Die
galaktische Eastside 26. Januar 2512
Die Besatzung der Explorer 1298 HUMBOLDT empfängt den Hilferuf
eines Planeten, der von Bluespiraten angegriffen wird. Sie eilen zur
Hilfe und treffen auf 10 Feindraumschiffe. In einem heftigem Kampf
wird die HUMBOLDT schwer beschädigt, und die Besatzung muß
aussteigen. Hier wird die Situation schnell unerträglich, denn
sie treiben auf die Sonne zu, und einer nach dem anderen begeht
Selbstmord, indem sie die Helme öffnen. Einer jedoch, Lotho
Keraete, will nicht einfach so aufgeben.
Er ist es auch, der plötzlich wieder aufwacht. Er befindet sich
in einem Raum mit einigen Robotern. Diese erklären ihm,
daß er sich an Bord einer Raumstation befindet, die HEIM
heißt, und daß er der Auserwählte sei.
Außerdem erfährt er, daß er sich nicht länger
in der Milchstraße, sondern in der Galaxis Whirlpool
aufhält. "Besitzer" dieser Station ist übrigens ES, und
Lotho soll im Konstituierenden Jahr in DaGlausch für die SI als
Botschafter tätig sein.
Zwischen mehreren langen Tiefschlafphasen beginnt Lotho nun den
Umgang mit verschiedenen technischen Geräten zu lernen. Eines
Tages wird er gerufen, um einen Defekt in der Recyclinganlage zu
reparieren, was ihm leider nicht gelingt.
Nachdem er wieder einmal fast 100 Jahre geschlafen hat, wacht er auf
und entdeckt, daß er einen künstlichen Finger hat. Die
Produktivität der Recyclinganlage machte das nötig. Doch
nicht nur das hat sich verändert. In dem System, in dem sich
HEIM aufhält, ist ein fremdes Volk aufgetaucht. Die
spinnenartigen CawCadd haben durch ein Kesselbeben ihre Heimat
verloren und bauen sich nun aus Raumschiffen eine neue
planetenunabhängige Bleibe. Sie entdecken auch HEIM, aber treu
dem Prinzip der bedingungslosen Tarnung schweigt die Station. Die
Roboter an Bord sind davon überzeugt, daß es den Fremden
nicht gelingen wird, in die Station einzudringen.
Nach seiner nächsten Schlafphase erfährt Lotho, daß
der Zustand der Recyclinganlage sich weiter verschlechtert und man
ihm deswegen auch noch eine Hand umgewandelt hat. Zu seinem Leidwesen
gelingt es ihm auch nicht, die Anlage wieder zu reparieren. Dazu
muß er auch noch auf die Außenseite der Station (die
allgemein immer mehr technische Mängel hat), um eine Pflanzenart
zu untersuchen, die die CawCadd hier im Vakuum angepflanzt haben. Es
handelt sich dabei um eine anscheinend sehr aggressive
fleischfressende Pflanze, denn Lotho wird von ihnen gebissen und
bringt so die CawCadd auf den Eingang zur Station.
Eines Tages ist seine Transformation dann abgeschlossen, und er ist
nun ein vollständiger Android, der zudem noch mit einigen netten
technischen Gimmicks ausgestattet ist. Es ist das Jahr 4878, und ES
hat endlich einen ersten Auftrag geschickt. Er soll mit einem
Raumschiff schnellstens einen bestimmten Koordinatenpunkt anfliegen,
der sich anscheinend in einem Schwarzen Loch befindet. Doch es gibt
ein Problem, denn den CawCadd ist es gelungen, sein Raumschiff zu
beschädigen. Außerdem gelingt es ihnen, in die Station
einzudringen und fast alles zu zerstören. Lotho schafft es
gerade noch, einen Notruf abzusetzen.
Dieser wird tatsächlich gehört, und er wird von einem
gigantisch großen Raumschiff abgeholt.
Was soll man dazu sagen? Da kommt doch tatsächlich ein
völlig neues Element ins Spiel. Und das auch noch auf der Seite
der Guten! Zumindest scheint es so, denn wir müssen erst einmal
abwarten, was dieses gigantische Raumschiff denn ist. Ich habe zur
Vorsicht mal Band 1973 herausgekramt und die Maße von MATERIA
nachgelesen. Ich kann mit Sicherheit sagen: Die ist es nicht, die ist
um einiges kleiner.
