Mark Hellmann

Band 41: "Killerbestien!"

Der fünfundachtzigjährige Rentner Paul Brettnarsch (* Argh, was für ein hyperdämlicher Name... man kann es mit dem Versuch, Namen zu erfinden, die es wirklich nicht gibt, doch sehr übertreiben... Heike) hebt alle seine Ersparnisse ab. Als er sie im Heim "Graues Kloster" verstecken will, findet er unter den Dielen ein altes Beil. (Hier bereits die ersten Fehler: Paule wohnt oben. Er steigt nämlich mehrere Treppen empor. Und dann will er etwas unter den Dielen vergraben??? Und auf Seite 5 heißt es: "..., juckte er mißmutig sein Kinn") (* Du wirst kaum glauben, wieviele Leute den Unterschied zwischen "jucken" und "kratzen" nicht kennen. Heike)
Mark Hellmann erhält eine eindeutige Einladung von einer alten Freundin namens Clarissa (Stammleser kennen sie bereits aus Band 16), die er auch flugs annimmt. (Nanu, wo ist denn da seine Treue zu Tessa hin? Oder haben wir hier einen neuen Bach? Nennen wir ihn doch vorerst einmal "Ich-habe-das-Expose-nicht-richtig-gelesen-Bach"... (* Was hältst Du von "Man-hat-mir-irrtümlich-das-alte-Exposé-zugeschickt-Bach"? ;-) Winy)) Da sein geliebter BMW in der Werkstatt ist, muß er halt den Zug nehmen. (Was denn, was denn, Mark Hellmann klagt einmal nicht über Geldsorgen? Wo eine Reparatur doch so teuer ist...)
Während Mark Hellmann unterwegs nach Greifswald zu Clarissa ist, beginnt dort bereits das Grauen: Ein Irrer mit einer Axt hackt der Freundin des Heimleiters vom "Grauen Kloster" den Arm ab, außerdem muß auch noch ein kleiner Hund dran glauben. Dann fällt der Irre einem Liebespärchen auf, dessen männlicher Part sich bemüßigt fühlt, sich den Mann einmal näher anzusehen.
Auf seiner Fahrt nach Greifswald hilft Mark erst einmal einem Ausländer gegen ein Skinheadtrio, bestehend aus zwei Männern und einer Frau. Nach dieser Aufwärmübung erwartet unseren Helden ein gewaltiger Schock: Der Bahnsteig, auf dem der Zug in Greifswald ankommt, gleicht einem Schlachtfeld. Der einzige Überlebende ist der männliche Teil des Liebespärchens.
Nach diesem Schock - und nachdem Clarissa Mark vom Bahnhof abgeholt hat - versucht dieser, erst einmal Informationen zu bekommen. Welch ein Glück für ihn, daß einer der Vorfahren von Clarissa ein Henker war, von dem wohl auch das geheimnisvolle Beil stammt. Nachts hat Mark Hellmann dann auch einen Traum von dem irren Henkersnachfolger.
Paul Brettnarsch (der Leser hat es sicher schon geahnt, hier (auf Seite 27) gibt es endlich die Bestätigung) ist wieder einmal unterwegs. Sein Ziel diesmal: Eine Buchhandlung in der Innenstadt von Greifswald. Doch kaum hat er die Buchhandlung betreten, als ein Schwarm Krähen, der sich in der Nähe versammelt hat, in die Buchhandlung eindringt und ihn angreift. (Natürlich wird nirgendwo erklärt, wieso die Viecher das tun. Vielleicht wollte Bach einfach nur eine Reminiszenz an Hitchcocks "Die Vögel" einbringen. Schließlich wäre der Meister des Thrillers diesen Monat 100 Jahre alt geworden...). Schwer verletzt kann Brettnarsch entkommen und flüchtet ins Heim. Dort verläßt ihn kurz der magische Einfluß des Beils, und Paule nutzt die Gelegenheit, um sein Leben zu beenden.
Auch Mark Hellmann hat das Heim inzwischen erreicht. (Wie, erfährt natürlich wieder niemand, auch nicht, wieso MH ausgerechnet auf Brettnarsch kommt. Vielleicht hat Herr Hellmann ja im Gegensatz zu Herrn Bach das Exposé gelesen...) Als Brettnarsch nicht öffnet (wie denn auch...), dringen Mark Hellmann, Clarissa (die MH den ganzen Roman über nur nachläuft und Ideen liefert) und der Heimleiter mit dem Generalschlüssel in das Zimmer ein. Natürlich greift das geheimnisvolle Beil sofort an, und ebenso natürlich wehrt sich Mark Hellmann. Es gelingt ihm, das Beil ruhigzustellen, doch dieses hackt vorher der Leiche von Brettnarsch noch schnell drei Finger ab, die anschließend nicht mehr aufzufinden sind. (Hier folgt dann auch der obligatorische Verweis auf das Titelbild. Wurde das etwa vor dem Schreiben des Romans gezeichnet???) (* Ja, das ist so üblich. Für gewöhnlich bauen Heftromanautoren die Titelbildszene oder einen Teil davon in ihren Roman ein. Heike)
Natürlich hat Mark Hellmann das Beil mitgenommen und untersucht es nun, doch es hat anscheinend jede Magie verloren. Um sich von diesem Rätsel und einem Anruf von Tessa abzulenken, beschließt unser Mark, mit Clarissa ein wenig Bettsport zu treiben. Doch dabei streift er mit dem Ring sein Mal, und dieser reagiert sofort mit dem bekannten Suchstrahl. Flugs macht sich Mark Hellmann, mit Clarissa im Schlepptau, auf den Weg, um der Spur zu folgen.
Inzwischen hat auch eine junge Frau das Heim erreicht, die erst vor kurzem erfahren hat, daß sie noch einen Großvater hat. Dieser heißt Paul Brettnarsch... Von der Nachricht, daß dieser erst vor kurzer Zeit verstorben ist, sichtlich geschockt, begibt sich die junge Frau in ein Café, nicht ahnend, daß sie ein grausiges Erbe mit sich herumschleppt.
Natürlich trifft unser Held rechtzeitig am Ort des Geschehens ein und kann auch einer (gerade mal mausgroßen, aber extrem gefährlichen) Killerbestie den Garaus machen. Doch Dank des Eingreifens der Polizei können zwei weitere Killerbestien entkommen. (Wir erinnern uns: Drei Finger!) Den Kadaver der dritten Bestie im Schlepptau, verziehen sich die beiden Wesen in den Keller des Heims, wo sie damit beginnen, sich im Eiltempo zu vermehren. (Hier ist Herrn Bach die Phantasie durchgegangen, die Viecher vermehren sich so schnell wie Bakterien, eher sogar noch schneller...) (* DAS kann ich nun kaum glauben. Es gibt bestimmt Bakterien, die den von Herrn Bach geschilderten Fortpflanzungsrhythmus übertreffen würden. Heike)
Und wieder einmal bringt Clarissa Mark Hellmann auf eine gute Idee (Nein, nicht, was ihr schon wieder denkt...): Mark will die Gebeine von Clarissas Vorfahr suchen und diesem mit Weihwasser den ewigen Frieden schenken, um den Spuk zu beenden. Also wird wieder einmal der Ring aktiviert, und los geht es.
Bald findet Mark den Platz, an dem die Gebeine in ungeweihter Erde ruhen. Doch ausgerechnet diesen Platz hat das Skinheadtrio aus dem Zug zu seinem Lagerplatz erkoren. Mit Hilfe von Marks SIG Sauer überzeugt Clarissa das Trio, daß es besser wäre, sich nicht einzumischen, während Mark fleißig gräbt. Kaum hat er, ohne etwas zu finden, eine Grube ausgehoben, die etwa einem Grab gleicht (was unser Trio doch ein wenig unruhig macht), greift ein Trupp der Bestien an. Mark wehrt sich erfolgreich mit Weihwasser, wovon auch ein paar Spritzer in die Grube gelangen, und siehe da, prompt hört der Spuk auf. Als sich Mark schließlich von Clarissa verabschiedet, gesteht ihm diese, daß sie in Wirklichkeit Ellen, Clarissas Zwillingsschwester, ist...

