David
Murphy befindet sich immer noch auf der Suche nach dem BUCH DES
WISSENS, welches ihm im vorigen Roman von den Jüngern der
Finsternis geraubt wurde. Eine heiße Spur führt ihn
nach Paris. Er ahnt natürlich nicht, daß es sich dabei um
eine Falle seiner Gegner handelt, die inzwischen auch den
französischen Geheimdienst infiltriert haben, um erstmal in
Frankreich, dann in ganz Europa und schließlich in der gesamten
Welt die Macht zu übernehmen. Dazu planen sie einen Anschlag auf
ein Konzert, das von der gesamten Politprominenz Europas besucht
wird.
Um sich Murphy vom Hals zu halten, haben die Jünger der
Finsternis den längst verstorbenen Schwarzmagier Aleister
Crowley wiedererweckt, der sich als Murphys bis dato stärkster
Gegner herausstellt. (* Nun - bei so wenigen Gegnern, wie
Murphy bisher hatte, ist das nicht weiter schwierig... ;-) Heike)
Unterstützt wird Murphy in seinem Kampf von Luc Dumont (dies ist
einer seiner Ordensbrüder), der Journalistin Nadine und der
mysteriösen Kate, die selbst noch eine Rechnung mit Crowley zu
begleichen hat.
Wie immer bei meinen Romanrezensionen nur eine sehr knappe
Zusammenfasung des Inhalts, um nicht zuviel von der Geschichte
vorwegzunehmen. Nur noch soviel: In der Mitte des Buches endet die
eigentliche Geschichte um den Kampf zwischen Crowley und Murphy, und
letzterer gerät mitsamt seinen Verbündeten in eine Falle,
die ihn stark an eine längst vergangene Episode aus seinem Leben
erinnert, woran der Leser infolgedessen teilnehmen darf.
Dieser erwähnte Bruch stellt auch schon das größte
Problem bei der Bewertung des gesamten Romans dar, einfach deshalb,
weil er so deutlich ist. Vorher hat man die spannende und
actiongeladene Verfolgungs-Story, wie man sie aus dem ersten
Murphy-Band kennt; danach wird es jedoch zu einer Geschichte, die
sich vor allem durch ihre beklemmende Atmosphäre auszeichnet und
in deren Verlauf wir endlich mehr über die Vergangenheit des
Dämonenjägers David Murphy erfahren. Es scheint fast so,
als wären zwei unterschiedliche Murphy-Abenteuer zu einem Roman
zusammengefaßt worden. Das könnte auch erklären,
warum dieser Band doppelt so dick ist wie der zweite. (* Dies
aber hängt außerdem (hauptsächlich) mit der - von der
Flash-Redaktion doch ziemlich begrüßten - Strategie des
Blitz-Verlages zusammen, dem Leser neuerdings nicht mehr häufig
dünne Bücher, sondern dafür etwas weniger häufig
dickere, insgesamt preisgünstigere Bücher anzubieten.
Heike)
Eindeutig besser hat mir der zweite Teil gefallen, und zwar wegen
seiner atmosphärischen Dichte. Die Beschreibungen -
beispielsweise der "schwarzen Hölle", in der Murphy eine
Zeitlang festgehalten wird - wirken sehr surrealistisch und
vermögen den Leser bis zum Schluß zu fesseln. Zwar ist
auch der erste Teil des Romans durchaus spannendes Lesefutter, jedoch
gelingt den Autoren im zweiten Teil die Verbindung von
Atmosphäre und Action deutlich besser, was daran liegt,
daß letztere auch deutlich zurückstecken muß.
Beiden Teilen gemeinsam sind die teilweise derben Gewalt- und
Sex-Szenen, die diesmal häufiger auftauchen als im ersten Band,
jedoch nicht ganz so explizit beschrieben werden. Außerdem
hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, daß sie nur um
ihrer selbst Willen eingesetzt wurden. Vielmehr paßten sie in
Darstellung und Häufigkeit zur Story.
Fazit:
Auch der zweite Murphy ist nichts für schwache Nerven.
(* Dem muß ich absolut zustimmen! Heike) Der zweite
Teil dieses Romans ist deutlich besser, bleibt am Ende jedoch einige
Antworten schuldig (was es beispielsweise genau mit Kate auf sich
hat). (* In der Hinsicht wird wohl noch was nachkommen,
schätz ich mal. Heike) Wer sich also an teils recht
ausführlichen Gewalt- und Sexszenen nicht stört, bekommt
mit "Blutiger Alptraum in Paris" einen bis zum Schluß
spannenden und atmosphärisch dichten Roman geboten.
12 Punkte
Danijel Majic