Der junge
Lord Miles Vorkosigan reist mit seinem Vetter Ivan Vorpatril als
Abgesandte ihres Heimatplaneten nach Cetaganda, um hier den
Trauerfeierlichkeiten der Kaiserinwitwe beizuwohnen. Jedoch ist die
politische Lage auf Cetaganda alles andere als stabil, und so werden
Miles und Ivan - noch nicht mal auf der Planetenoberfläche
angekommen - das Opfer einer hinterlistigen Intrige. Was die
Drahtzieher jedoch nicht wissen: Miles liebt hinterhältige
Intrigen. Schneller als sein Vetter sehen kann, stecken beide auch
bis über beide Ohren in politischen Verwirrungen, die nicht nur
ihre Heimat die Freiheit kosten können - und schließlich
hat Miles noch niemals ein ganzes Imperium gerettet...
Mit Miles Vorkosigan hat Lois McMaster Bujold einen der
tragischst-komischsten Charaktere erschaffen, die ich jemals
kennengelernt habe. Auch in diesem Band schafft der Junge es
traumhaft sicher, sich von einem Schlamassel in das nächste zu
begeben - und das eigentlich ganz ohne Absicht. Immer dann, wenn
Miles auf der Bühne erscheint, scheinen sich die Ereignisse
selbständig zu machen, bis er schließlich keine andere
Wahl mehr hat, als die Angelegenheit in die eigenen Hände zu
nehmen.
Dennoch ist "Cetaganda" schon fast mehr Krimi als Komödie, auch
wenn diese Anteile immer noch sehr stark sind und oft zum Lachen
anregen. Aber wir haben hier einen richtigen Fall, der gelöst
werden will, und mit Miles auch genau den richtigen "Detektiv" an der
richtigen Stelle.
Wer schon den "Kadett" gelesen hat, wird merken, daß sich hier
die Schwerpunkte eindeutig Richtung Krimi verlagert haben, was in
meinen Augen dem Buch nicht ganz so guttut. Miles hat ein wenig von
seinem tragikomischen Charakter verloren. Dennoch bleibt noch genug
übrig, um dieses Buch zu einem echten Lesevergnügen zu
machen. Die Autorin vergißt als Vertreterin des SF-Genres aber
auch ihren Anspruch nicht, und so haben wir ganz schlicht und fein
auch noch einige versteckte gesellschaftskritische Töne mit
drin.
Fazit:
Fein und nett geschrieben. Aber leider nur nett. Ein guter, lustiger
SF-Krimi.
10 Punkte