In Chearth
hat sich Myles Kantor ein neues Ziel gesetzt. Er will durch den
Riß in den Sonnentresor einfliegen, um hier vor Ort nach
Vincent Garron zu suchen. Dazu nimmt er Arnulf Rohmer mit. Arnulf
betreut vier sogenannte Avatare: humanoide Roboter, die als
Ersatzkörper für Vincent genutzt werden sollen.
Jedoch sind sie hier nicht allein, denn auch die Algioten entsenden
eine Expedition, geleitet von dem fetten Scoctoren Norgo ro Yong. Er
ist überzeugt davon, daß es seine Aufgabe ist, den Gott
Gaintanu zu befreien. Das ist keine leichte Aufgabe, denn nicht alle
seine Untergebenen sind so gläubig wie er.
Bevor die Galaktiker starten, kommt Mhogena wieder aus der
Milchstraße zurück. Er berichtet, daß das Volk der
Haluter auf dem Weg nach Chearth ist und unterwegs eine Waffe gegen
die Sonnenwürmer bauen will.
Der Vesta-Kreuzer PYXIS unter dem Kommando von Ronald Tekener
erreicht schließlich sein Ziel: die rote Sonne Skoghal, den
Ort, an dem sich die Sonnenwürmer aufhalten. Hier machen sie
sich nun daran, mit dem Hyperraum-Resonator nach der Hypersenke von
Vincent Garron zu suchen. Vincent scheint schließlich Tuyulas
Anwesenheit zu spüren und erscheint auf der PYXIS. Er
schlüpft in einen der Androidenkörper, doch leider ist es
Garrons Soboth-Persönlichkeit, die den eigentlichen Vincent in
den Hintergrund gedrängt hat. Soboth läßt den ersten
Androiden erst einmal durchbrennen und übernimmt dann Tuyula.
Hinzu kommt, daß die Galaktiker auf einmal von einer Flotte
Algioten angegriffen werden. Es ist Norgo ro Yong, der sie aus der
Nähe von Gaintanu vertreiben will. Da sie im Moment hoffnungslos
unterlegen sind, flüchten sie in die Korona der Sonne.
Währenddessen versucht man im Hangar der PYXIS verzweifelt, die
Vincent-Persönlichkeit wieder an die Oberfläche zu holen.
Es ist schließlich mal wieder Ronald Tekener, der es schafft,
den tief in Tuyula versteckten Vincent zu provozieren und
hervorzulocken. Es gelingt Garron, Soboth in den Hintergrund zu
drängen; und er ist nun auch bereit, einen der Androiden zu
übernehmen.
Er berichtet, daß er zu einem der Guan a Var engeren Kontakt
hatte. Die anderen sind viel zu aufgeregt, um sich sinnvoll zu
äußern. Die Guan a Var selbst sehen sich gar nicht als
Gefahr. Sie existieren nur teilweise in diesem Universum und
können gar nicht begreifen, daß sie andere Existenzen
bedrohen.
So weit, so gut. Immer mehr nimmt der Zyklus auf allen Ebenen an
Gestalt an, und ich frage mich so langsam, wie man das Ganze noch 24
Bände lang hinauszögern will. Besonders auf der
Chearth-Ebene ist man in meinen Augen dabei, das Ende
einzuläuten. Wenn die Haluter tatsächlich mit ihrer
Anti-Guan-a-Var-Waffe in der Galaxis ankommen, kann die Sache nur
eine Frage der Zeit sein. Zwar bleibt da immer noch der moralische
Zweifel des Völkermords, denn die Guan a Var sind zweifelsohne
intelligent, aber wie will man die Sache sonst lösen? Wir haben
hier einfach die Situation, daß sich hier die Lebensräume
zweier völlig unterschiedlicher Lebensformen derart
überschneiden, daß zwangsläufig eine davon auf der
Strecke bleiben muß. Übrigens ein ähnlicher Fall wie
Goedda, auch wenn diese künstlich erschaffen war.