Nun ja, sehr konstruiert diesmal, der Roman. Viel zu viele Fragen bleiben unbeantwortet, und der gute Mark kommt doch tatsächlich völlig ohne jede Information auf die Idee, daß das Beil nur Clarissas (und Ellens) Vorfahr gehört haben kann, sowie darauf, wie der Spuk zu beenden ist. Noch nicht einmal ein Anruf bei seinem Vater Ulrich ist nötig. Und dann natürlich, wie Mark zu diesem Abenteuer kommt. Auf nackte Frauen, die vor ihm stehen, reagiert der gute Mark zwar noch, wimmelt sie aber ab. Und kaum schreibt einer seiner früheren One-Night-Stands, als er auch schon alles stehen und liegen läßt und sogar Zubehör aus seinem Einsatzkoffer mitnimmt. Frage: Würde sich auch nur irgendein Mann so verhalten??? Ist Herr Bach etwa eine Frau Bach??? Fragen über Fragen, und der Roman gibt sogar noch mehr Fragen dazu. Keine davon wird beantwortet, keine einzige. Und Tessa??? Mark verrät ihr, daß er sich in Greifswald befindet, und Tessa eilt nicht sofort zu ihm???
Genug der Fragen, nur noch eine: Hat der Mensch, der diesen Roman verbrochen hat, jemals vorher schon mal einen Hellmann gelesen??? Hier paßt einfach hinten und vorn nichts!

Fazit:
Ein neuer Maßstab im Bereich des Gruselromans wurde mit diesem Roman gesetzt: Schlechter geht es nun wirklich kaum noch. Und die Folge ist: Dicke, fette NULL Punkte (obwohl das auch schon zuviel ist).

Ritchie Eberle

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