Die Suche
nach dem Druiden-Ei, mit dem sie die Festung Torra Alta vor den
barbarischen Vaalakern retten wollen, führt Brid, Caspar und Hal
immer weiter in den Süden. Ausnahmsweise hat sich die Welt um
sie herum aber diesmal nicht gänzlich gegen sie verschworen. Es
gelingt ihnen tatsächlich, ein paar Freunde zu gewinnen, die sie
unterstützen. Zusätzlich kommen sie langsam in eine Gegend,
in der Menschen wie Brid nicht mehr ganz so stark als Hexen und
Feenvolk verfolgt werden wie in Belbidia.
Dennoch ist ihre Reise alles andere als einfach. Ein neuer Feind aus
dem Norden hat sich auf ihre Fährte gesetzt, und die Aktivierung
des alten Kessels hat uralte Kreaturen aufgeweckt, die sich ebenfalls
für die Sucher interessieren. Dennoch haben sie endlich eine
brauchbare Spur gefunden, die sie in der Hoffnung verfolgen, selbst
keine allzu deutliche solche zu hinterlassen.
Die Gefahren lauern also wie immer bei jedem Schritt; jedoch scheint
endlich für einen Augenblick Licht am Ende des dunklen Tunnels
zu sein...
Weiter geht die (Endlos-?) Saga Runenzauber, und weiter geht sie mit
einem geteilten Band, aber damit werden wir in diesem Zyklus wohl
leben müssen. Allerdings muß ich gestehen, daß die
Trennung diesmal wenigstens akzeptabel durchgeführt wurde.
Offensichtlich hat die Handlung des eigentlichen Romans selbst einen
kleinen Bruch, so daß man nicht den Eindruck hat, daß
hier eine Einheit auseinandergerissen wurde. Allerdings ist das Buch
dann mit knapp über 300 Seiten doch recht kurz geworden, und ich
bin mal gespannt, was der Rest so zu bieten hat (besonders in punkto
Seitenzahl).
Inhaltlich geht es weiter wie gehabt. Die drei Nordlichter Hal,
Caspar und Brid sind in Begleitung des Söldners Ceowulf (*
Hm, stand da im Original wirklich kein B am Anfang? ;-)))
Heike) und des adeligen Mädchens Cybilla unterwegs und
unterwegs und unterwegs. Eigentlich hatte ich gehofft, daß sich
der Zyklus nicht in der Suche nach dem Druiden-Ei erschließen
würde, aber ich fürchte, daß es ganz danach aussieht,
und das finde ich doch schon recht enttäuschend. Dabei ist der
Roman an sich gar nicht schlecht erzählt. Die Charaktere sind
gut und nachvollziehbar dargestellt, und man kann durchaus die
Entwicklung der Gruppe im Verlauf ihrer Reise nachvollziehen. Die
Konflikte des Anfangs haben sich verlagert, und andere sind an ihre
Stelle getreten. Dennoch bleibt die Geschichte irgendwo recht
unbefriedigend. Die Gefährten laufen durch die Welt und
entdecken zwar immer neue Länder und Menschen, aber immer wieder
und häufiger ähneln sich die Gefahren. Zwar kommen diesmal
einige neue hinzu (die Kreaturen der Tiefe), aber dafür gibt es
genug anderes, das wir schon hatten. Fast scheint es, als ob das
ganze Leben der Helden darin bestünde, in Gefangenschaft zu
geraten, zu fliehen, eine neue Spur zu finden und wieder in
Gefangenschaft zu geraten. Es taucht einfach nichts wirklich Neues
auf. Ich gebe ja zu, daß man von niemandem erwarten soll und
darf, auf jeder Seite die Fantasy neu zu erfinden, aber man soll sich
in einem zusammenhängenden Werk auch bitte nicht zu oft
wiederholen. Genau das ist hier im Moment jedoch leider der Fall.
Ein kleiner Hoffungsschimmer ist das Ende dieses Romans,
das hoffen läßt, daß wir im nächsten Band ein
wenig von diesem Schema abkommen und endlich wirkliches Neuland
betreten.
Fazit:
Eine schöne und nachvollziehbare Geschichte, die sich angenehm
und schnell lesen läßt. Sie könnte jedoch durchaus
etwas abwechslungsreicher sein.
9 Punkte