Star Wars #1

(60 Seiten, Comic-Heft, Dino-Verlag, DM 5,90)
Erscheinungsweis: monatlich
- Band 1 erschienen: Mai 1999 -

1) „Vaders Rache #1“
OT: Vaders Quest 1 (of 4)
Autor: Darko Macan
Zeichner: Dave Gibbons
Ü: Michael Nagula
Lettering: Hardy Hellstern
USA 1999

2) „Zeichen der Rebellion #1“
OT: Prelude of Rebellion 1 (of 6)
Autor: Jan Strnad
Zeichner: Anthony Winn
Tusche: Robert Jones
Ü: Michael Nagula
Lettering: Hardy Hellstern
USA 1998

Rechtzeitig zum Start des neuen Star Wars-Films besinnt sich der Dino-Verlag und beschert der deutschen Fangemeinde eine Comicreihe zum Thema. In mancher Hinsicht kann man sich da sicherlich nicht des Eindrucks erwehren, daß man hier auf einer Welle schwimmt und den Hype auch für die positive Entwicklung im eigenen Geldbeutel ausnutzen will. Aber wollen wir mal sehen.
In Band 1 der Comic-Serie werden dem Leser zwei Originalcomics präsentiert, die jeweils den Anfang zu einer Mini-Serie darstellen. Zum einen ist dies die 4bändige Serie „Vaders Rache“, zum anderen die 6bändige Serie „Zeichen der Rebellion“.

„Vaders Rache“ führt den Leser in die Zeit zwischen Teil 4 und 5 der Filme. Kurz nach der Vernichtung des Todessterns will Darth Vader herausbekommen, wer für diese Niederlage verantwortlich ist. Als er von einem gefangenen Rebellen den Namen Skywalker vernimmt, macht er erst einmal kurzen Prozeß mit den Verrätern des Planeten, die den Rebellen an ihn übergeben haben.
Auf der anderen Seite macht sich einer der Rebellen unbeliebt, der es nicht mehr ertragen kann, daß der junge Skywalker als der beste Pilot aller Zeiten gilt - ein Titel, den er selber für sich beansprucht.

Die zweite Geschichte spielt rund ein Jahr vor der aktuellen „Episode one“, kann den Fan also also allein schon mit ihrer Handlungszeit an die Kioske locken.
Die Geschichte selbst spielt auf der Welt Cerea, einem paradiesischen Planeten, auf dem die Technik der Republik nur in stark eingeschränkten Wohntürmen, den Outsider-Zitadellen, erlaubt ist. Die Republik jedoch sähe Cerea mit seinen Rohstoffen lieber angegliedert, und so schickt man einen Botschafter, der die Verhandlungen führen soll. Während seine Argumente bei den Älteren auf Ablehnung stoßen, fallen sie bei den Jüngeren auf fruchtbaren Boden. Auch der Jedi-Ritter Ki-Adi-Mundi kann den Konflikt nicht verhindern, den Graben zwischen den Generationen nicht zuschütten. Zumal er persönlich betroffen ist, denn seine Tochter Sylvn schlägt sich auf die Seite der Aufrührer.

Beiden Comics ist gemein, daß man über ihre Story nicht besonders viel aussagen kann, liegt doch noch zu wenig der Gesamthandlung vor. Zum jetzigen Zeitpunkt wirken sie beide zwar ganz nett, jedoch ohne besondere Höhepunkte, und sie bleiben durchgehend ein wenig flach. Zwar sollte man bei Star Wars nun wirklich keine tiefschürfende Handlung erwarten - hierfür standen schon die Filme zu keiner Zeit - doch bleibt bei diesen Comics auch der Spaß an der Sache auf der Strecke. Zu alltäglich sind die Zeichnungen, zu flach die Handlung, als daß sie jemanden wirklich vom Hocker reißen könnte - „nett“, ja, dieser Ausdruck dürfte für dieses Heft am ehesten zutreffen, mehr jedoch auf keinen Fall.
So bleibt dann der Eindruck zurück, daß man mit dieser Serie mal eben eine schnelle Mark verdienen will - gerade rechtzeitig, da Star Wars einmal wieder in aller Munde ist...

Fazit:
Mal wieder ein Comic, der eher der „kann-haben-Front“ angehört, denn der „muß-haben-Front“. Nicht wirklich schlecht, kann es jedoch nirgendwo richtig überzeugen und wirkt insgesamt doch arg flach. Allerdings wird diese Rezension wohl keinen Kaufwilligen davon abhalten, sich das Teil dennoch zuzulegen - immerhin steht ja „Star Wars“ auf dem Titel, und das reicht für den Kauf allemal aus...
6 Punkte.

Winfried Brand

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