Professor Zamorra

Band 657: "Der letzte Henker"

Bei einem Spaziergang rollt Lucie Brenshaw der Kopf ihres Verlobten Rick vor die Füße; von dem Torso fehlt jegliche Spur. Sheriff Bancroft nimmt die Ermittlungen auf, und da die Spuren am Kopf auf den Einsatz einer Laserwaffe schließen lassen, fährt er hinaus zu Tendykes Home - denn der Kopf des weltumspannenden Großkonzerns ist Besitzer einer Laserpistole.
Dieser wimmelt den Gesetzeshüter allerdings schnell ab. Nach der Beschreibung des Kopfes und des Fundortes beschleicht ihn jedoch ein merkwürdiges Gefühl.
Vor 319 Jahren, 1619, war er mit einem Trupp an jenem Ort, der heute Sweetwater heißt, auf der Suche nach einem Stützpunkt für seine Zukunftspläne.
Dort stieß er auf einen Stamm der Calusa, die mit spanischen Eroberern ein Fort bewohnten. Als Herrscher führte sich dort Don Manfredo Accosto auf, ein Henker, der von einem Eingeborenen - einem Schamanen namens Ma chona - unterstützt wurde. Gemeinsam tyrannisierten die beiden die Bevölkerung.
In Wirklichkeit hielt Ma chona die Fäden in der Hand, und nach einer kurzen Gefangenschaft hatte Tendyke - damals deDigue - diesem den Garaus machen können.
In der Gegenwart verschwindet ein weiterer Polizist, dessen Kopf kurz darauf aus dem Nichts erscheint, was Lucie beobachtet. Sie informiert den Sheriff, der die Beschreibung des Entführers weitergibt.
Vor Ort rätselt Tendyke, wieso Ma chona aus dem Nichts auftauchen konnte, als Nicole Duval in das Nichts entführt wird. Zamorra tastet die Gegend ab und entdeckt unsichtbare Regenbogenblumen.
Er folgt seiner Lebensgefährtin und langt gerade zu dem Zeitpunkt im Fort an, als deDigue Don Manfredo getötet hat und sich den Indianern und Ma chona gegenübersieht. Zamorra schnappt sich das Henkersbeil und richtet Ma chona. Dieser explodiert förmlich und enttarnt sich als MÄCHTIGER, der die Flucht ergreift.
Man reist in die Gegenwart zurück, wo Ricky und der Polizist wieder unter den Lebenden weilen.
Tendykes Erinnerungen an jenes Fort nach dem Tod Don Manfredos sind verschwommen. Einerseits glaubt er, daß sein damaliger Begleit-Trupp ihn befreite; andererseits war Zamorra zur Stelle, um ihn und Nicole herauszuhauen.

Nix verstehen.
Natürlich, in der ursprünglichen Zeitlinie muß Ma chona überlebt haben, aber wenn er sich aus der Zukunft die Opfer geholt hat, wieso? Er hätte ja auch 1620 gegen deDigue vorgehen können; und wieso sollte er Opfer überhaupt noch "weiter" in die Vergangenheit holen? Also - wenn die Niederlage z. B. auf den frühen Abend fällt, wieso tauchen die Köpfe dann schon am Nachmittag auf?
Ziemlich unlogisch und unnötig, dafür umso besser die früher monierte Farblosigkeit der Vergangenheit. Die Beschreibung der Zeit, der Lebensumstände und des Forts waren schon um Klassen besser.
Und mal abgesehen davon, daß ich das Motiv des MÄCHTIGEN nicht verstehe, 319 Jahre in die Zukunft zu springen, um dort einen Gegner zu schädigen, war der Roman flott geschrieben.
Aber wer versteht schon MÄCHTIGE.
8 Punkte

Guido Latz

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