Aber gibt es Alternativen? Ich glaube eher nein, denn was kann man
hier schon tun? Ein Universum suchen, in dem kein (intelligentes)
Leben entstanden ist und wo sich die Sonnenwürmer nach Belieben
austoben können? Na - das dürfte die technischen
Möglichkeiten unserer Galaktiker doch ein wenig
übersteigen.
Im Moment drängt sich mir aber noch eine Frage auf. Wie alt ist
das Volk der Guan a Var eigentlich, und wo kommen sie her? Sie
müßten eigentlich eine gigantische Spur vernichteter
Galaxien hinter sich hergezogen haben. Das sollte doch sehr
auffällig sein. Sind die Guan a Var am Ende auch nur
Geschöpfe einer anderen Macht? Ich kanns kaum glauben,
aber auf jeden Fall würde mich die Entstehungsgeschichte der
Sonnenwürmer schon arg interessieren.
Was ich mich auch noch frage, was aber weniger mit den Guan a Var zu
tun hat: Ganzetta berichtet von einer großen
Rüstungsindustrie der Wlatschiden, die die Ankunft der Haluter
begleiten soll. Es scheint so, als ob die Völker von Chearth
sich so langsam von den militärischen Niederlagen erholen
würden.
Aber irgendwie hatte ich die Schilderung vom Beginn des Zyklus noch
ganz anders im Kopf. Da warf man hektisch jedes Raumschiff gegen die
Algioten, das sich auftreiben ließ, und nun auf einmal hat man
eine ganz funkelnagelneue Rüstungsindustrie, die vermutlich
innerhalb der nächsten Bände eine große Flotte gegen
die Algioten ins Feld schicken wird. Vermutlich wird es am Ende so
aussehen, als ob man die Galaktiker gar nicht gebraucht hätte!
Also, da weiß ich noch nicht so ganz, was ich davon zu halten
habe.
Das weiß ich im großen und ganzen auch nicht von diesem
Roman hier.
O.K., Vincent Garron ist mal wieder zurück, und er hat auch
einen neuen Körper und ist gleich bereit, sich voll in den
Konflikt mit den Guan a Var einzubringen. So weit, so gut; aber ich
muß ehrlich gestehen, so langsam geht mir das ganze Hin und Her
mit Garron und seinen Persönlichkeiten, Hyperraumsenken usw. auf
die Nerven. Es wäre an der Zeit, sich da mal auf eine Linie zu
einigen und endlich mal zu Ergebnissen kommen, denn so kann mich die
Sache nicht mehr begeistern.
Das kann aber in diesem Fall auch daran liegen, daß ich mit dem
Roman allgemein ein wenig meine Probleme hatte. Weder die Ebene um
die Algioten noch um Garron konnte mich so richtig fesseln, und es
hat mich schon eine ganze Menge Mühe gekostet, mich durch den
Roman zu kämpfen, obwohl ich eigentlich mit ziemlicher
Begeisterung gestartet bin. Irgendwie fehlte der Sache einfach jene
fesselnde Wirkung, wie man sie z.B. im ersten von Rainer Castors
Doppelband beobachten konnte. Ernst Vlcek ist es diesmal einfach
nicht gelungen, die Charaktere so zu vermitteln, daß man sich
in sie hineinversetzen konnte. Die Handlung wirkte einfach und
tiefenlos heruntererzählt, ohne daß die Akteure wirklich
stimmungsvoll charakterisiert wurden.
Fazit:
Irgendwie bildet dieser Roman nicht mehr als eine Brücke zu
weiteren Ereignissen, die langsam zu Ende gebracht werden sollten,
sonst wird die Sache arg zäh am Ende, so wie dieser Roman.
5 Punkte
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Stefan Robijns Co-Rezension wird in der nächsten Ausgabe nachgeliefert. |