Die junge
Coco Zamis ist in den Augen ihrer Familie eine ziemlich
mißratene Hexe, da ihr die Grausamkeit ihrer dämonischen
Artgenossen fernliegt.
Zur Ausbildung wird sie deshalb mit ihrer bösen Schwester Vera
für mehrere Jahre auf das Schloß des Grafen Cyrano von
Behemoth geschickt. Hier geschieht es, daß sich Coco in Rupert
Schwinger, einen Sterblichen, verliebt, was sowohl ihr als auch
Rupert schon bald allerlei Probleme beschert.
Als Coco schließlich sechzehn Jahre alt wird und zurück
nach Hause darf, erscheint anläßlich ihrer Hexenweihe
Asmodi, der gegenwärtig amtierende Fürst der Finsternis.
Dieser will auf einem Hexensabbat mit ihr einen Dämon zeugen.
Coco ist von diesem Gedanken naturgemäß wenig begeistert
und stellt sich gegen ihre Familie.
Coco Zamis ist, wie vielleicht bekannt, eine der Hauptfiguren der
klassischen Heftroman-Serie DÄMONENKILLER, die derzeit unter dem
nicht ganz so martialischen Titel Edition DK
fortgeführt wird. So spannend ich es in den sonnigen Achtzigern
auch fand, von den Jugendabenteuern der abtrünnigen Hexe zu
lesen, war ich von diesem Roman doch enttäuscht.
Enthalten sind in dem vorliegenden Buch Passagen aus den
Dämonenkiller-Heftromanen Nr. 30 (HEXENSABBAT) und 31 (DIE
STUNDE DER AMEISEN) - beide von Neal Davenport - sowie aus den
Taschenbücher Nr. 28 (COCO UND DER TEUFELSSCHÜLER) - von
Paul Wolf - und 31 (COCO UND DER MAGIER) - wiederum von Davenport -
in einer gekürzten und stark bearbeiteten Fassung.
Bibliografische Angaben jedweder Art wird der geneigte Leser
allerdings wie bei sämtlichen Zaubermond-Publikationen
vergeblich suchen.
So beachtenswert die Absicht auch ist, die Jugendabenteuer der Hexe
und insbesondere den Coco/Merlin-Zyklus aus den damaligen
Taschenbüchern neu herauszubringen und mit einem Ende zu
versehen, scheinen den Herren Lektoren hier doch so ziemlich
sämtliche Gäule durchgegangen zu sein.
Die beiden enthaltenen Heftromane waren damals beispielsweise
Bestandteil des vier- bzw. in der Neuauflage fünfbändigen
Zamis-Zyklus, in welchem Coco sich mit dem Testament ihres von Asmodi
hingemeuchelten Vaters auseinandersetzen muß und gezwungen
werden soll, den fiesen Graf von Behemoth zu ehelichen. In einigen
Rückblenden erinnert sie sich im Rahmen dieser Romane an ihre
Jugendzeit. Für das vorliegende Buch wurde die
Gegenwartshandlung kurzerhand weggeschnippelt und die in der dritten
Person geschilderten Rückblenden brachial in die Ich-Form
umgebrezelt.
Ganz ähnlich verfuhr man bei COCO UND DER TEUFELSSCHÜLER
(das zweite Taschenbuch ist für mich leider gerade nicht
greifbar, so daß ich nicht beurteilen kann, inwiefern diesem
Gewalt angetan wurde). Dort war die Handlung sogar noch enger
verzahnt, so daß man nach der kompletten Streichung der mehr
als 40-seitigen Gegenwartsebene letztendlich gezwungen war, den
Ereignissen ein neues Ende zu verpassen. Glücklicherweise
entfiel hier wenigstens das Umschreiben in die Ich-Form, da besagtes
Taschenbuch von vorneherein so abgefaßt war.
Obige Kritik soll nun allerdings nicht bedeuten, daß es sich
bei HEXENSABBAT etwa um ein sagenhaft schlechtes Buch handelt.
Immerhin handelt es sich bei den verwursteten (denn anders kann man
diese Form der Bearbeitung nicht bezeichnen) Romanen durchaus um
Höhepunkte der damaligen Serie. Noch immer liest sich der Text
recht flüssig; lediglich an den Nahtstellen stutzt
man unwillkürlich ein wenig. Für Neu-Leser, die mit dem
Dämonenkiller weniger vertraut sind, wird HEXENSABBAT daher auch
zweifellos eine vergnügliche Lektüre darstellen. Wer jedoch
eine unverfälschte Version von Cocos Jugendabenteuern vorzieht,
sollte besser ins nächstbeste Antiquariat stiefeln und
versuchen, die entsprechenden Hefte bzw. Taschenbücher aus den
Siebzigern zu ergattern. Zwischen den Buchdeckeln von HEXENSABBAT
wird man diese nämlich nicht finden.
Wertung: Normalerweise hätte ich für die hervorragenden
Romane von Davenport und Wolf knackige 14 Punkte gezückt; so
bleiben gerade mal 8 übrig. Wenn eine eventuelle
DK-Classic-Edition in ähnlich verstümmelter Form
daherkommen sollte, packt mich ehrlich das kalte Grausen.
Romanbearbeitung mit der Heckenschere mag ich nämlich nicht.
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Nun, ich muß gestehen, nach dem
Coco-Vergangenheitseinschub in Rebeccas Rache
(Edition DK Band 2) stand ich dieser neuen Serie
mehr als nur skeptisch gegenüber - was wahrscheinlich
recht günstig war, konnte mich dieser Band dann doch
zumindest ein wenig positiv überraschen. |