Wenn meine Rechnung stimmt, dann endet der Roman um Lotho im Jahre
1286 NGZ. Damit fällt auch die Möglichkeit weg, daß
es sich hierbei um Cairol handeln könnte, denn dieser ist ja
nachweislich schon eine ganze Weile aktiv (siehe die "Anwerbung" von
Shabazza). Es sieht also tatsächlich so aus, als ob ES es
geschafft hätte, einen Hilfeposten für Perry Rhodan durch
die Zeit zu bringen. Ich bin nur mal gespannt, was Lotho denn zum
Auserwählten macht, bzw. was an ihm so besonders ist, daß
man ihn aus dem 26. Jahrhundert alter Zeitrechnung holen muß,
denn eigentlich hat ES ja noch seine ganzen Einzelbewußtseine,
die es auf die Reise schicken kann.
Leider bleibt hier nur mal wieder das alte abgedroschene: Abwarten;
im nächsten Band werden wir schon mehr erfahren, denn das Ding
heißt ja schließlich: "Schlacht um Wanderer".
Ansonsten muß man sagen, daß die Roboter ES bzw. seine
Technik nicht gerade in ein positives Licht rücken lassen. Denn
nur um ein Haar entgeht Lotho am Ende der totalen Katastrophe, die
ihm "seine" Roboter eingebrockt haben. Oder die Dinger waren mit
Absicht so blöde. Der Sache mit der Transformation möchte
ich doch glatt mal Absicht unterstellen, und das würde ja schon
wieder in die Linie der anderen ignoranten Unfähigkeiten der
Roboter passen. Ich denke, man hätte sich der CawCadd ohne
größere Probleme und beiderseitige Verluste entledigen
können. Mit ein bißchen Weitsicht hätte doch
eigentlich gerade ein Roboter feststellen müssen, daß
genau das angewandte Verhalten nicht ewig gutgehen kann. Besonders,
wenn man ein Roboter von ES ist, das ja mit den Terranern zu tun hat;
und die gehören ja nicht gerade zu den einfältigsten
Völkern dieses Universums. Also vielleicht doch alles Absicht?
Aber welchen Zweck sollten die CawCadd dann gehabt haben? Um ehrlich
zu sein, außer Platz zu schaffen und einen Perry-Band zu
füllen, fällt mir da nichts ein. Ich kann mir das aber auch
nicht vorstellen, denn dann wären die doch bestimmt etwas
intensiver dargestellt worden; und außer ein, zwei virtuellen
Spaziergängen war hier ja nichts vorhanden. Also denke ich,
daß die hier wirklich nur Funktion innerhalb des Bandes hatten
und uns nicht weiter begegnen werden.
Der Band an sich hat mir aber auch nicht allzuviel gegeben. Die Story
hatte nicht so viel Mitreißendes an sich. Sie folgt so dem
Motto der letzten Zeit: immer ein bißchen mehr, aber nicht
allzuviel.
Da ich auch noch keine Ahnung habe, welche Rolle Lotho in Zukunft
spielen kann, kam es in meinen Augen also auf die Charakterisierung
an; und die gab leider auch noch nicht viel her. Viel haben wir
einfach nicht über den Guten erfahren, außer daß er
lange Zeit ein paar mentale Probleme mit seiner Transformation hatte
- und das ist doch eigentlich recht verständlich. Sonst kam da
leider nicht viel rum. Die Handlung auf der Station gab dann auch
weder über seinen Charakter noch über die Roboter noch
über sonstwas Aufschluß und war auch im Zusammenhang mit
den CawCadd ziemlich unspektakulär. Bleibt alles in allem kein
allzugutes Bild.
Fazit:
Ein Roman ohne Höhen, aber auch ohne Ausrutscher; mit ein paar
Informationen für die nächsten Bände.
5 Punkte
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Warum? Warum nur hat Horst Hoffmann diesen Roman
nicht auf etwa Seite 45 beendet? Warum mußte er
unbedingt die CawCadd mit in diesen Roman einbringen? |
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Wenn in der PR-Serie zwischendurch auch mal Einzelromane
erscheinen, was in der letzten Zeit aber eigentlich eher
selten passiert, handelt es sich bei diesen ja doch oftmals
um Lückenfüller, die abgesehen davon, daß
sie die Handlung kaum oder gar nicht voranbringen, meist
nicht allzuviel zu bieten haben. Natürlich gibt es da
auch Ausnahmen, aber die sind wohl eher rar. PS: Verwandlungs- oder Entwicklungs-Storys sind meistens
genial. Ob nun als Buch oder Film. Meine persönlichen
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