Lois McMaster Bujold:

"Cetaganda"

(Barrayar-Zyklus - Band 9)
OT: Cetaganda
Ü: Michael Mogental
USA 1996
(381 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/6317, ISBN 3-453-15644-7, DM 14,90)
- erschienen: Juni 1999 -

Der junge Lord Miles Vorkosigan reist mit seinem Vetter Ivan Vorpatril als Abgesandte ihres Heimatplaneten nach Cetaganda, um hier den Trauerfeierlichkeiten der Kaiserinwitwe beizuwohnen. Jedoch ist die politische Lage auf Cetaganda alles andere als stabil, und so werden Miles und Ivan - noch nicht mal auf der Planetenoberfläche angekommen - das Opfer einer hinterlistigen Intrige. Was die Drahtzieher jedoch nicht wissen: Miles liebt hinterhältige Intrigen. Schneller als sein Vetter sehen kann, stecken beide auch bis über beide Ohren in politischen Verwirrungen, die nicht nur ihre Heimat die Freiheit kosten können - und schließlich hat Miles noch niemals ein ganzes Imperium gerettet...

Mit Miles Vorkosigan hat Lois McMaster Bujold einen der tragischst-komischsten Charaktere erschaffen, die ich jemals kennengelernt habe. Auch in diesem Band schafft der Junge es traumhaft sicher, sich von einem Schlamassel in das nächste zu begeben - und das eigentlich ganz ohne Absicht. Immer dann, wenn Miles auf der Bühne erscheint, scheinen sich die Ereignisse selbständig zu machen, bis er schließlich keine andere Wahl mehr hat, als die Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen.
Dennoch ist "Cetaganda" schon fast mehr Krimi als Komödie, auch wenn diese Anteile immer noch sehr stark sind und oft zum Lachen anregen. Aber wir haben hier einen richtigen Fall, der gelöst werden will, und mit Miles auch genau den richtigen "Detektiv" an der richtigen Stelle.
Wer schon den "Kadett" gelesen hat, wird merken, daß sich hier die Schwerpunkte eindeutig Richtung Krimi verlagert haben, was in meinen Augen dem Buch nicht ganz so guttut. Miles hat ein wenig von seinem tragikomischen Charakter verloren. Dennoch bleibt noch genug übrig, um dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen zu machen. Die Autorin vergißt als Vertreterin des SF-Genres aber auch ihren Anspruch nicht, und so haben wir ganz schlicht und fein auch noch einige versteckte gesellschaftskritische Töne mit drin.

Fazit:
Fein und nett geschrieben. Aber leider nur nett. Ein guter, lustiger SF-Krimi.
10 Punkte

Alexander Haas


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