Konrad Schaef:

„Cy“

(Raumschiff Promet - Sternenabenteuer - Band 2)
D 1999
(171 Seiten, Paperback, Blitz-Verlag, ISBN 3-932171-31-4), DM 19,80)
- erschienen: April 1999 -

Zum Inhalt:
Nachdem die HTO mit den technischen Errungenschaften der Moraner die Menschheit in einen „Techno-Schock“ versetzt hat, wirken die Menschen zerrissen zwischen den neuen Möglichkeiten und der Rückbesinnung auf die alten Werte.
In dieser Umgebung lebt Zac Kort in Mega-Tokio. Dem technikbegeisterten Jungen ist ein geheimer Datenträger in die Hände gefallen, und bei seinem Versuch, die Daten zu entschlüsseln, zieht er die Aufmerksamkeit der Gaia-Front auf sich, die sich schnell daran macht, den Störenfried kaltzustellen. Aus dem Jungen Zac wird nach Jahren des kryonischen Tiefschlafs und Forschungsarbeit Cyberjohn Five, das einzige gelungene Experiment der Cyberjohn-Reihe, mit der die Gaia-Front sich eine auf Gehorsam programmierte Killer-Elite verschaffen will. Und Cyberjohn Five wird in den Einsatz geschickt, wobei sich schnell herausstellt, daß die Löschung seines Gedächtnisses wohl doch nicht so vollkommen war, wie man in den Forschungslabors der Gaia-Front angenommen hatte.

Konrad Schaef erzählt in diesem Sternenabenteuer die Geschichte Cyberjohn Fives, der den Lesern der „Neuen Abenteuer“ als Cy bekannt ist und der dort zur Besatzung der Promet IV gehört.
Schaef vermittelt dem Leser in diesem Roman weitergehende Einblicke nicht nur in die Person des Cyborgs, sondern auch in die Gesellschaft des Promet-Universums, die durchaus als gelungen zu bezeichnen sind. Er schließt Lücken und beantwortet Fragen, die die neuen Abenteuer aufgeworfen, aber bisher offengelassen haben.
Dabei geht Schaef behutsam mit seinen Handlungsträgern um; er entwickelt seine Geschichte geradlinig und immer wieder zurückgreifend auf die gesellschaftliche Entwicklung. Dabei wirft er auch einen Blick auf die Anfänge der Gaia-Front, deren Führer, der virtuelle Adamson, in den aktuellen Bänden der neuen Abenteuer gerade als entlaufene KI eines abtrünnigen und zur Konkurrenz übergelaufenen moranischen Wissenschaftlers entlarvt wird.
Aber nicht nur in Hinblick auf die Ergänzung der laufenden Handlung der neuen Serie ist dieser Roman gelungen. Die Geschichte, die Schaef erzählt, entwickelt sich zu einer interessanten und spannenden Reise durch die Erde im Promet-Universum, enthält Thriller- und Krimi-Ansätze und vermag den Leser zu fesseln.
Nach dem enttäuschenden ersten Band der Reihe (der mit dem Promet-Universum nun gar nichts zu tun hatte) vermag „Cy“ den Leser problemlos wieder zu beschwichtigen und läßt ihn darauf hoffen, daß es in dieser Qualität weitergeht. Denn dann können die Sternenabenteuer durchaus für Promet das werden, was die Taschenbücher für die PR-Serie darstellten: Eine Möglichkeit zur Erweiterung und Vertiefung von Themen, die in der Hauptserie nicht genügend Beachtung fanden. Haupt-Hinderungsgrund dafür dürfte jedoch immer noch die Erscheinungsweise nicht nur der Sternenabenteuer, sondern auch der neuen Abenteuer sein, die einfach in viel zu großen Abständen auf den Markt kommen. Wünschenswert wäre hier ein monatlichen Erscheinen der neuen Abenteuer, begleitet von einem Sternenabenteuer alle zwei Monate. Allerdings ist der Rezensent realistisch und weiß recht gut, daß dies einfach nicht machbar ist. Noch handelt es sich um einen Traum, aber wer weiß... vielleicht kommen ja doch einmal genug Leser zusammen, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen?

Fazit:
Schaef gelingt es (natürlich) mühelos, den ersten Band der Reihe zu übertreffen. Seine Schilderungen der Vergangenheit Cyberjohn Fives bieten dem Leser nicht nur einen schönen Einblick in die Struktur der Erde im Promet-Universum, sondern vermögen stellenweise fast Thriller-Qualitäten zu erhalten. So hat man die Sternenabenteuer gerne.
12 Punkte.

Winfried Brand

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