Zum
Inhalt:
Auf der Erde erfreut sich die Führungsspitze der zerschlagenen
HTO keiner guten Umstände. Während Peer Orrell und
Jörn Callaghan weiterhin im Gewahrsam der Space Police auf dem
Mond eingekerkert sind, wurden auch Arn und Junici Borul sowie Vivien
Raid gefangengenommen - jedoch von der Gaia-Front unter der
Führung des virtuellen Adamson, die sich fanatisch gegen den
Aufbruch in den Weltraum und natürlich gegen die Moraner
stellen. Ihnen droht nun ein Verfahren, das nicht anders
als mit ihrem Tod enden kann.
Im Katai-Sektor versucht inzwischen die Besatzung der PROMET IV, die
AVATARA weiterhin von ihrem Plan abzubringen, einen Krieg mit der
Erde anzuzetteln. Shalyn Shan hat es immerhin geschafft, daß
ein Friedensbotschafter der AVATARA zur Erde geschickt werden soll -
somit scheint ein Abwenden des Krieges noch in greifbare Nähe
gerückt zu sein. Trotzdem versucht man weiterhin,
Verbündete unter den Völkern der AVATARA zu finden, und
kann den Alatiden Mylyk dazu überreden, dem
Mega-Match zu neuer Spannung zu verhelfen, indem dieser
einen Verräter spielt. Der Alatide ist von diesem Plan
begeistert und bringt Shalyn, Cy und Klakkarak auf den Planeten
Shari, die Heimatwelt der Shariik, einem der verborgenen Häuser
der AVATARA, die vor mehr als 1.000 Jahren verbannt wurden. Hier
hofft man weitere Verbündete gegen die Völker der AVATARA
zu finden.
Mit diesem Band der neuen Abenteuer der Promet gelingt es den Autoren
wieder einmal mühelos, das kleine Tief, das im vorigen Band zur
Mitte des Zyklus herrschte, zu überwinden und an die gewohnte
Qualität anzuknüpfen. Vor allem die Handlungsebene auf der
Erde gewinnt hier deutlich an Dramatik und Spannung, so daß man
froh sein kann, daß der nächste Band der Reihe gleich
miterschienen ist. (Danach dauert es dann allerdings noch ein halbes
Jahr, bis dieser Zyklus mit den nächsten beiden Bänden
abgeschlossen sein wird.)
Aber auch die AVATARA-Ebene kann durchaus überzeugen. Die
Geschehnisse auf Shari geben einen tieferen Einblick in den inneren
Aufbau der AVATARA, als dies im gesamten letzten Band geschehen war,
der immerhin alle anderen offenen Häuser vorgestellt hat, die
der Leser noch nicht kannte. Dies liegt vor allem daran, daß
diese Einblicke hier wesentlich interessanter und spannender verpackt
sind, als es im letzten Band der Fall war.
Bei all der positiven Handlung fällt dann weniger ins Gewicht,
daß der Korrekturleser an manchen Stellen schlicht und einfach
geschlafen zu haben scheint. Nicht nur, daß teilweise recht
seltsame Formulierungen im Text erscheinen (z.B. Ich sagte
schon, daß das die Gaia-Front gewarnt wurde., S. 11), da
findet sich dann auch z.B. ein T.H. Yoghan - T.
für Theodor, A. für Antonius oder eine Mater
Oin Shardook, die eigentlich Unuon Shardook
heißt. Daß es sich hierbei um eine schlichte
Namensverwechslung handelt, wird erst ein paar Seiten später
klar, wenn wir auf eine Mater Oin Sharveed
stoßen... Es mutet ebenfalls seltsam an, wenn es auf S. 111
heißt: ...in denen sich Imbißstuben und
Holo-Etablissements bemühten, die an die hohen Beamten und
Techniker ausgezahlten Gehälter wieder der Konzernleitung
zuzuführen. Das liest sich dann so, als ob in der
Promet-Zukunft die Gehälter der Beamten von den Konzernen
bezahlt würden - und das habe ich bisher noch nicht bemerken
können.
Nun gut, all dies ist Beiwerk, das man aber hätte vermeiden
können und das schon einen etwas schlampigen Eindruck beim Leser
hinterläßt, der sich jedoch nicht in der Bewertung
niederschlägt.
Insgesamt bleibt wieder ein solider, gut zu lesender und spannender
Roman dieser Reihe, die immer wieder beweist, daß es neben PR
auch andere gute Serien-SF aus deutschen Landen gibt. Man muß
sich halt nur trauen, sie auch zu veröffentlichen.
Fazit:
Solide, interessant und spannend präsentiert sich dem Leser der
sechste Band dieser Reihe. Die neuen Abenteuer der Promet beweisen
auch hier wieder, daß sie eigentlich eine viel
größere Leserschaft verdient hätten.
13 Punkte.