Zum
Inhalt:
Nachdem die HTO mit den technischen Errungenschaften der Moraner die
Menschheit in einen Techno-Schock versetzt hat, wirken
die Menschen zerrissen zwischen den neuen Möglichkeiten und der
Rückbesinnung auf die alten Werte.
In dieser Umgebung lebt Zac Kort in Mega-Tokio. Dem
technikbegeisterten Jungen ist ein geheimer Datenträger in die
Hände gefallen, und bei seinem Versuch, die Daten zu
entschlüsseln, zieht er die Aufmerksamkeit der Gaia-Front auf
sich, die sich schnell daran macht, den Störenfried
kaltzustellen. Aus dem Jungen Zac wird nach Jahren des kryonischen
Tiefschlafs und Forschungsarbeit Cyberjohn Five, das einzige
gelungene Experiment der Cyberjohn-Reihe, mit der die Gaia-Front sich
eine auf Gehorsam programmierte Killer-Elite verschaffen will. Und
Cyberjohn Five wird in den Einsatz geschickt, wobei sich schnell
herausstellt, daß die Löschung seines Gedächtnisses
wohl doch nicht so vollkommen war, wie man in den Forschungslabors
der Gaia-Front angenommen hatte.
Konrad Schaef erzählt in diesem Sternenabenteuer die Geschichte
Cyberjohn Fives, der den Lesern der Neuen Abenteuer als
Cy bekannt ist und der dort zur Besatzung der Promet IV
gehört.
Schaef vermittelt dem Leser in diesem Roman weitergehende Einblicke
nicht nur in die Person des Cyborgs, sondern auch in die Gesellschaft
des Promet-Universums, die durchaus als gelungen zu bezeichnen sind.
Er schließt Lücken und beantwortet Fragen, die die neuen
Abenteuer aufgeworfen, aber bisher offengelassen haben.
Dabei geht Schaef behutsam mit seinen Handlungsträgern um; er
entwickelt seine Geschichte geradlinig und immer wieder
zurückgreifend auf die gesellschaftliche Entwicklung. Dabei
wirft er auch einen Blick auf die Anfänge der Gaia-Front, deren
Führer, der virtuelle Adamson, in den aktuellen Bänden der
neuen Abenteuer gerade als entlaufene KI eines abtrünnigen und
zur Konkurrenz übergelaufenen moranischen Wissenschaftlers
entlarvt wird.
Aber nicht nur in Hinblick auf die Ergänzung der laufenden
Handlung der neuen Serie ist dieser Roman gelungen. Die Geschichte,
die Schaef erzählt, entwickelt sich zu einer interessanten und
spannenden Reise durch die Erde im Promet-Universum, enthält
Thriller- und Krimi-Ansätze und vermag den Leser zu fesseln.
Nach dem enttäuschenden ersten Band der Reihe (der mit dem
Promet-Universum nun gar nichts zu tun hatte) vermag Cy
den Leser problemlos wieder zu beschwichtigen und läßt ihn
darauf hoffen, daß es in dieser Qualität weitergeht. Denn
dann können die Sternenabenteuer durchaus für Promet das
werden, was die Taschenbücher für die PR-Serie darstellten:
Eine Möglichkeit zur Erweiterung und Vertiefung von Themen, die
in der Hauptserie nicht genügend Beachtung fanden.
Haupt-Hinderungsgrund dafür dürfte jedoch immer noch die
Erscheinungsweise nicht nur der Sternenabenteuer, sondern auch der
neuen Abenteuer sein, die einfach in viel zu großen
Abständen auf den Markt kommen. Wünschenswert wäre
hier ein monatlichen Erscheinen der neuen Abenteuer, begleitet von
einem Sternenabenteuer alle zwei Monate. Allerdings ist der Rezensent
realistisch und weiß recht gut, daß dies einfach nicht
machbar ist. Noch handelt es sich um einen Traum, aber wer
weiß... vielleicht kommen ja doch einmal genug Leser zusammen,
um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen?
Fazit:
Schaef gelingt es (natürlich) mühelos, den ersten Band der
Reihe zu übertreffen. Seine Schilderungen der Vergangenheit
Cyberjohn Fives bieten dem Leser nicht nur einen schönen
Einblick in die Struktur der Erde im Promet-Universum, sondern
vermögen stellenweise fast Thriller-Qualitäten zu erhalten.
So hat man die Sternenabenteuer gerne.
12 Punkte.