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Inhalt:
2015: Die Japaner sind die führende Kraft im Weltraum, und so
verwundert es nicht, daß sie die Station Nippon im Orbit haben.
Diese Station verfügt über riesige Sonnensegel, deren
aufgefangene Energie auf die Erde transferiert werden soll. Doch die
Versuche schlagen seit zwei Monaten fehl, und so kommt Leonard Carr
ins Spiel. Er ist zuständig für Maintenance and
Security, bekleidet im Normalfall also den Posten eines
Hausmeisters. Doch Moriyama vermutet hinter den
Fehlschlägen der letzten Zeit Sabotage, und so muß sich
Leonard nun auch mit dem Bereich Security
beschäftigen - etwas, das im Weltraum bisher noch nicht
notwendig war. Und es stellt sich sehr schnell heraus, daß
diese Aufgabe nicht gerade ungefährlich ist...
Daß Andreas Eschbachs Roman Solarstation den
SFCD-Literaturpreis 1996 gewonnen hat, wird niemanden verwundern, der
diesen SF-Thriller gelesen hat.
Eschbach versteht es gekonnt, seine Geschichte aufzubauen und
entwickelt dabei einen rasanten SF-Thriller aus deutschen Landen, der
seinesgleichen sucht. Schnell wird der Leser von der Spannung
gefangengenommen und fast schon genötigt, den Roman in einem Zug
zu verschlingen - eindeutig ein Buch, das man nur sehr, sehr ungern
vor dem Erreichen der letzten Seite aus der Hand legt.
Bei aller Action in der Handlung vergißt Eschbach jedoch auch
seine Charaktere nicht. Die Zeichnung der Protagonisten bleibt
für das Genre des Action-SF-Thrillers ungewöhnlich bunt und
vielseitig.
Wenn man auf dem Klappentext die Beschreibung: Eine Art Stirb
Langsam im Weltraum liest, so mag diese zwar durchaus ihre
Berechtigung haben, wird dem Buch aber auch in weiten Teilen nicht so
ganz gerecht. Sicherlich geht es hier um Action, Action und nochmal
Action, dabei verliert Eschbach aber auch die andere Seite der
Handlung niemals aus den Augen und mischt gleich noch eine
tüchtige Handvoll Politik, Umweltschutz, Wissenschaft und nicht
zuletzt auch Sex bei.
Mit der gleichen Berechtigung wie der Vergleich mit Stirb
Langsam läßt sich allerdings bei diesem Roman auch
behaupten, er habe kleinere Ähnlichkeiten mit Das Arche
Noah Prinzip. Diese jedoch weiter auszuführen, würde
dem Buch einiges von seinem Reiz nehmen, also lasse ich diese
Behauptung jetzt einfach einmal im Raum stehen. Wer das Buch gelsen
hat, wird schon wissen, was ich damit meine.
Bei all diesen (eigentlich unsinnigen) Vergleichen ist
Solarstation jedoch ein sehr eigenständiger Roman.
Andreas Eschbachs SF-Thriller zeigt wieder einmal deutlich, weshalb
der Autor zu den besten deutschsprachigen SF-Autoren der Gegenwart zu
rechnen ist. Kaum ein anderer Autor versteht es so gut wie er, seine
Leser an den Roman zu fesseln. Daß er damit die SF-Preise
gleich reihenweise absahnt (vor wenigen Wochen auf den SF-Tagen
NRW/Trinity 99 gab es für Jesus Video bereits
wieder einen wahren Preis-Regen), darf eigentlich niemanden mehr
verwundern. Man darf sicherlich schon auf den kommenden Roman
Kelwitts Stern gespannt sein, der im Herbst bei
Schneekluth erscheinen und sich mehr der humoristischen Seite der SF
zuwenden wird. Eschbachs Vielseitigkeit, die er bisher in seinem Werk
bewiesen hat, wird also auf eine neue Probe gestellt - eine Probe,
die er eigentlich nur bestehen kann.
Fazit:
Ein Hochspannungs-SF-Thriller aus deutschen Landen, den man so
schnell nicht vergißt. Unbedingte Empfehlung.
14 Punkte.
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Alle Eschbachs sind anders. Aber dieser Eschbach ist noch
anderer als die anderen. Klar, auch Jesus Video
und Die Haarteppichknüpfer sind völlig
verschiedene Welten und eigentlich kaum miteinander
vergleichbar. |