Jane Welch:

„Das Schwert der Morrigwen“

(Runenzauber 5)
OT: The Runes of Sorcery, Chapter 1-13
Ü: Jörn Ingwersen
GB 1997
(317 Seiten, Taschenbuch, Knaur 70137, ISBN 3-426-70137-5, DM 15,90)
- erschienen: August 1999 -

Die Suche nach dem Druiden-Ei, mit dem sie die Festung Torra Alta vor den barbarischen Vaalakern retten wollen, führt Brid, Caspar und Hal immer weiter in den Süden. Ausnahmsweise hat sich die Welt um sie herum aber diesmal nicht gänzlich gegen sie verschworen. Es gelingt ihnen tatsächlich, ein paar Freunde zu gewinnen, die sie unterstützen. Zusätzlich kommen sie langsam in eine Gegend, in der Menschen wie Brid nicht mehr ganz so stark als Hexen und Feenvolk verfolgt werden wie in Belbidia.
Dennoch ist ihre Reise alles andere als einfach. Ein neuer Feind aus dem Norden hat sich auf ihre Fährte gesetzt, und die Aktivierung des alten Kessels hat uralte Kreaturen aufgeweckt, die sich ebenfalls für die Sucher interessieren. Dennoch haben sie endlich eine brauchbare Spur gefunden, die sie in der Hoffnung verfolgen, selbst keine allzu deutliche solche zu hinterlassen.
Die Gefahren lauern also wie immer bei jedem Schritt; jedoch scheint endlich für einen Augenblick Licht am Ende des dunklen Tunnels zu sein...

Weiter geht die (Endlos-?) Saga Runenzauber, und weiter geht sie mit einem geteilten Band, aber damit werden wir in diesem Zyklus wohl leben müssen. Allerdings muß ich gestehen, daß die Trennung diesmal wenigstens akzeptabel durchgeführt wurde. Offensichtlich hat die Handlung des eigentlichen Romans selbst einen kleinen Bruch, so daß man nicht den Eindruck hat, daß hier eine Einheit auseinandergerissen wurde. Allerdings ist das Buch dann mit knapp über 300 Seiten doch recht kurz geworden, und ich bin mal gespannt, was der Rest so zu bieten hat (besonders in punkto Seitenzahl).
Inhaltlich geht es weiter wie gehabt. Die drei Nordlichter Hal, Caspar und Brid sind in Begleitung des Söldners Ceowulf (* Hm, stand da im Original wirklich kein „B“ am Anfang? ;-))) Heike) und des adeligen Mädchens Cybilla unterwegs und unterwegs und unterwegs. Eigentlich hatte ich gehofft, daß sich der Zyklus nicht in der Suche nach dem Druiden-Ei erschließen würde, aber ich fürchte, daß es ganz danach aussieht, und das finde ich doch schon recht enttäuschend. Dabei ist der Roman an sich gar nicht schlecht erzählt. Die Charaktere sind gut und nachvollziehbar dargestellt, und man kann durchaus die Entwicklung der Gruppe im Verlauf ihrer Reise nachvollziehen. Die Konflikte des Anfangs haben sich verlagert, und andere sind an ihre Stelle getreten. Dennoch bleibt die Geschichte irgendwo recht unbefriedigend. Die Gefährten laufen durch die Welt und entdecken zwar immer neue Länder und Menschen, aber immer wieder und häufiger ähneln sich die Gefahren. Zwar kommen diesmal einige neue hinzu (die Kreaturen der Tiefe), aber dafür gibt es genug anderes, das wir schon hatten. Fast scheint es, als ob das ganze Leben der Helden darin bestünde, in Gefangenschaft zu geraten, zu fliehen, eine neue Spur zu finden und wieder in Gefangenschaft zu geraten. Es taucht einfach nichts wirklich Neues auf. Ich gebe ja zu, daß man von niemandem erwarten soll und darf, auf jeder Seite die Fantasy neu zu erfinden, aber man soll sich in einem zusammenhängenden Werk auch bitte nicht zu oft wiederholen. Genau das ist hier im Moment jedoch leider der Fall.
Ein kleiner Hoffungsschimmer ist das „Ende“ dieses Romans, das hoffen läßt, daß wir im nächsten Band ein wenig von diesem Schema abkommen und endlich wirkliches Neuland betreten.

Fazit:
Eine schöne und nachvollziehbare Geschichte, die sich angenehm und schnell lesen läßt. Sie könnte jedoch durchaus etwas abwechslungsreicher sein.
9 Punkte

Alexander Haas


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