Letzte Neuigkeiten: Infos zum VAMPIRA-Comic!
(zur
umfangreichen Vorgeschichte: siehe VAMPIRA-Heftromane und
Taschenhefte)
Rom, Anfang Februar 2001.
Die Fatima-Prophezeiungen haben sich erfüllt, und im Zuge dieser
Ereignisse ist der Papst von der Vampirin Irina ermordet worden. Um
einen Nachfolger zu bestimmen, treffen sich nun die Kardinäle im
zerstörten Vatikan. Sie werden jedoch von einer schönen
Unbekannten gestört, welche die wackeren Kirchenmänner
massakriert und anschließend zu neuem Leben erweckt. Es handelt
sich natürlich um Rahel, in der man mit einiger Berechtigung den
langersehnten Messias der Vampire sehen darf und die nun ganz eigene
Pläne mit den ihr jetzt hörigen Kardinälen hegt.
In Sydney hat der Pathologe Darren Secada ganz andere Probleme. Er
wird wiederholt von rasenden Kopfschmerzen geplagt, die
verstärkt dann auftreten, wenn er mit dem Namen Lilith Eden
konfrontiert wird. Der Hypnoseblock, mit dem ihn die Halbvampirin in
den Höhlen von Ayers Rock versehen hat, beginnt ihn zusehends in
den Wahnsinn zu treiben. Als er eines Abends einen Anruf von seinem
Freund und Kollegen Jimmy Potts erhält, erfährt er
überdies Beunruhigendes. Über Australien ist eine
Veränderung im Strahlungsspektrum aufgetreten, die zur Folge
hat, daß dem Kontinent langsam aber sicher das Licht entzogen
wird - genauer gesagt: es wird immer dunkler am Himmel. Lilith Eden
jedoch bekommt von all diesen Dingen noch nichts mit. Sie ist immer
noch in Ayers Rock gefangen, wo ihr der ehemalige Kelchhüter
Landru jene toten Kinder zuführt, die sie für Rahel zu
neuem vampirischen Leben erwecken soll. Erst nachdem Monate vergangen
sind, ist die Zahl von 100 Kindern erreicht, und gemäß
ihrer Abmachung wird Lilith nun entlassen. Sie macht sich auf den Weg
nach Sydney, aber noch ahnt sie nichts von den gewichtigen Dingen,
die sich während ihrer Gefangenschaft zugetragen haben...
Wie weiter oben erwähnt, handelt es sich hier um die
langersehnte Fortsetzung der Vampira-Serie von Bastei im Hardcover.
Nach der abrupten Einstellung und der Ankündigung des
Zaubermond-Verlages, die Fortführung zu übernehmen, war die
Vorfreude auf ein neues Abenteuer unserer Lieblingsvampirin
natürlich umso größer. Nun liegt das erste Buch also
vor, und trotz des neuen Formates, des etwas holprigen neuen
Seriennamens und des dicken fetten Schreibfehlers im Romantitel
(korrekt muß es natürlich KINDER DES MILLENNIUMS
heißen) (* Das wäre dann aber kein Schreib-, sondern
ein Grammatikfehler. Na, immerhin ist seit den ersten
Ankündigungen noch ein "n" hinzugekommen - ähm, warum kommt
mir bei diesem Buchstaben eigentlich immer das Wort "Schmidteinander"
in den Sinn?!? ;-))) Winy) kann man getrost festhalten: Wer
Vampira mochte, wird dieses Buch lieben. Es gibt eine spannende
Story, die nahtlos an die bisherigen Bände anschließt, ein
Wiedersehen mit zahlreichen alten Bekannten und sogar einen
langersehnten Gaststar. Was will man mehr?!
Nachdem ich in Band 60 der Taschenhefte noch etwas enttäuscht
war, daß mit Eintreffen sämtlicher Fatima-Prophezeiungen
lediglich die Etablierung eines neuen Vampir-Geschlechtes in die Wege
geleitet werden sollte, bietet sich hier nun ein neues Bild. Damals
erwartete ich etwas sehr düsteres und apokalyptisches als
Endresultat. Nach Abschluß meiner Lektüre bleibt jedoch
festzuhalten, daß genau dies auch eingetreten ist. Die von
Lilith wiedererweckten Kinder sind alles andere als normale Vampire,
und auch die Pläne, welche Rahel mit ihnen hegt, lassen nichts
Gutes erwarten. Insbesondere das Finale des Buches (wo es nochmal
ganz dicke kommt) läßt auch den Altleser mit offenem Mund
zurück und ist in seiner Rasanz fast schon einen Extra-Punkt
wert. Den geheimnisvollen Schwund von Licht über Australien
sowie weitere Details, die ich in der obigen Zusammenfassung nicht
angerissen habe, eingerechnet, kann man durchaus sagen, daß es
für Lilith noch nie so hoffnungslos ausgesehen hat. Okay,
natürlich lebt eine Spannungs-Serie davon, daß der
behandelte Konflikt möglichst knifflig ist, aber letztendlich
hatte die Heldin sogar beim Kampf gegen Luzifer höchstselbst
bessere Karten. Ich bin jetzt schon neugierig, wie die Autoren
diesmal die Kurve kriegen.
