Aller
Wahrscheinlichkeit zum Trotz haben Gucky, Monkey und der weiße
Haluter Blo Rakane die Landung auf MATERIA überlebt und befinden
sich nun auf deren Oberfläche. Doch Eile ist geboten; denn hier
haben sie keine großen Hoffnungen, die ständigen Wechsel
unter den Ereignishorizont des Schwarzen Loches auf Dauer zu
überstehen. Wieder gelingt das Unmögliche, und schnell
befinden sie sich im Innern. Hier entscheiden Monkey und Rakane zu
warten, bis Gucky wieder zu sich kommt, denn der geht mal wieder
seinem Lieblingshobby seit dem Wiederauftauchen der SOL nach: in
Ohnmacht gefallen zu sein.
Sobald er aber wieder in die normale Welt zurückgefunden hat,
macht er sich auch prompt auf den Weg, murmelt noch etwas von einer
ganzen Menge Lebewesen - und weg ist er.
Noch im Dämmerzustand hat er bereits losgeespert und eine
Vielzahl verschiedener Lebensformen geortet: Shabazza, seinen
Boß Torr Samaho und den anscheinend nur halbmechanischen
Roboter Cariol den zweiten - außerdem noch jede Menge anderer
intelligenter Lebewesen, von denen eins ganz besonders in Gefahr ist.
Gucky heißt nicht umsonst Retter des Universums; zumindest
jedenfalls bricht er sofort zur Rettung des Gefährdeten auf.
Dies natürlich, ohne seinen Kameraden etwas davon zu sagen, weil
die Sache dann ja nur halb so lustig wäre.
Bei dem Geretteten handelt es sich um einen Erranten, einen
Abkömmling desselben Volkes, das Perry Rhodan in Andromeda im
Konflikt mit den Meistern der Insel als Kosmische Ingenieure oder
auch Paddler kennenlernte. Laut Ki thaRao haben die Erranten eine
lange Geschichte, die bereits bei den alten Hathorern begann und
über die Ritter der Tiefe bis hin zum Schwarm geht. Auch haben
sie viel mit den Kosmokraten zu tun, die sie auch auf MATERIA
führten. Hier scheinen sie allerdings ihre Aufgabe erfüllt
zu haben und dürfen nur noch überall zusehen. Sie sind an
Bord nur noch geduldet, nicht mehr erwünscht. Aufgrund dieser
Außenseiterposition wird Ki thaRao schnell sehr vertrauensvoll
und will das Einsatzteam zu seinem Volk bringen. Unterwegs kann er
ihnen noch ein wenig von der Fabrik zeigen, unter anderem auch die
Stelle, wo der Ultimate Stoff hergestellt wird.
Im Sektor der Erranten beruft Ki thaRao eine Versammlung ein, in der
er von Gucky, Monkey und Blo Rakane sowie deren Erzählungen
berichtet. Die Versammlung beschließt, mit den dreien zur SOL
zu fliehen. Da sie an deren Umbau beteiligt waren, können die
Erranten hier eine Menge Hinweise geben, wie die neuen Teile
funktionieren.
Doch dann erfahren wir, daß MATERIA die gesuchte SI gefunden zu
haben scheint, denn ganz groß über der Stadt können
die drei Galaktiker auf einmal den von ES bewohnten künstlichen
Planeten Wanderer beobachten.
Das ist er also, der Perry Rhodan-Einstieg von Rainer Castor. Sein
Debüt war vermutlich einer der mit der größten
Spannung erwarteten Romane der letzten Zeit, hat Castor sich doch
schon im Vorhinein den Ruf des lang vermißten Technikers der
Serie geschaffen - und nicht wenige Autoren jammern schon über
seine Technikblätter. Dennoch hat Rainer hier durchaus
höhere Qualitäten bewiesen, als daß er nur reine
Technikbeschreibungen abgeliefert hätte. Vielmehr bekommen
gerade Gucky und Blo Rakane Leben eingehaucht wie schon lange kein
Charakter mehr. Dabei geht Rainer Castor auch ganz eigensinnig
selbstgewählte Wege - oder kann sich irgend jemand schon mal an
einen Dialog der beiden Gehirne eines Haluters erinnern? Ich
zumindest nicht. Das führt zu einer ganzen Menge grandioser
Dialoge, in denen Gucky mal wieder bis zum Umfallen herumespern darf
- egal, ob es sich dabei um Ki thaRao oder eines der beiden
Halutergehirne handelt. Das alles führt dazu, daß man
trotz einer angespannten Atmosphäre, die die Situation kreiert,
einen äußerst unterhaltsamen Roman zu lesen bekommt - der
natürlich mit allerhand Hintergrundinformationen und
Erklärungen gespickt ist, aber ich wäre fast
enttäuscht gewesen, wenn das hier nicht so gewesen wäre.
