Die
Situation am Sonnentresor wird für die Verteidiger immer
dramatischer und hoffnungsloser. Zudem ist es mehr als fraglich, ob
die Haluter noch rechtzeitig auftauchen können, um eine
Katastrophe zu verhindern.
Hinzu kommt, daß die Algioten sich derzeit mehr als seltsam
verhalten. Sie fliegen Angriffe, die sie noch vor dem Kampf wieder
abbrechen, und unternehmen völlig sinnlose Manöver. Dennoch
wird Atlan klar, daß gerade die Kämpfe um Thagarum herum
das Ziel haben sollen, die Galaktiker an diesen Ort zu binden, um
damit an anderen Orten leichtes Spiel zu haben.
In dieser Situation trifft der Oxtorner Denor Massal auf den
Wlatschidenraumer FLAMBAT, der Geleitschutz für einen
Gefangenenaustausch benötigt. Hier sollen einige gefangene
Tazolen gegen den Wlatschidenadmiral Anschoruk ausgetauscht werden.
Dieser ist von den Verhören und Folterungen arg gezeichnet und
am Ende seiner Kräfte. Ständig hat er Anfälle und ist
kaum ansprechbar.
Im Hauptquartier der Chearther ist man unterdessen recht nervös,
da man nicht weiß, welche Geheimnisse der Admiral unter der
Folter verraten hat. Er selbst behauptet, nur falsche, unwichtige
oder veraltete Angaben gemacht zu haben. Dennoch kommt es in der
Folge zu vielen Verlusten von Planeten. Egal, was der Admiral
verraten hat oder auch nicht, die Algioten gehen nun viel aggressiver
vor als bisher. Auch Ingar, das Hauptquartier der Allianz, wird
vernichtet.
Während sich die hohen Offiziere mit der militärischen Lage
beschäftigen, sind es gerade Denor Massal und die Siganesen um
Domino Ross, die Anschoruk weiterhin aufmerksam beobachten. Sie
versuchen hinter seinem seltsamen Verhalten einen Sinn zu sehen.
Obwohl er nicht wie ein Gefangener behandelt wird, verhält er
sich sehr abweisend. Er meidet jeden Kontakt mit seinen Artgenossen
und zieht sich fast vollkommen zurück. Dann kommen seine
Beobachter auf die Lösung. Anschoruk betet - wie ein Tazole.
Denor Massal und Domino Ross wollen so schnell wie möglich Atlan
informieren, doch der macht sich rar. Hinzu kommt, daß
Anschoruk auf einmal verschwunden ist. Es scheint, daß er nun
endgültig zum Verräter werden wird. Sie können ihn
einfangen, bevor Schlimmeres passiert, aber es gelingt Anschoruk, in
der Nacht wiederum auszubrechen und einen Funkspruch abzusetzen.
Nun hilft nur noch die Flucht. Doch die Algioten stehen schon
Raumschiff bei Fuß, sind in Windeseile im System und versuchen,
die Verteidiger an der Flucht zu hindern. Das gelingt ihnen im Fall
von Atlan auch recht gut. Sein Raumschiff wird eingekesselt und
geentert. Zum ersten Mal ist es den Algioten gelungen, ein
galaktisches Schiff zu zerstören.
Ich mags ja kaum glauben. Nun sind doch tatsächlich die so
überlegenen Galaktiker einmal den Algioten in die Hände
gefallen, und mit Atlan ist auch noch einer der obersten Krieger
dieses Konfliktes dabei. Also - wenn das für die religiösen
Fanatiker kein Grund zum Feiern ist; aber noch ist ja nicht aller
Tage abend, und noch ist ja nicht beschrieben, wie Atlan wirklich in
Gefangenschaft geht. Tja, im Moment sieht es stark danach aus, als ob
die Haluter einen Zahn zulegen müssen, um in Chearth noch die
Kartoffeln aus dem Feuer zu holen. Die Zeit wird hier wirklich
langsam etwas knapp.
