David Gemmell:

„Die Augen von Alchazzar“

(Die Drenai-Saga - Band 7)
OT: The Legend of Deathwalker
Ü: Irmhild Seeland
1996
(478 Seiten, Hardcover im Taschenbuchformat, Bastei Lübbe 28314, ISBN 3-404-28314-7, DM 22,90)
- erschienen: April 1999 -

Die Drenai-Mannschaft ist unterwegs nach Gulgothir, um dort an den Freundschaftsspielen, einer Art Olympiade, teilzunehmen. Auch Druss, die Legende, begleitet die Mannschaft. Dummerweise bricht er jedoch bei einem Trainingskampf dem Champion im Faustkampf den Kiefer und übernimmt dessen Stelle. Druss schafft es bis ins Finale, wo er Klay, dem Champion der Gothir, gegenüberstehen wird. Allerdings gibt es eine Prophezeiung des verrückten Kaisers der Gothir, daß Klay die Spiele gewinnen wird. Zuerst versuchen die Gothir es mit Bestechungen und Drohungen, doch Druss geht darauf nicht ein.
Inzwischen hat sich Druss mit Klay angefreundet, der ihn bittet, im Kampf sein Bestes zu geben. Als Druss von Attentätern angegriffen wird, eilt ihm Klay zur Hilfe und wird an dessen Stelle schwer verwundet. Druss, der inzwischen von den legendären Augen von Alchazzar gehört hat, beschließt, diese zu suchen, denn diese magischen Artefakte können selbst schwerste Verwundungen heilen. Doch diese befinden sich mitten im Lande der Nadir, einem Volk, das nur für den Kampf lebt. Nur begleitet von Sieben, dem Dichter, macht sich Druss auf den Weg.
Er ahnt allerdings nicht, daß eine 2000 Mann starke Armee der Gothir sich ebenfalls auf dem Weg zu den Augen von Alchazzar befindet, denn die Gothir hätten diese genauso gern in ihrem Besitz...

Dies ist natürlich noch längst nicht alles, denn hauptsächlich geht es bei dieser Story nicht um die Augen von Alchazzar, die mehr oder weniger (eher mehr) nur schmückendes Beiwerk sind. Hauptsächlich geht es um die Legende des Einigers, eines Mannes, der einmal die Stämme der Nadir, die ständig im Kampf miteinander liegen, einigen soll. Dieser Band nun erzählt die Geschichte, wie diese Legende zum Leben erwacht, wobei die Augen von Alchazzar allerdings eine große Rolle spielen. Ebenso aber auch Druss, der von den Nadir folglich nur noch Todesgänger genannt wird (siehe auch den Originaltitel).
David Gemmell schafft es hier, gleich mehrere Legenden der Nadir zu einem großen Netz zu verweben, das ebenfalls stark mit Druss’ Leben verknüpft ist. Dies tut er allerdings in einer Weise, die dem Leser - auch wenn er den Hintergrund nicht kennt - kaum Probleme bereitet, der Story zu folgen. Seine Charaktere sind lebendig geschildert und die Beschreibungen relativ gut gelungen; nur die Kampfszenen fallen doch stark ab.
Rundum ein gelungener Band der Drenai-Saga, der sich aus dem gesamten Zyklus heraushebt. Schade nur, daß Bastei hier beim Druck geschlampt hat. Mehrmals finden sich im Buch weiße Stellen, wo Wörter nicht vollständig gedruckt wurden, an zwei Stellen sind sogar Wörter fast völlig unkenntlich. Zu diesem Preis sollte man da doch Besseres erwarten können...

Fazit:
Besser als die meisten Bände des Zyklus, jedoch wurde beim Druck geschlampt. Deshalb auch eine Unterteilung der Wertung: Ausführung: 1 Punkt (wegen des Drucks, und weil das Coverbild absolut nicht zum Roman paßt); Inhalt: 11 Punkte. Summa summarum also 10 Punkte.

Ritchie Eberle


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