Band 1079: „Dämonen-Domina“

Vergangenheit:
Zwei Frauen kommen mit Hilfe der Yakuza als Flüchtlinge nach England. Ihre Namen sind Suniko und Mishiko. Erstere bildete Geishas aus; sie hat Mishiko zu ihrer Nachfolgerin ausersehen. Allerdings nicht, um Geishas auszubilden, sondern um nach ihr dem japanischen Feuergott Kagu-Zuchi zu dienen. Die Yakuza wollen sie als Spione ins Land bringen. Während eines Stops gelingt den beiden Frauen die Flucht, nachdem Suniko zwei Yakuza von innen heraus verglühen ließ. Diese ‘Gabe’ hat sie von Kagu-Zuchi erhalten.

Gegenwart:
In London wird eine Leiche gefunden, die anscheinend von innen heraus verglüht ist. Sinclair und Suko nehmen sich der Sache an und finden ein Amulett, das sie in Sukos Appartement mitnehmen, um es genauer zu untersuchen. Auf dem Amulett befindet sich das Bildnis eines Feuergottes. Suko hofft, daß seine Freundin Shao die Figur identifizieren kann, da sie die legitime Nachfolgerin der Sonnengöttin Amaterasu ist. Shao kann in dem Bild auch den japanischen Feuergott erkennen. Anschließend will Suko im Badezimmer seine Dämonenpeitsche an dem Amulett ausprobieren; dadurch zerstört er es jedoch. Nach einiger Zeit begibt man sich ins Bett. Suko ist allerdings unruhig und kann nicht schlafen. Daher setzt er sich ins Wohnzimmer, wo kurz darauf auch Shao auftaucht und sich mit ihm unterhält. Suko berichtet, daß seine Unruhe etwas mit dem Amulett zu tun haben muß, er sie allerdings nicht einordnen kann. Shao legt sich daraufhin wieder ins Bett und schläft sofort ein.
Das Telefon klingelt, und Suko wird von einer Frauenstimme angewiesen, das Haus zu verlassen und zu ihr zu kommen, was er prompt in Angriff nimmt. Als Shao später plötzlich erwacht, stellt sie Sukos Abwesenheit fest und klingelt Sinclair aus dem Bett. Sie hören den Anrufbeantworter ab und werden Zeugen der Unterhaltung Sukos mit der unbekannten Frau. (* Das klingt mir eher nach einer Anlage, die automatisch alle Gespräche aufzeichnet, aber nicht nach einem Anrufbeantworter... - Hi übrigens! Heike) Ergo machen sich beide auch auf den Weg.
Suko ist mittlerweile bei dem Haus angekommen, welches sich als Freudenhaus entpuppt. Er wird von Mishiko begrüßt, die mittlerweile Sunikos Nachfolge angetreten hat und die Leiche ihrer Ausbilderin, die auch schon entsprechend verwest ist, in einem Sarg im Haus aufgebahrt hat. Da sie ihr Geld hauptsächlich als Domina verdient, hat sie auch einen dementsprechenden Folterkeller, wo sie Suko fesselt, nachdem sie ihn überrumpelt hat.
Mittlerweile sind einige Yakuza-Killer aufgetaucht, die den Auftrag haben, Mishiko aus dem Weg zu schaffen, da sie nicht mehr nach der Pfeife von deren Bossen tanzen will. Es kommt, wie es kommen muß: Mishiko bringt die zwei Killer um. Einen anderen, der draußen zur Wache abgestellt wurde, überwältigen Sinclair und Shao. Im Haus erzählt Suko Mishiko mittlerweile von Shao, die mit der Sonnengöttin Amaterasu verwandt ist. Mishiko erkennt in ihr daraufhin einen Feind. Shao und Sinclair tauchen plötzlich auch im Keller auf, und Shao stellt sich Mishiko zum Kampf. Beide Frauen berühren sich mit den Händen; Shao setzt ihre göttliche Kraft ein und vernichtet Mishiko.

Der ganze Roman spielt sich innerhalb einiger Stunden ab. Das ist auch schon das Beste daran. Inhaltlich hat er nichts zu bieten, und seine teilweise extremen Patzer fallen sehr unangenehm auf. Beispielsweise klingelt das Telefon nur zweimal, aber trotzdem ist die gesamte Unterhaltung auf dem Anrufbeantworter. Normalerweise schalten sich Anrufbeantworter jedoch ab, nachdem der Hörer von der Gabel genommen wird. (* Eben, eben! Heike)
Dialoge: Mal wieder unter jeder Kritik. Ich bezweifle sehr, daß „normale“ Menschen sich jemals so unterhalten würden. Auch zum Schluß beim Endkampf war es mehr ein Wortgefecht als irgend etwas anderes. Einige Leser mögen jetzt sagen, daß dies Jason Darks besonderes Markenzeichen sei, doch andererseits wäre in dieser Hinsicht weniger mehr. Es ist nie nachvollziehbar, warum sich die Akteure ständig Sorgen machen, denn sie haben schließlich schon ganz andere Fälle überstanden.
Was allerdings noch schlimmer auffiel, waren die serienbezogenen Fehler. So ist beispielsweise an einer Stelle Amaterasu die böse Gottheit, und Shao hat sich anscheinend über Nacht in eine Chinesin verwandelt. (* Ups, ich merke gerade, daß ich anscheinend doch noch nicht genügend Sinclairs gelesen habe - ich hätte schwören mögen, daß sie tatsächlich eine solche ist... Heike) Man hätte aus Mishiko mit etwas mehr Geschick durchaus eine Langzeitfeindin machen können, die es in sich gehabt hätte. Man muß sich langsam fragen, wieviele Autoren an dieser Serie mitschreiben. Denn Jason Dark, der ansonsten immer sehr viel Wert auf Details legt, würde sicherlich nicht solche Sachen wie Japanerin/Chinesin verwechseln. Zu guter Letzt steht Sinclair vor dem Bordell und ist dankbar, daß er diesen Fall überlebt hat. Dabei fragt man sich allerdings, warum er meint, dies aufbringen zu müssen, da er lediglich einen Japaner außer Gefecht gesetzt hat, die restliche Handlung aber komplett von Suko und Shao durchgezogen wurde.
1 Punkt

Rainy

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