Glen Cook:

"Im Dienst der Seelenfänger"

(Die Schwarze Schar 1)
OT: The Black Company
Ü: Heiko Langhans
USA 1984
(382 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 24894, ISBN 3-442-24894-9, DM 16,90)
- erschienen: Mai 1999 -

Croaker ist der Arzt der Söldnertruppe "Die Schwarze Schar". Seit hunderten von Jahren dienen sie treu demjenigen, der am meisten dafür zahlt.
In ihrem aktuellen Vertrag bekommen sie derzeit jedoch Schwierigkeiten. Ihr Auftraggeber verrät sie und muß deswegen leider dran glauben. Der nächste Job ist allerdings nicht weit. Aus dem fernen Norden kommt Seelenfänger, einer der Dämonen der bösen Lady. Diese ist nach Jahrhunderten wieder auferstanden und will nun ihr Reich des Bösen wieder aufbauen. Croaker und die Schwarze Schar sollen dabei helfen. Sie werden in die Kämpfe gegen die Rebellion verwickelt. Kein Mitglied des Unternehmens fühlt sich auf dieser Seite besonders wohl. Doch müssen sie schon bald erfahren, daß die Rebellen zwar für ihre Sache kämpfen, aber keinesfalls für das Gute an sich. Und so erlebt die Schwarze Schar einen blutigen Krieg zwischen zwei Parteien, die bereit sind, für ihren Sieg absolut alles zu tun...

"Dark Fantasy" - das ist genau das, was die Atmosphäre dieses Buches beschreibt. Man hat das Gefühl, daß am Anfang die Sonne untergeht, und wenn man Glück hat, geht sie am Ende wieder auf. Glen Cook wirft seine Charaktere in eine Welt, gegen die das finstere Mittelalter so hell wie die Mittagssonne ist. (* Nun ja - im Licht der Letztgenannten wird es wohl auch in jenem finst’ren Zeitalter nicht allzu düster gewesen sein... ;-))) Heike) Tod und Verzweiflung an jeder Ecke. Und man kann nur überleben, wenn man sich anpaßt und nicht darauf achtet, was wirklich passiert.
Man sollte aber betonen, daß es sich hier keinesfalls um ein Schlachtenbuch im Stil von "BattleTech" handelt, in dem Kampf auf Kampf folgt. Oft genug passiert es hier, daß der Leser von Kämpfen bloß im Nachhinein erfährt, ohne sie geschildert zu bekommen. Kämpfen und Töten ist nicht das, worauf dieses Buch hinauswill. Es will den Leser in eine unheimliche, kaum zu verstehende Welt werfen, die durch Trauer und Leid bestimmt wird. Das alles wird durch den Hauptcharakter Croaker wunderbar aus der Ich-Form heraus erzählt. Croaker ist das Idealbeispiel für diese Welt. Eigentlich ist er sogar noch nicht mal ein schlechter Mensch, sondern vielmehr ein romantischer Träumer. Aber er ist eben ein Kind dieser Welt; und so sieht er diese denn auch mit seinen dadurch geprägten Augen.
"Im Dienst der Seelenfänger" ist ein Buch für Leute, die bereit sind, sich mitreißen zu lassen. Aber Vorsicht. Die Welt hinter dem dunklen Cover ist düster und kann durchaus deprimierend wirken. (* Also auf gut Deutsch: Niente pour me... Heike) All jene, die auch an Moorcocks ‘Elric’ Gefallen gefunden haben, sollten sich dieses Werk jedoch auf keinen Fall entgehen lassen.

Fazit:
Eindrucksvoll und fesselnd geschrieben - aber keinesfalls etwas für jeden. Absolut empfehlenswert für Freunde einer perfekten Atmosphäre sowie für jene, die es sowieso etwas dunkler mögen.
13 Punkte

Alexander Haas


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