Ein Punkt, der den Altleser zum Grübeln bringt, ist neben der
Aussichtslosigkeit der Situation der Umstand, daß es hier
Lilith tatsächlich gelingt, sich gänzlich (erstmals? Ich
habs gerade nicht im Kopf, glaube aber schon, daß es hier das
erste Mal ist) von ihrem Symbionten zu lösen. Zwar geschieht
dies hier in der Absicht, jemandem zu helfen, aber wenn man sich
daran erinnert, wie oft Lilith in den vergangenen Jahren versucht
hat, das Ding loszuwerden, mutet dies etwas seltsam an und erinnert
im Rahmen der dargestellten Situation an eine Hau-Ruck-Lösung.
Ich hoffe, einer meiner Mit-Rezensenten bringt später das sehr
anschauliche Zellaktivator-Beispiel.
Soviel zur Handlung. Stilistisch hat sich trotz der Abwanderung ins
richtige Buch nichts verändert. Die beiden Autoren
bleiben durchaus dem Taschenheft verhaftet. Das ist nicht einmal
besonders negativ gemeint, immerhin mochte ich die Serie damals sehr
gerne. Allerdings hatte ich beim Lesen zu keiner Zeit das
Gefühl, einen durchgehenden Roman vor mir zu haben, sondern
vielmehr mehrere aneinandergereihte Taschenhefte. Die Art, in der die
Spannungshöhepunkte gesetzt werden und Erzählebenen
wechseln, bestätigen diesen Eindruck nur. Eine Verzettelung in
Nebenhandlungen, wie man sie manchmal bei schwächeren Episoden
finden konnte, findet hier allerdings nicht statt. Trotz zahlreicher
Ebenen liest sich das Geschehen ungemein rasant. Von einem
geschlossenen Buch ist Kinder des Millennium jedoch noch
weit entfernt.
So, nachdem ich nun den eigentlichen Roman gelobt habe, wird es
langsam Zeit, daß ich den Knüppel aus dem Sack hole. Das
Buch kommt wie die Dämonenkiller-Bücher (in zaubermondisch:
Edition DK) sehr hübsch daher. Das Cover mit der nackerten Fee
ist ansprechend und abgesehen von dem fetten Schreibfehler schön
anzuschauen.
Die Art und Weise allerdings, wie hier dem ahnungslosen Neu-Leser
vorgegaukelt wird, er hielte tatsächlich den allerersten Band
einer neuen Serie in den Händen, kann man böswillig
durchaus als Bauernfängerei bezeichnen. Als Klappentext findet
der geneigte Leser als einzige Information über den Inhalt des
Buches den sechszeiligen (!) Text einer ominösen Prophezeiung
sowie ein falsch wiedergegebenes Flash-Zitat (welches sich auf
Vampira bezog und den Inhalt der Serie nun wunderlicherweise als Dark
Fantasy beschreibt - nunja, das ist wohl eine Definitionsfrage). Mich
würde dies - wären mir Vampira und die beiden Autoren kein
Begriff - beim besten Willen nicht zum Kauf animieren. Trotz des
zaubermond-typisch sehr schön gestalteten Äußeren
erwarte ich doch schon etwas mehr Informationen darüber,
wofür ich denn mein Geld hinblättere.
Etwas mehr Aufklärung erfährt man schließlich, wenn
man das Buch aus der Hülle gepellt hat und das Innere des
Schutzumschlages liest. Hier wird nämlich nach einem bis dahin
vermißten Handlungsanriß vollmundig zum Besten gegeben,
daß Das Volk der Nacht eine brandneue
Serie sei und Maßstäbe im Phantastik-Bereich setze. Okay,
letzteres will ich ja gar nicht mal abstreiten. Geflissentlich
verschwiegen wird auch hier allerdings, daß es sich bei
vorliegendem Buch um Episode Nr. 111 bis ca. 115 (wenn wir den Inhalt
mal auf Taschenhefte umrechnen) einer seit 1994 bestehenden Serie
handelt - mithin eine etwas absurde Definiton des Wortes
brandneu.
Nach dem Inhaltsverzeichnis beginnt dann der Roman, dem man seine
Serienzugehörigkeit naturgemäß sofort anmerkt. Eine
Einstiegshilfe oder ein aufklärendes Vorwort, wie es bei der
Komplexität von Vampira durchaus angebracht wäre, sucht man
- wer hätte es gedacht - vergebens.
Für Fans der Serie dürfte dies alles freilich herzhaft egal
sein, potentielle Neuleser werden jedoch verwirrt bis verärgert
sein, zumal natürlich auch nirgendwo erwähnt wird, wo man
denn nun mehr über die umfangreiche Vorgeschichte der
brandneuen Serie erfahren kann.
Festzuhalten bleibt: KINDER DES MILLENNIUM bietet von der Story her
eine sehr gute und spannende Fortführung der Vampira-Serie.
Stilistisch ist den Autoren der Wechsel ins Hardcover noch nicht ganz
gelungen, was der Unterhaltung jedoch keinen Abbruch tut.
Ärgerlich ist allein die Vermarktungsstrategie des Verlages und
die völlige Ignoranz etwaiger Neuleser, was auch die einzigen
Dinge sind, für die ich hier einen Punktabzug gebe. 13
Punkte.
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DAS VOLK DER NACHT 1 Vampira Buch 1 |
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Vor uns liegt jetzt endlich die Fortsetzung der
(Taschen-)Heftserie Vampira, die hiermit den
Sprung ins Hardcover geschafft hat. (Mal sehen, wann Bastei
das fehlende Glied der Kette, nämlich die
Taschenbuch-Veröffentlichung, mittels einer Neuauflage
der alten Serie schließt... <grins>) |