Pinky und Brain Nr. 4

Autoren: Bobbi JG & David Cody Weiss (1. Story); Jesse Leon McCann (2. Story)
Zeichnungen: Walter Carzon (1. Story); Pablo Zamboni (2. Story)
Übersetzungen: Marc Hillefeld
Lettering: Haggi

P&B erscheint monatlich im Dino-Verlag für 4,90 DM

Hi, hallo und herzlich willkommen zur nächsten Pinky&Brain-Runde! Diesmal erwartet uns ein besonderes Schmankerl, soviel kann ich schon mal verraten.
Bei der Covergestaltung haben sich die Dino-Jungs wieder was „Geniales“ einfallen lassen, denn diesmal wurde unseren beiden Helden je eine Augenklappe verpaßt, die man, und jetzt haltet Euch fest, wegrubbeln kann (Ein deutliches Zeichen dafür, daß die Zielgruppe wohl bei den Kiddys liegt, wie auch eine email des Verlages an mich bestätigte). Super, nicht? Leider habe ich mich noch nicht getraut, diesen Schritt zu gehen. Ich hoffe, im nächsten Flash Antwort auf die Frage, was sich wohl dahinter verbergen mag, geben zu können. (* Von mir wirst du sicherlich nichts erfahren - ich rubbel nämlich auch nicht... Äh - An Comic-Heften, natürlich... Ähem... ;-) Winy) Nichtsdestotrotz vom zeichnerischen her ein fantastisches Cover. Freut Euch aber schon mal auf Nr. 5, denn da gibt’s wirklich was Interessantes. Und zwar soll das Cover den Duft (aber hoffentlich nicht den Charme) einer Mumie versprühen!! Da bin ich echt mal gespannt!
So, schlagen wir nun das erste Kapitel (sprich Geschichte) auf, welche sich da nennt: „MAD MAUS: Laborkrieger“ (US-Original #10 „Mad Mouse: Lab Warrior“ von 1997)! Und wie viele von Euch sicherlich schon erraten haben, handelt es sich hier um eine etwas umgeschriebene Version von „Mad Max III“. P&B wurden für 7 Tage in eine Box eingesperrt, denn sie sind stolze(?) Teilnehmer eines Isolationsexperiments. Pinky nervt Brain aber recht schnell, und so kommt es, daß die beiden einen Weg aus der Gefangenschaft finden. Doch als die beiden nach draußen kommen, müssen sie erschrocken feststellen: Die Welt wurde innerhalb der 7 Tage in die Luft gesprengt, und kein Stein steht mehr auf dem anderen. Auch jegliche Lebewesen sind ausradiert worden. Aber in Brain keimt die Hoffnung, daß doch noch ein paar Menschen überlebt haben. Und diese brauchen in dieser Krise natürlich einen starken Herrscher, und wer ist wohl prädestinierter als uns’ Brain? Also begeben sich unser Helden auf eine beschwerliche Suche nach den letzten Überlebenden des Planeten Erde. Nach Tagen und Wochen des Darbens und Flehens entdecken P&B schließlich die Stadt „Gibmahausen“, welche aber schon unter der Knute einer Lady namens Tantchen Knappkleid (Name ist Programm) steht und die verteufelt nach Tina Turner aussieht (wirklich sehr gut gezeichnet!)! Doch das merkt Brain erst später, denn zuerst wird seine Ankunft von den Bewohnern bejubelt. Brain glaubt, der ganze Trubel um seine Person kommt zustande, da die Leute einen wahren Führer in ihm sehen. Doch die Menschen beabsichtigen eigentlich, P&B in Laufräder zur Energiegewinnung zu stecken, da alle anderen Energiequellen (z.B. Maschinen) beim großen BOOOM vernichtet wurden. Aber den beiden gelingt die Flucht und (leider) auch die Zerstörung der gesamten Laufradanlage - dank Pinkys Tolpatschigkeit. Doch sie werden geschnappt und dem Tantchen vorgeführt. Brain bietet ihr an, eine bessere Energiequelle zu besorgen. Als Gegenleistung erwartet er die Hälfte der Macht über „Gibmahausen“. Tantchen willigt ein, und somit sind P&B wieder auf Reisen ins Ödland. In einer Schlucht angekommen, entdecken sie ein noch funktionstüchtiges Fahrzeug, dessen Besitzer Melmaus (herrliche Parodie auf Mel Gibson) eingesperrt daneben ausharren muß. Brain befreit ihn schließlich, doch es kommt, wie es kommen muß! Eine Horde wildgewordener Fans stürzt sich auf den wunderschönen(?) Melmaus, da sich jeder (außer Brain), der Melmaus ansichtig wird, in ihn verliebt (fast wie in der Wirklichkeit ;-D). Doch die Flucht samt P, B und dem Auto gelingt. In „Gibmahausen“ angekommen, entbrennt zwischen ihm und Brain ein Disput, wem denn nun das Auto und damit die Gunst Tantchens gehört. Der Streit endet mit einem Kampf in der „Trottelkuppel“(LOL)! Während Pinky aufpassen soll, daß die Autobatterie ordnungsgemäß aufgeladen wird, macht er sich doch Sorgen um seinen besten Freund Brain. Er stellt das Ladegerät auf „überladen“, um den Vorgang zu beschleunigen. Alsdann macht er sich auf den Weg, um Brain anzufeuern. Doch während des wahnwitzigen Kampfes explodiert die mittlerweile überladene Batterie. Als Strafe müssen P&B wieder ins Laufrad, und zwar solange, bis wieder genügend Strom für die Stadt vorhanden ist, oder, ja, oder solange, bis Brain einen neuen Plan geschmiedet hat, um die Weltherrschaft an sich zu reißen!
Diese Geschichte ist das bisherige Highlight der noch jungen Reihe, denn die Geschichte, aber gerade auch die Zeichnungen überzeugen absolut. Bei der Story kann man wirklich sagen, daß die Zeichnungen noch über das teilweise hohe Trickfilmniveau hinausgehen (fantastische Endzeitmotive; und Brain sieht mit Bahbahbah-3-Tage-Bart einfach oberknuddelig und gleichzeitig männlich-markant, dreifachverbrannt aus) Auch der Humor bzw. die Satire ist wieder erstklassig.

