Patrick Tilley:

"Todbringer"

(Reihe Warp 7 - Science Fiction zum Kennenlernen)
(Die Amtrak-Kriege - Fünfter Roman)
OT: The Amtrak-Wars - Book 5: Death-Bringer
Ü: Ronald M. Hahn
GB 1988
(459 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/7010, ISBN 3-453-15645-5, DM 14,90)
- erschienen: Juni 1999 -

Steve Brickman schmiedet mal wieder Pläne. Nach der erfolgreichen Flucht vor den Eisenmeistern spricht er sich mit dem Geheimdienst der AMTRAK-Föderation ab, der Mr. Snow, Cadillac und Clearwater in die Hände bekommen will. Clearwater befindet sich schon an Bord des Wagenzuges "Red River", wo ihre Schußverletzungen behandelt werden, da der Geheimdienst sie lebend will. Steve soll nun Cadillac und Mr. Snow zu einem Befreiungsversuch überreden, bei dem die beiden dann gefangengenommen werden sollen. Aber insgeheim hat Steve ganz anderes vor. Er will Clearwater tatsächlich befreien - und seine Schwester Roz ebenfalls.
Doch als Steve zusammen mit Cadillac im Gebiet des Stammes der Bären eintrifft, ist Mr. Snow bereits zum Handelsposten an der Grenze zu den Eisenmeistern aufgebrochen. Steve eilt ihm nach, denn ohne Mr. Snow hat er keine Chance, den Geheimdienst zu täuschen. Als er den Handelsposten erreicht, scheint Mr. Snow im Sterben zu liegen. Um die Feinde des Stammes zu vernichten, die am Handelsposten eine Falle stellten, rief er mächtige Magie zu Hilfe...
Steve erreicht mit Mr. Snows Leiche das Stammesgebiet der Bären, und sein Vorhaben scheint zum Scheitern verurteilt zu sein. Doch dann fassen er und Cadillac einen tollkühnen Plan...

Da ist er nun, der mittlerweile fünfte Roman um die AMTRAK-Kriege. Ein gewaltiger Zyklus, dessen einzelne Bände nahtlos ineinander übergehen. Und dies in einer Reihe, die als "Science Fiction zum Kennenlernen" betitelt ist. Hat Heyne es wirklich nötig, die Neuauflage eines kompletten Zyklus unter einem solchen Label auf den Markt zu bringen?
Denn seien wir einmal ehrlich: Als Neuleser auf dem Gebiet der Science Fiction ist man dann tatsächlich gezwungen, insgesamt sechs Bücher zu einem Stückpreis von je 15,- DM zu kaufen, um den kompletten Zyklus lesen zu können. Und dies sollte man auch tun, denn durch die nahtlose Aneinanderreihung der Bände kann man sonst der großen Story kaum folgen. Genau wie beim Splitting scheint es sich hier nur um eine Masche zu handeln, noch möglichst viel Geld zu verdienen, bevor die Preisbindung bei den Büchern endet.
Und noch ehrlicher: Als langjähriger Science Fiction-Leser würde ich keinem Neueinsteiger empfehlen, direkt mit einem solchen Mammutwerk zu beginnen. Ebensogut könnte ich jemandem, der Märchen lesen möchte, "Der Herr der Ringe" empfehlen...
Nun aber genug davon; kommen wir zum eigentlichen Buch. Interessante Story, noch interessantere Charaktere, ein guter (und langer) Plot, wirklich nicht schlecht. Nett auch, daß man im ersten Kapitel einen allgemeinen Überblick erhält, um was es eigentlich geht. Gerade der Neueinsteiger wäre ohne diesen Einblick, wenn er denn mit diesem Band anfängt, verloren.
Auch der Hintergrund einer Endzeitwelt ist nicht schlecht. Eine interessante Welt, manchmal ein wenig schwer zu verstehen, aber immerhin eine mögliche Welt. Und Patrick Tilley hat nicht nur ansprechende Ideen, er schreibt auch einen gut lesbaren und unterhaltenden Stil.

Fazit:
Nicht für den Neueinsteiger, sondern für den Kenner. Sollte Heyne allerdings so weitermachen, kommt in dieser Reihe vielleicht als nächstes Asimovs Foundation-Zyklus. (Ups, hoffentlich habe ich den Verlag jetzt nicht auf dumme Ideen gebracht...) Trotz des Abzugs für falsche Reiheneinordnung bleiben immerhin noch 9 Punkte. (Wäre dies allerdings der erste rezensierte Band aus dem Zyklus gewesen, hätte es mehr Punktabzüge gegeben...)

Ritchie Eberle


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