Rechtzeitig
zum Start des neuen Star Wars-Films besinnt sich der Dino-Verlag und
beschert der deutschen Fangemeinde eine Comicreihe zum Thema. In
mancher Hinsicht kann man sich da sicherlich nicht des Eindrucks
erwehren, daß man hier auf einer Welle schwimmt und den Hype
auch für die positive Entwicklung im eigenen Geldbeutel
ausnutzen will. Aber wollen wir mal sehen.
In Band 1 der Comic-Serie werden dem Leser zwei Originalcomics
präsentiert, die jeweils den Anfang zu einer Mini-Serie
darstellen. Zum einen ist dies die 4bändige Serie Vaders
Rache, zum anderen die 6bändige Serie Zeichen der
Rebellion.
Vaders Rache führt den Leser in die Zeit zwischen
Teil 4 und 5 der Filme. Kurz nach der Vernichtung des Todessterns
will Darth Vader herausbekommen, wer für diese Niederlage
verantwortlich ist. Als er von einem gefangenen Rebellen den Namen
Skywalker vernimmt, macht er erst einmal kurzen Prozeß mit den
Verrätern des Planeten, die den Rebellen an ihn übergeben
haben.
Auf der anderen Seite macht sich einer der Rebellen unbeliebt, der es
nicht mehr ertragen kann, daß der junge Skywalker als der beste
Pilot aller Zeiten gilt - ein Titel, den er selber für sich
beansprucht.
Die zweite Geschichte spielt rund ein Jahr vor der aktuellen
Episode one, kann den Fan also also allein schon mit
ihrer Handlungszeit an die Kioske locken.
Die Geschichte selbst spielt auf der Welt Cerea, einem paradiesischen
Planeten, auf dem die Technik der Republik nur in stark
eingeschränkten Wohntürmen, den Outsider-Zitadellen,
erlaubt ist. Die Republik jedoch sähe Cerea mit seinen
Rohstoffen lieber angegliedert, und so schickt man einen Botschafter,
der die Verhandlungen führen soll. Während seine Argumente
bei den Älteren auf Ablehnung stoßen, fallen sie bei den
Jüngeren auf fruchtbaren Boden. Auch der Jedi-Ritter
Ki-Adi-Mundi kann den Konflikt nicht verhindern, den Graben zwischen
den Generationen nicht zuschütten. Zumal er persönlich
betroffen ist, denn seine Tochter Sylvn schlägt sich auf die
Seite der Aufrührer.
Beiden Comics ist gemein, daß man über ihre Story nicht
besonders viel aussagen kann, liegt doch noch zu wenig der
Gesamthandlung vor. Zum jetzigen Zeitpunkt wirken sie beide zwar ganz
nett, jedoch ohne besondere Höhepunkte, und sie bleiben
durchgehend ein wenig flach. Zwar sollte man bei Star Wars nun
wirklich keine tiefschürfende Handlung erwarten - hierfür
standen schon die Filme zu keiner Zeit - doch bleibt bei diesen
Comics auch der Spaß an der Sache auf der Strecke. Zu
alltäglich sind die Zeichnungen, zu flach die Handlung, als
daß sie jemanden wirklich vom Hocker reißen könnte -
nett, ja, dieser Ausdruck dürfte für dieses
Heft am ehesten zutreffen, mehr jedoch auf keinen Fall.
So bleibt dann der Eindruck zurück, daß man mit dieser
Serie mal eben eine schnelle Mark verdienen will - gerade
rechtzeitig, da Star Wars einmal wieder in aller Munde ist...
Fazit:
Mal wieder ein Comic, der eher der kann-haben-Front
angehört, denn der muß-haben-Front. Nicht
wirklich schlecht, kann es jedoch nirgendwo richtig überzeugen
und wirkt insgesamt doch arg flach. Allerdings wird diese Rezension
wohl keinen Kaufwilligen davon abhalten, sich das Teil dennoch
zuzulegen - immerhin steht ja Star Wars auf dem Titel,
und das reicht für den Kauf allemal aus...
6 Punkte.