Die nächste Geschichte, die da lautet „Pinky Mon Amour“, beginnt auf einem Firmengelände, in das sich P&B gerade illegalerweise Eintritt verschaffen, da die Firma „Megalocorp“ im Besitz der Nanotechnologie ist, die Brain wiederum nutzen will, um alle Computer der Welt auf das Jahr 1968 zu stellen, damit die Weltwirtschaft zusammenbricht und Brains Siegeszug gesichert wird.
Wie es der Zufall so will, treffen unsere beiden Helden auf ihren Erzrivalen Snowball - diesmal in Begleitung seiner entzückenden Schwester Cupcake, die sich ganz spontan in Pinky verliebt, und auch er ist sehr angetan von der Kleinen.
Im Lauf der Geschichte kreuzen sich die Wege von P&B und S&C ständig, und langsam werden Brain und Snowball mißtrauisch. Woher kommt es, daß beide immer zur gleichen Zeit, am selben Ort, exakt den gleichen Plan haben? Die Antwort ist schnell gefunden: Während Pinky und Cupcake sich immer wieder verabreden, erzählen die beiden ganz unverblümt, was ihr jeweiliger Kompagnon als nächstes vorhat. Das Schicksal schmiedet die seltsamsten Verbindungen; und so kommt es, daß Snowball gemeinsame Sache mit Brain macht, mit dem Ziel, Pinky und Cupcake zu trennen. B&S lassen sich wirklich verschiedene Gemeinheiten einfallen (Verführung Cupcakes durch Gottschalk-Double, Verfälschung der Zukunftsvorhersage in der Glaskugel, Angebot von 1 Mio. $ für jeden, wenn sie sich trennen), doch leider fruchtet das alles nicht. Als sich Brain und Snowball in P&Cs Glück fügen wollen, geschieht das Unglaubliche: Die beiden gehen auseinander. Der Grund dafür ist sowohl einfach als auch absolut logisch - Cupcake mag lieber Gelee und Pinky lieber Marmelade. :-) Das sind natürlich unvereinbare Gegensätze!! Ganz ehrlich, ich kann die beiden verstehen...
Was bleibt, ist der Eindruck einer relativ schlecht gezeichneten Story, die zudem etwas einfallslos war, aber ein paar lockere Gags hatte. Dies - und der überraschende Schluß - macht die Geschichte doch noch recht vergnüglich.
Weiterhin möchte ich noch anmerken, daß nun (ENDLICH) eine Abomöglichkeit besteht, die ich auch nutzen werde.

Fazit: Schönes Heft - 12 Punkte.

Michael Jurisch, written on AMIGA

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