einem magischen Abwehr-Ring liegen, kann eigentlich nichts passieren.
Und es passiert doch etwas. Der Transport schlägt fehl. Stattdessen landet man - auf dem Heimatplaneten der EWIGEN. Und das auch noch in der Vergangenheit, anscheinend genau in dem Moment vor knapp zwei Jahren, als Sid Amos und Zamorra mit zwei Hornissen die Flucht antreten.
Die Ankunft der beiden bleibt nicht unentdeckt, und wieder benutzen sie die Regenbogenblumen auf dem Planeten der EWIGEN, die während des Transportes von einem Raumer zerstört werden.
Unterdessen verschafft sich eine Unbekannte Zutritt zu Will Shackletons Büro, dem Sicherheitsberater von Tendyke Industries. Sie schreckt nicht davor zurück, die Sekretärin zu töten. Aus seinen Unterlagen erfährt sie, wo Stefan Kreis vor den EWIGEN versteckt wird, und begibt sich dorthin.
Auf dem Weg zu dem jungen Deutschen ist jedoch auch Taran, jenes magische Wesen, das einst MERLINS STERN entsprang.
In Kreis’ Versteck kommt es zu einer Konfrontation, bei der Taran es vorzieht, zu verschwinden, da es sich bei der anderen um Shirona handelt, die einst dem 6. Amulett entsprang.
Sie kidnappt Kreis und teleportiert mit ihm nach Australien. In einem günstigen Moment kann dieser aber flüchten - und läuft geradewegs Shado in die Arme, jenem Aboriginal, mit dem die Zamorra-Crew schon mehrmals zu tun hatte.
Tarans erster Auftritt im Chateau Montagne läßt ihn auch hier gleich wieder flüchten, da er als erstes dem Drachen Fooly über die Füße läuft. Beim zweiten Versuch nähert er sich dem Chateau von außen. Auf dem Weg dorthin kommt er an einer Stelle vorbei, die etwas von Merlins Magie zu besitzen scheint. Er kann den Sinn und Zweck und auch den genauen Ursprung aber nicht feststellen und geht weiter.
Im Chateau zieht sich derweil Eva die ungeliebte Fantasy-Kleidung an, mit der sie einst vor dem Chateau aus dem Nichts auftauchte, ohne jegliche Erinnerung. Sie hört ein letztes Mal „Stimmen im Wind“ von Juliane Werding, verläßt die Burg, begibt sich zu der von Taran gespürten Stelle und - verschwindet...
Taran klärt derweil die Anwesenden darüber auf, daß Shirona Stefan Kreis entführt hat. Aber auch Nicoles und Zamorras Verschwinden wurde bemerkt. Da die Regenbogenblumen bei anderen funktionieren, vermutet man auch hier Shirona als Drahtzieherin.
Derweil hat Stygia registriert, daß eine ihrer Fallen zugeschnappt ist. Sofort macht sie sich auf den Weg und findet Zamorra und Nicole darin.
Irgendwie hat es sie vom Heimatplaneten der EWIGEN - durch Zufall, einen unbekannten Strippenzieher im Hintergrund oder die brennenden Regenbogenblumen - auf eine unbekannte Welt verschlagen. In dieser kam innerhalb kürzester Zeit eine magische Feuerwalze auf sie zugerast und setzte ihre Seelen in Flammen!
Mächtig stolz präsentiert Stygia sich ihnen, verschwindet aber schon bald, um über ihren Fang zu berichten und den Machtanspruch auf den Höllenthron zu festigen.
Derweil nehmen Nicole und Zamorra, zu Untätigkeit verdammt, eine weitere Person in ihrer Nähe wahr. Jenen Lockvogel, den Stygia schon vor langer, langer Zeit gefangen haben mußte und der kaum noch als Don Christofero Fuego del Zamora y Montego zu erkennen ist...

Genial.
Einfach gigantisch.
Auf der einen Seite der Handlungsstrang um die Entdeckung des neuen ERHABENEN; am ehesten mit dem Attribut „Thriller“ zu belegen und extrem rasant geschrieben.
Der Einbau von Taran und Shirona war hierbei ein mehr als gekonnter Schachzug - gerade Tarans Verhalten macht ihn extrem menschlich. Der erste, natürliche Drang ist es immer, sein Leben zu retten. Unter allen Umständen.
Zamorras Trip mit Nicole, zunächst zum Heimatplaneten der EWIGEN, ist ein kurzer Ausflug in die Science Fiction, der auf die Invasion der hinter dem Mond wartenden Streitmacht gen Terra einem das Wasser im Munde zusammenlaufen läßt.
Die weitere Flucht der beiden, geradewegs in die Falle Stygias, und das Zusammentreffen mit Don Christofero ist Horror pur.
Bleibt noch „Evas“ Rückkehr(?). Zur Figur von Eva will ich mich gar nicht mehr äußern, darüber habe ich mir schon weiß Gott lange genug den Kopf zerbrochen.
Gespannt bin ich auf die Auflösung, wer der ERHABENE ist.
Wie wäre es mit Ted Ewigk...?
Es ist sehr weit hergeholt, aber entweder kann er aus der Überzeugung, daß diese Rasse unter Kontrolle gehalten werden muß, der neue ERHABENE sein - oder er wird es noch; Andeutungen von Werner K. Giesa, er hätte mit Teds Freundin Carlotta noch etwas vor, lassen befürchten, daß sie aus der Serie ausscheidet. Und könnte es dann nicht sein, daß Ted Ewigk einfach überschnappt? Eine Lebensgefährtin hat er schon verloren, und er hat einst eine schwere Niederlage hinnehmen müssen...

15 Punkte

Weiße Frau im Nebel
Sehnsucht im Gesicht
Spürt, wie aus der Tiefe
Jemand zu ihr spricht
Und sie fühlt die Worte
Sanft wie eine Hand
Die die Seele streichelt
Fremd und doch verwandt
Und die Stimme sagt ganz leis’ zu ihr
Ich kenne Deine Wünsche, komm’ mit mir

Und sie steht unten am Fluß,
dort ist das Licht der Stadt nicht mehr zu seh’n,
und der Himmel ist wunderschön
- Zeit nach Avalon zu geh’n.
Und sie steigt in das Boot,
kann schon das Licht am and’ren Ufer seh’n
Und der Himmel ist wunderschön.
Zeit nach Avalon zu gehn’.

Auszug aus „Avalon“, Juliane Werding, 1991,
Text & Musik: Andreas Bärtels & Juliane Werding.

Guido Latz

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