Xantium,
die Hauptstadt des Kaiserreiches, liegt in Trümmern, und das
Reich ist zerfallen. Der Kaiser und seine Getreuen sind geflohen,
ebenso die Bewohner Zalys, die wieder auf ihre Insel
zurückgekehrt sind.
Doch der böse Kanzler Verkho hat noch nicht aufgegeben. Er
ernennt sich zum Kaiser und sendet seine unheimlichen Boten aus, um
die abtrünnigen Staaten wieder ans Reich zu binden.
Auch auf Zalys taucht ein Bote auf und fordert Unterwerfung und
Geiseln. Doch die Bewohner wehren sich. Sie suchen nach der
verschwundenen Magie der Insel, mit der sie ihre Unabhängigkeit
bewahren wollen. Magie generell ist das Zauberwort, denn auch der
Kaiser weiß, daß dies seine einzige Waffe sein kann, will
er gegen Verkho bestehen.
Doch auch die Götter haben noch ein Wörtchen
mitzureden...
Mit diesem Band geht nun die Insel Zalys - Trilogie zu
Ende. Das Besondere daran war, daß die drei Romane jeweils
relativ abgeschlossen und deshalb auch recht gut einzeln zu lesen
waren, zumindest, was die Story anging. Jeder der drei Bände
hatte seinen eigenen Schwerpunkt, und im letzten liegt dieser
eindeutig in der Suche nach der Magie. Magie hier, Magie da, man mag
es kaum noch lesen. Irgendwie geht das Ganze dann doch auf Kosten der
Lesbarkeit. Aber wenigstens macht er hieraus dann keine große
Wissenschaft mehr und entmystifiziert alles. Vielmehr läßt
er Spontaneität und Legenden greifen.
Außerdem schafft Wylie nun endlich etwas, was ich ihm in den
anderen Romanen immer vorgeworfen habe. Er bringt einen
anständigen Aufbau des Romans. Die Handlung entwickelt sich
Schritt für Schritt und macht keine Sprünge, die der Leser
nicht nachvollziehen kann. Leider macht sie aber auch keine
großen Wendungen, so daß es am Ende dann zwar mit
großen Effekten, aber nicht übermäßig spannend
zur Sache geht.
Es ist halt mal wieder so eine Sache, mit viel Schicksal, vielen
Toten und den immer unberechenbaren Göttern, die auf Kosten der
Sterblichen ihr eigenes Süppchen kochen. Wems
gefällt...
Die letzte Prophezeiung ist etwas für jene, die
verzweifelte und wagemutige Pläne lieben, denn davon gibt es
eine Menge. Und die Bewohner von Zalys haben auch genügend zu
tun, um sich gegen die äußere Bedrohung und innere
religiöse Eiferer zur Wehr zu setzen.
Dennoch fehlt der ganzen Geschichte die wahre Faszination. Die
Spannung hält sich in Grenzen, weil einfach zu klar ist, wie es
ausgehen muß; und tauchen überhaupt ein paar
Überraschungen auf, dann höchstens ganz am Ende - die
vermögen dann aber auch keine große Faszination mehr zu
erzeugen. Ich hätte mir ein paar unerwartete Wendungen etwas
früher gewünscht, denn zu lange vorher ist schon ganz klar,
wohin die Handlung laufen und woran Verkho schließlich
scheitern muß.
Fazit:
Alles in allem ein ganz passabler Roman, der aber ohne große
Spitzen bleibt.
8 Punkte