Wenn ich mir die Handlung also betrachte, dann scheint man in Chearth
das Tempo eher etwas erhöht zu haben, was die Abfolge der
Geschehnisse anbelangt. Wenn ich mir dagegen die Trägheit der
Milchstraßenebene anschaue, in der eigentlich gar nichts
passiert und deren letzten beiden Bände man in meinen Augen
getrost vergessen kann (mal davon abgesehen, daß Shabazza dran
glauben mußte), tut das dem Zyklus ganz gut, der in den letzten
Wochen doch irgendwie an Faszination verloren hat (was, so denke ich,
hauptsächlich der faden Milchstraßenebene zuzurechnen ist,
die mich im Moment gar nicht begeistern kann).
Aber um hier jede falsche Hoffnung zu begraben: Gut war dieser von
Arndt Ellmer vorgelegte Band auch nicht. Dabei ging es hier vor allem
um Arndts schlechte Angewohnheit, dem Leser nicht mitzuteilen, von
was er schreibt - und das ist bei einem Autoren eine ganz dumme
Sache. Ich habe mich dabei erwischt, daß ich etwa auf Seite 10
oder 11 immer noch keinen blassen Schimmer davon hatte, wo wer war,
und vor allem, warum hier irgend etwas passiert. Da erleben wir
einige seltsame Schlachten, die Algioten drehen langsam
endgültig am Rad. Wir erleben einen ganz suspekten
Gefangenaustausch, bei dem die Galaktiker den Chearthern mal wieder
erzählen müssen, wies geht, und der Leser (also ich)
steht völlig fassungslos vor seinen Seiten und kapiert schlicht
und ergreifend einfach gar nix! Wer wird hier gegen wen ausgetauscht
und warum? Wer ist hier so wichtig, und was ist mit dem los?
Hätte Arndt sich hier die Mühe gemacht, den Roman ein wenig
gefühlvoller und detaillierter anzufangen, wäre alles, was
danach gekommen ist, um vieles lesbarer gewesen. Ein kleine
Erleichterung wäre auch schon gewesen, wenn man über den
einzelnen Kapiteln die kleinen Überschriften eingefügt
hätte, die viele Autoren verwenden. Das hätte die
Orientierung zwischen den einzelnen Ebenen innerhalb des Romans um
einiges erleichtert. Beispiel: Atlan. Im einen Moment ist er noch im
Orbit um Thagarum, wo er sich darüber beschwert, daß die
Algioten die galaktischen Kräfte binden, und dann ist er auf
einmal auf Ingar, dem Chearther Zentrum für
Kriegsführung!?!?!? Also, ich hatte da, wie schon erwähnt,
einige Probleme, der Handlung zu folgen.
Ich als Leser kann über die Gründe dafür
natürlich nur spekulieren. Aber ich hatte in den letzten (doch
recht guten) Romanen von Arndt Ellmer das Gefühl, daß er
sich ein wenig mehr Ruhe beim Schreiben gegönnt und sich ein
bißchen intensiver mit seinen Inhalten auseinandergesetzt hat.
Und genau das gegenteilige Gefühl habe ich nun bei diesem Roman
hier. Er wirkt in meinen Augen lieblos heruntergeschrieben, ohne
Blick für Details, ohne Gefühl für Stimmungen.
Einzig und allein die Dramatik der Situation ließ mich ein
wenig aufatmen.
Fazit:
Weder spannend noch gut geschrieben.
4 Punkte
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Oha - was ist denn da mit Atlan passiert? Steht er
neuerdings unter dem Einfluß
bewußtseinserweiternder Drogen? Anders ist kaum
erklärbar, was am Ende dieses Romans passiert. Kann man
wirklich glauben, daß der alte Arkoniden-Admiral, der
inzwischen ja auch weit mehr als 20.000 Jahre auf dem Buckel
hat, tatsächlich in der Lage ist, solchen Mist zu
verzapfen, der so offensichtlich dazu führt, daß
er in Gefangenschaft gerät? Meines Erachtens lautet die
Antwort hierauf: Nein! |
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Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich Stefan Robijn leider aus dem Kreis der regelmäßigen PR-Rezensenten, da er sich nicht mehr dazu zwingen konnte, einen weiteren Band der Chearth-Handlungsebene zu lesen. Zum Glück bleibt er uns jedoch als sporadischer Rezensent erhalten, so daß auch in Zukunft Rezensionen von ihm im Flash zu lesen sein werden. |