Myles
Kantor und der Wlatschide Ganzetta sind von zwei Dingen mittlerweile
überzeugt: Die Sonne Eleprysi wird bald durch den Einfluß
der Sonnenwürmer explodieren, und auf einer Station der Algioten
hält sich Atlan auf. In einem wagemutigen Manöver gelingt
es beiden, Atlans genauen Standort herauszufinden.
Dieser ist mittlerweile auf dem Planeten Holter gelandet bzw. -
besser gesagt - abgestürzt. Derzeit befinden sie sich in einem
Sumpfgebiet, was den Verletzungen ihrer Verwundeten überhaupt
nicht guttut. Acht Arkoniden und Dro ga Demm befinden sich auf der
Oberfläche des Planeten. Sie müssen nun versuchen, sich
irgendwie in Sicherheit zu bringen und einen Hinterhalt auf ein
Rettungskommando der Algioten vorzubereiten. Dazu müssen sie
aber erst einmal aus dem Sumpf heraus, was an sich schon eine
schwierige Angelegenheit ist, denn hier treibt sich allerhand
Viehzeug herum; und schnell sind alle von einer seltsamen Art von
Blutegeln befallen.
Die Rettung sieht im ersten Moment gar nicht danach aus. Seltsame
Saurier nähern sich den Flüchtlingen. Doch es handelt sich
dabei um die intelligenten Bewohner des Planeten, die Holterer. Sie
wissen von einer kleinen wlatschidischen Station auf dem Planeten und
sind bereit, die Arkoniden dorthin zu führen sowie auch die
Verwundeten zu versorgen, was in Anbetracht der Schwere schon fast
nicht mehr möglich ist. Besonders Kadett Gerenger muß
leiden. Sein Arm ist gebrochen und entzündet, und niemand
weiß, wie lange er ihn noch behalten kann, wenn keine moderne
Medizin eingreifen kann.
Inzwischen wird aber auch die Situation im Weltraum dramatisch. Myles
Kantor kann berechnen, daß die Lebensdauer der Sonne immer mehr
abnimmt, diese also bald kollabieren wird, damit aber auch Atlan zum
Tode verurteilt ist, wenn er nicht rechtzeitig gerettet wird, was in
Anbetracht der starken Truppenkonzentration der Algioten im System
aber vollkommen illusorisch erscheint.
Aber auch auf dem Planeten wird die Situation immer dramatischer.
Hermon von Ariga ist von Würmern befallen worden, die
darangehen, ihn von innen heraus aufzufressen - und hier kann
ebenfalls nur die moderne Medizin helfen. Die Holterer haben da keine
Möglichkeit. Schon gar nicht, als es den Algioten gelingt, ihren
Standort auszumachen. Zwar können Atlan und seine Gefährten
sich der erneuten Gefangennahme entziehen, aber es gelingt Dro ga
Demm, ihnen zu entkommen.
Endlich aber erreichen sie den Stützpunkt und fliehen mit der
wlatschidischen Besatzung.
Nun ist im Weltraum für Ganzetta endlich die Stunde des Handels
gekommen. Es gelingt ihm, die kleine Fähre mit den
Flüchtlingen vor der Vernichtung durch die Algioten zu bewahren
und aus dem System herauszuholen.
So hat alles am Ende doch alles sein Gutes. Hermon von Ariga kann in
letzter Sekunde gerettet werden. Gerenger bekommt erst einmal eine
Prothese für seinen verlorenen Arm, und die Haluter sind endlich
da!
Diesmal das letzte ganz zu Anfang: Na bitte, die Haluter sind da!
Jetzt kann es also richtig losgehen, und wir haben bis zum Ende des
Zyklus sogar noch ein Weilchen Zeit. Die Hoffnung bleibt also noch
bestehen, daß es durch die Haluter nicht zu einem ganz extremen
Hau-Ruck-Ende kommen wird, sondern sie einfach die entscheidenden
Impulse im Kampf gegen Sonnenwürmer und Algioten geben
können. Ich könnte mir sogar vorstellen, daß es mit
der Waffe gegen die Würmer gelingt, dieses Problem zu
neutralisieren und den Algioten dann ruhig gestatten, ihren Gott zu
befreien. Das dürfte für diese dann eine recht peinliche
Angelegenheit werden, denn wie bereits bekannt, ist da ja keiner!