Meiner Meinung geht nach, Rainer Castor auch gekonnt der Gefahr aus
dem Weg, zuviel hineinzubringen, indem er geschickt zwischen Technik
und Charakteren hin und her springt. Dabei schafft er vor allem die
unterschiedlichen Perspektiven, die ständig zwischen den drei
Hauptcharakteren wechseln und dem Leser so immer wieder aus
verschiedenen Blickwinkeln Einblick in dieselben Szenen geben.
Im großen und ganzen finde ich auch die Art, wie sich die
Handlung im Moment entwickelt, gar nicht schlecht. Denn durch die
Erranten bekommen die Galaktiker nun endlich die Hilfe, mit der es
ihnen möglich sein kann, effektiv gegen MATERIA vorzugehen, ohne
daß es völlig unlogisch und konstruiert wirkt. Bisher war
MATERIA hoffnungslos überlegen; nun aber können Rhodan
& Co auf Insiderwissen zurückgreifen. Auf diese Weise werden
sie wahrscheinlich einen Weg finden, ES zu helfen. Und wenn ich mir
das Ende dieses Romans ansehe, dann ist hier auch höchste Eile
geboten, denn da die Gegner ihr Opfer nun ausfindig gemacht haben,
werden sie darangehen, es zu erledigen. So bleibt den Helfenden nicht
mehr viel Zeit; bzw. man sollte sich bereits an Bord von MATERIA
etwas einfallen lassen, wobei ich davon ausgehe, daß der Gegner
nicht sofort auseinandergenommen wird. Wir haben bis Band 2000 ja
noch ein Weilchen Zeit; und da wäre es doch ungeschickt, den
großen Oberbösewicht schon jetzt ins Gras beißen zu
lassen. Shabazza könnte allerdings doch langsam mal das
Zeitliche segnen, denn den hatte man ja eigentlich schon bei Band
1950 am Ende geglaubt. Das wäre so ein Kurzstreckenerfolg, der
noch einmal Schwung in Richtung Jahresende geben könnte.
Shabazza plattmachen (* Ts ts ts, Alex - wie kannst Du nur
sowas sagen, äh, schreiben? Der kommt in psychologische
Behandlung... und dann ist er wieder wie neu, und zwar FÜR
Thoregon! Ha! Würd mich fast nicht wundern... ;-)
Heike) und ES befreien. Das gibt auch noch Stoff für ein,
zwei Bände, denn ES könnte hier die Chance gegeben werden,
mal wieder ein paar Geschichten vom Stapel zu lassen. Und ich
persönlich fand ES immer schon cool!
(* Näääh! Mich nervt ES... Heike)
Ach ja, einen Punkt hätte ich aber noch: der Ultimate Stoff.
Irre ich mich, oder läuft die Produktion hier am Schwarzen Loch
tatsächlich schneller ab als normal? Und wieso hat das bei den
Produzenten noch keiner gemerkt? Bzw. - wieso wird das Zeug dann
nicht ständig in der Nähe von Schwarzen Löchern
hergestellt? Irgendwie scheinen die Kosmokraten auch nur
Halbgötter zu sein, wenn denen sowas erst so spät
auffällt. (* Na, na - wer wird denn wieder diese
perfektionistischen Ansprüche erheben? ;-) Heike)
Fazit:
Extrem guter Einstieg, mit Potential. Prognose: Wenn Castor nur
halbwegs so weitermacht, dann steht einer grandiosen Zukunft im Perry
Rhodan-Team wohl nichts mehr im Weg.
14 Punkte
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Eieiei - nach der Lektüre von Rainer Castors
Einstiegsband in die Hauptserie muß der Leser erst
einmal tief, tief Luft holen und sich an die neuen
Gegebenheiten im Perry-Universum gewöhnen. |
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Endlich liegt er vor uns, der erste PR-Heftroman des
Atlan-Spezialisten und TB-Autors Rainer Castor. Bereits bei
seinem Einstand wartet der Mann mit so einigen
Überraschungen und einer Premiere auf. |