Sergio Aragonés:

Groo #1: "Der intelligenteste Mann der Welt"

Zeichnungen: Sergio Aragonés
Text: Mark Evanier
Farbe: Tom Luth
OT: Groo - The Most Intelligent Man of the World
Ü: Horus
Lettering: Jo Knauf
USA 1999
(120 Seiten, Comicheft mit Broschur, Dino, ISBN 3-89748-179-0, DM 16,90)
- erschienen: Juli 1999 -

Zum Inhalt:
Als der Barde in einen unversehrten Ort gerät, nimmt er an, Groo wäre noch nicht hiergewesen. Doch aus der Schänke wird er - nachdem er dort einige Anekdoten aus Groos Leben zum Besten gegeben hat - hinausgeworfen, weil die Bewohner dieses Ortes Groo für den intelligentesten Mann der Welt halten, der sie schon oft gerettet hat. Der Barde versteht die Welt nicht mehr - sollte Groo wirklich intelligent geworden sein???

Mehr als 10 Jahre ist es her, seit Groo zum ersten Mal den Weg in die deutschen Comicleser-Haushalte gefunden hat. Damals dauerten die Bemühungen des Condor-Verlags nicht lange an, und bereits nach rund vier oder fünf Heften (ich müßte hierfür nun doch ein wenig herumkramen und die alten Teile hervorholen - was ich mir angesichts der Tatsache, daß diese Frage nun wirklich nur von marginaler Bedeutung ist, dann doch lieber spare...) war es aus mit dem selten dämlichen Barbaren aus der unverwechselbaren Feder des Meisters namens Sergio Aragonés.
Der neue Versuch von Dino startet nun mit Klebebindung und Comic-Format, statt der alten Heftung im A4-Format, und auch sonst hat sich einiges geändert bei unserem Lieblingsbarbaren. Nein, nicht daß er intelligent geworden wäre - das haben Aragonés und Evanier nun wirklich nicht gewagt, am Ende ist hier natürlich wieder alles beim alten und Groo so strohdoof, wie wir ihn lieben. Nein, es mag daran liegen, daß Groo in den US von A anscheinend als monatlicher Comic erscheint - jedenfalls hat die zeichnerische „Qualität“ der Story ein wenig nachgelassen, wenn man sie mit den Teilen aus den 80er Jahren vergleicht. (Nicht, daß ich im Zusammenhang mit Aragonés wirklich von „zeichnerischen Qualitäten“ reden möchte...)
Auch die Story selber erweist sich im Vergleich mit den früher in Deutschland veröffentlichten Comics eher als schwach (die Originale sind mir leider unbekannt) denn wirklich als originell. Sicher, es ist eine verlockende Idee, Groo einmal als intelligent darzustellen - aber irgendwie paßt dies nicht zu unseren Lieblings-Barbaren. Dazu kommt dann noch, daß Groo im weiteren Verlauf, wenn er endlich wieder vertraute Charakterzüge annimmt, einfach zu dämlich gezeichnet ist. Gut - Groo ist dämlich - aber auch diese Zeichnung der Gesichtszüge ist einfach daneben. Hier wurde versucht, der Dämlichkeit noch eins draufzusetzen - und was zuviel ist, ist einfach zuviel. Das hätte nun wirklich nicht sein müssen.
Das alles hört sich jetzt vielleicht stark negativ an, doch insgesamt bleibt immer noch ein Comic, der die meisten anderen weit überstrahlt. Der Rezensent schwelgt halt ein wenig in Erinnerungen an die 15-Punkte-Comics - und im Vergleich hierzu fällt diese Groo-Ausgabe eindeutig ab. Mal sehen, ob Groo zu alter Stärke zurückfindet, wenn denn mal eine zweite Ausgabe der Reihe erscheinen sollte.

Fazit:
Aragonés-Liebhaber werden sich diesen Comic sowieso schon zugelegt haben. „Groo“ ist ein „grooßartiger“ Chaos-Comic, der jedoch leider in dieser Ausgabe ein wenig von seiner Qualität verloren hat - wer kann sich Groo schon als intelligent vorstellen? Im Vergleich zu den früheren Heften bleibt trotz der unbestrittenen Genialität Aragonés’ nur eine Abwertung übrig, wobei dieser Comic eine Wertung erreicht, die da lautet:
11 Punkte.

Winfried Brand


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