Damit hätte man sich auch gleich des Algioten-Problems
entledigt. Man hätte so vielleicht sogar die Chance, sich
irgendwie friedlich zu einigen. Auch wenn ich über die
Verhandlungen da im Moment gar nicht nachdenken will, nach dem Leid,
das die Chearther durch die Algioten durchmachen mußten...
Aber noch sind die Sonnenwürmer keinesweges Geschichte, sondern
aktiver denn je. Und wenn man Kantors Theorien glauben schenken kann
(daß die Sonnenwürmer die ÜBSEF-Konstante von
Lebewesen wittern und so bevorzugt in bewohnte Systeme springen), ist
das, was Uwe Anton uns hier in diesem Roman geboten hat, nur die
alleroberste Spitze des Eisberges.
Während sich also oben in der Sonne die Würmer austoben,
geraten Atlan und Begleitung auf der Oberfläche des Planten von
einem Schlamassel ins andere; und ich muß an dieser Stelle
erwähnen, daß Uwe Anton anscheinend genau weiß, wie
man so etwas darzustellen hat. Alles verschwimmt ein wenig durch die
Fieberphantasien des Erzählers, aber genau das gibt der ganzen
Angelegenheit seine Spannung und Dramatik. Nichts ist unbedingt
vorhersehbar, und viele Faktoren verleihen der Handlung eine hohe,
aber überschaubare Komplexität. So weiß man zu keinem
Zeitpunkt genau, ob es Gerenger nun gelingen wird, Dro ga Demm zu
töten oder nicht bzw. ob er es wirklich versuchen wird.
Uwe Anton weiß aber hier aber auch um die
Verhältnismäßigkeit der Mittel. Die Eingeborenen des
Planeten spielen nur eine untergeordnete Rolle, und so bleiben sie
auch recht wenig erklärt und eher am Rande der Bedeutung. Genau
das führt aber dazu, daß der Roman nicht zu
unübersichtlich wird, denn auch im Weltraum hat der Autor so
einiges angesiedelt.
Hier kommen wir dann aber auch zu einen Bereich, den ich nicht so gut
fand. Irgendwie konnte ich mich mit der Ich-Perspektive von Ganzetta
nicht anfreunden. Zwar war deutlich zu bemerken, daß Uwe Anton
versucht, die Fremdartigkeit des Wlatschiden darzustellen, doch zu
oft hatte ich das Gefühl, daß einfach nur ein wenig
"große Katze" über die herkömmlichen menschlichen
Wahrnehmungen gezogen wurde. Auch fand ich den Perspektivenwechsel
zwischen Ganzetta und Myles Kantor wenig angenehm. Ich hätte es
bevorzugt, wenn man sich auf eine der beiden beschränkt
hätte.
Fazit:
Ein vielfältiger, aber nicht zu komplexer Roman, der für
mich eindeutig aus der Schwäche der letzten Wochen
herausführen kann, sofern die anderen mitziehen.
11 Punkte
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Endlich, möchte man ausrufen, endlich ein guter
Chearth-Roman! Uwe Anton gelingt mit "Der Sonnentod" das,
woran die meisten Romane dieser Handlungsebene kranken: Er
schafft es, den Leser mit dramatischen und stimmungsvollen
Schilderungen an den Roman zu fesseln. Sicherlich kommt dem
Autor hierbei zugute, daß er ein interessantes
Exposé erhalten hat - doch daß dies allein
nicht alles ist, haben schon andere Bände dieser
Handlungsebene gezeigt. Das Exposé will auch
adäquat umgesetzt werden - und das ist Uwe Anton hier
wirklich gut gelungen.
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Ich habe ja schon vor einer ganzen Zeit mit den Rezis zu
Perry Rhodan aufgehört, aber der neue Roman von Uwe
Antons "Der Sonnentod" veranlaßt mich doch, noch mal
einen Kommentar loszulassen. |