(Star Wars)
OT: Star Wars - X-Wing: Iron Fist"
Ü: Heinz Nagel
USA 1998
(408 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 35142, ISBN 3-442-35142-1, DM
15,00)
- erschienen: August 1999 -
Weiter
geht die Geschichte des Gespenstergeschwaders. Zwar sind im Kampf mit
Admiral Trigit einige Mitglieder gefallen, doch Commander Wedge
Antilles hat keine Probleme, neue Mitglieder für die Einheit zu
gewinnen, denn sie hat bereits ihren Ruf in der jungen Neuen
Republik.
Mit den personellen Veränderungen hat sich aber nicht ihr Ziel
verändert: Kriegsherr Zinsi und sein Supersternzerstörer
"Eiserne Faust".
Die Mitglieder der Gespensterstaffel sind von ihren Erfolgen gegen
Trigit sehr motiviert, und so wollen sie auch seinem Chef Zinsi
weiterhin an den Kragen. Sie streifen sich die Kostümierung des
Flederfalken-Geschwaders über, einer Gruppe von Piraten, die im
Einflußbereich Zinsis Planeten überfallen, um so seine
Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sie wollen sich in seine
Organisation einschleichen, mit nichts weniger als dem Ziel, dem
Kriegsherren sein liebstes Kind, die Eiserne Faust, abzujagen.
Doch auch Zinsi sitzt nicht faul in seinem Raumschiff. Auch er hat
Ziele - und die sind nicht geringer als die Zerstörung der Neuen
Republik.
"Operation Eiserne Faust" ist wiederum ein eigenständiger Band
aus der Geschichte der Gespensterstaffel um Wedge Antilles. Die
Kenntnisse des Vorgängerbandes sind nicht unbedingt notwendig,
wenn auch sinnvoll, um die Charaktere wirklich zu verstehen und zu
begreifen. Aber mit ein klein wenig guten Willen hat man auch ohne
Vorkenntnisse keine bzw. nur wenig Probleme.
Charakteristisch für dieses Buch ist vor allem, daß es ein
STAR WARS-Roman ohne jegliche Anwesenheit der Macht ist - bis auf ein
paar Kleinigkeiten. Auf diese Weise wird wieder gezeigt, das STAR
WARS mehr ist als nur Luke Skywalker, Obi-Wan und Darth Vader. Hier
wird die andere Seite des Krieges gezeigt, bzw. die andere Seite der
Krieger. Die Krieger bzw. Piloten müssen sich hier ganz allein
auf ihre "normalen" Fähigkeiten und ihren Ideenreichtum
verlassen. Dennoch vermißt man eigentlich nicht viel, und
schnell fühlt man sich in der Welt des Sternenkrieges zu Hause.
Hin und wieder geht's halt auch ohne Jedis.
Die eigentliche Geschichte lebt dann allerdings auch sehr stark von
der STAR WARS-Atmosphäre. Das ist dann auch ganz nett, aber
nicht unbedingt außergewöhnlich; zudem hätte es ruhig
etwas spannender sein können. Zugegeben, es ist schon sehr
lustig, zu sehen, wie die Gespenster sich und ihrer Umwelt durch ihre
respektlose Art einen Streich nach dem andern spielen, aber davon
hatten wir im letzten Band schon eine Menge. Hier hätte ich mir
dann doch ein wenig mehr Konzentration auf die Spannung
gewünscht. Zwar ist die Handlung durchaus actionreich, oftmals
aber nicht so richtig mitreißend. Dadurch, daß es sich
auch nicht zwingenderweise um einen Zyklus handelt, hätte dieser
"Stilbruch" auch keineswegs die Gesamtatmosphäre zerstört,
sondern im Sinne der Abwechslung und Vielfältigkeit doch sehr
gutgetan.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt, der mich generell an der
Gespensterstaffel stört, ist die Art der Staffel an sich.
Zusammengewürfelt aus Versagern und Kriminellen, hat sie sich in
einer unglaublichen Geschwindigkeit zu einer der
schlagkräftigsten Truppen der Neuen Republik gemausert, die auch
gleich mit einer Reihe von Sonderaufträgen losgeschickt wird.
Zwar macht es schon im großen und ganzen sehr viel Spaß,
den unterschiedlichen Charakteren bei der Arbeit zuzusehen, aber
wirklich neu ist das hier nicht. Ein wenig mehr Abwechslung
hätte der ganzen Sache nicht geschadet - aber ich glaube, das
hatte ich schon mal.
Fazit:
Ein schöner Roman aus der Welt von STAR WARS, fern von
Skywalker, Solo und Konsorten. Ein Treffen von Chaoten, die einem
angenehm die Zeit vertreiben. Minuspunkte gibt's für die
Gewöhnlichkeit und fehlende Spannung zugunsten der Charaktere,
was so nicht vonnöten gewesen wäre.
9 Punkte