Zum
Inhalt:
Als der Barde in einen unversehrten Ort gerät, nimmt er an, Groo
wäre noch nicht hiergewesen. Doch aus der Schänke wird er -
nachdem er dort einige Anekdoten aus Groos Leben zum Besten gegeben
hat - hinausgeworfen, weil die Bewohner dieses Ortes Groo für
den intelligentesten Mann der Welt halten, der sie schon oft gerettet
hat. Der Barde versteht die Welt nicht mehr - sollte Groo wirklich
intelligent geworden sein???
Mehr als 10 Jahre ist es her, seit Groo zum ersten Mal den Weg in die
deutschen Comicleser-Haushalte gefunden hat. Damals dauerten die
Bemühungen des Condor-Verlags nicht lange an, und bereits nach
rund vier oder fünf Heften (ich müßte hierfür
nun doch ein wenig herumkramen und die alten Teile hervorholen - was
ich mir angesichts der Tatsache, daß diese Frage nun wirklich
nur von marginaler Bedeutung ist, dann doch lieber spare...) war es
aus mit dem selten dämlichen Barbaren aus der unverwechselbaren
Feder des Meisters namens Sergio Aragonés.
Der neue Versuch von Dino startet nun mit Klebebindung und
Comic-Format, statt der alten Heftung im A4-Format, und auch sonst
hat sich einiges geändert bei unserem Lieblingsbarbaren. Nein,
nicht daß er intelligent geworden wäre - das haben
Aragonés und Evanier nun wirklich nicht gewagt, am Ende ist
hier natürlich wieder alles beim alten und Groo so strohdoof,
wie wir ihn lieben. Nein, es mag daran liegen, daß Groo in den
US von A anscheinend als monatlicher Comic erscheint - jedenfalls hat
die zeichnerische Qualität der Story ein wenig
nachgelassen, wenn man sie mit den Teilen aus den 80er Jahren
vergleicht. (Nicht, daß ich im Zusammenhang mit Aragonés
wirklich von zeichnerischen Qualitäten reden
möchte...)
Auch die Story selber erweist sich im Vergleich mit den früher
in Deutschland veröffentlichten Comics eher als schwach (die
Originale sind mir leider unbekannt) denn wirklich als originell.
Sicher, es ist eine verlockende Idee, Groo einmal als intelligent
darzustellen - aber irgendwie paßt dies nicht zu unseren
Lieblings-Barbaren. Dazu kommt dann noch, daß Groo im weiteren
Verlauf, wenn er endlich wieder vertraute Charakterzüge annimmt,
einfach zu dämlich gezeichnet ist. Gut - Groo ist dämlich -
aber auch diese Zeichnung der Gesichtszüge ist einfach daneben.
Hier wurde versucht, der Dämlichkeit noch eins draufzusetzen -
und was zuviel ist, ist einfach zuviel. Das hätte nun wirklich
nicht sein müssen.
Das alles hört sich jetzt vielleicht stark negativ an, doch
insgesamt bleibt immer noch ein Comic, der die meisten anderen weit
überstrahlt. Der Rezensent schwelgt halt ein wenig in
Erinnerungen an die 15-Punkte-Comics - und im Vergleich hierzu
fällt diese Groo-Ausgabe eindeutig ab. Mal sehen, ob Groo zu
alter Stärke zurückfindet, wenn denn mal eine zweite
Ausgabe der Reihe erscheinen sollte.
Fazit:
Aragonés-Liebhaber werden sich diesen Comic sowieso schon
zugelegt haben. Groo ist ein
grooßartiger Chaos-Comic, der jedoch leider in
dieser Ausgabe ein wenig von seiner Qualität verloren hat - wer
kann sich Groo schon als intelligent vorstellen? Im Vergleich zu den
früheren Heften bleibt trotz der unbestrittenen Genialität
Aragonés nur eine Abwertung übrig, wobei dieser
Comic eine Wertung erreicht, die da lautet:
11 Punkte.