Steve
Brickman schmiedet mal wieder Pläne. Nach der erfolgreichen
Flucht vor den Eisenmeistern spricht er sich mit dem Geheimdienst der
AMTRAK-Föderation ab, der Mr. Snow, Cadillac und Clearwater in
die Hände bekommen will. Clearwater befindet sich schon an Bord
des Wagenzuges "Red River", wo ihre Schußverletzungen behandelt
werden, da der Geheimdienst sie lebend will. Steve soll nun Cadillac
und Mr. Snow zu einem Befreiungsversuch überreden, bei dem die
beiden dann gefangengenommen werden sollen. Aber insgeheim hat Steve
ganz anderes vor. Er will Clearwater tatsächlich befreien - und
seine Schwester Roz ebenfalls.
Doch als Steve zusammen mit Cadillac im Gebiet des Stammes der
Bären eintrifft, ist Mr. Snow bereits zum Handelsposten an der
Grenze zu den Eisenmeistern aufgebrochen. Steve eilt ihm nach, denn
ohne Mr. Snow hat er keine Chance, den Geheimdienst zu täuschen.
Als er den Handelsposten erreicht, scheint Mr. Snow im Sterben zu
liegen. Um die Feinde des Stammes zu vernichten, die am Handelsposten
eine Falle stellten, rief er mächtige Magie zu Hilfe...
Steve erreicht mit Mr. Snows Leiche das Stammesgebiet der Bären,
und sein Vorhaben scheint zum Scheitern verurteilt zu sein. Doch dann
fassen er und Cadillac einen tollkühnen Plan...
Da ist er nun, der mittlerweile fünfte Roman um die
AMTRAK-Kriege. Ein gewaltiger Zyklus, dessen einzelne Bände
nahtlos ineinander übergehen. Und dies in einer Reihe, die als
"Science Fiction zum Kennenlernen" betitelt ist. Hat Heyne es
wirklich nötig, die Neuauflage eines kompletten Zyklus unter
einem solchen Label auf den Markt zu bringen?
Denn seien wir einmal ehrlich: Als Neuleser auf dem Gebiet der
Science Fiction ist man dann tatsächlich gezwungen, insgesamt
sechs Bücher zu einem Stückpreis von je 15,- DM zu kaufen,
um den kompletten Zyklus lesen zu können. Und dies sollte man
auch tun, denn durch die nahtlose Aneinanderreihung der Bände
kann man sonst der großen Story kaum folgen. Genau wie beim
Splitting scheint es sich hier nur um eine Masche zu handeln, noch
möglichst viel Geld zu verdienen, bevor die Preisbindung bei den
Büchern endet.
Und noch ehrlicher: Als langjähriger Science Fiction-Leser
würde ich keinem Neueinsteiger empfehlen, direkt mit einem
solchen Mammutwerk zu beginnen. Ebensogut könnte ich jemandem,
der Märchen lesen möchte, "Der Herr der Ringe"
empfehlen...
Nun aber genug davon; kommen wir zum eigentlichen Buch. Interessante
Story, noch interessantere Charaktere, ein guter (und langer) Plot,
wirklich nicht schlecht. Nett auch, daß man im ersten Kapitel
einen allgemeinen Überblick erhält, um was es eigentlich
geht. Gerade der Neueinsteiger wäre ohne diesen Einblick, wenn
er denn mit diesem Band anfängt, verloren.
Auch der Hintergrund einer Endzeitwelt ist nicht schlecht. Eine
interessante Welt, manchmal ein wenig schwer zu verstehen, aber
immerhin eine mögliche Welt. Und Patrick Tilley hat nicht nur
ansprechende Ideen, er schreibt auch einen gut lesbaren und
unterhaltenden Stil.
Fazit:
Nicht für den Neueinsteiger, sondern für den Kenner. Sollte
Heyne allerdings so weitermachen, kommt in dieser Reihe vielleicht
als nächstes Asimovs Foundation-Zyklus. (Ups, hoffentlich habe
ich den Verlag jetzt nicht auf dumme Ideen gebracht...) Trotz des
Abzugs für falsche Reiheneinordnung bleiben immerhin noch 9
Punkte. (Wäre dies allerdings der erste rezensierte Band aus dem
Zyklus gewesen, hätte es mehr Punktabzüge gegeben...)