"Star Wars: Episode 1 - Die dunkle Bedrohung"

USA 1999 * 136 Min. * ab 6 Jahren
Regie und Drehbuch: George Lucas
Darsteller:
Liam Neeson (Qui-Gon Jinn)
Ewan McGregor (Obi-Wan Kenobi)
Natalie Portman (Königin Amidala / Padmé Naberrie)
Jake Lloyd (Anakin Skywalker)
Ian McDiarmid (Senator Palpatine)

Die Zeitungen sind voll mit Bildern und Berichten zu diesem Thema. Die Fans stürmen die Kinokassen. Ich konnte selbst beobachten, wie innerhalb von 45 Minuten für die ersten Vorstellungen die beiden größten Kinosäle des Cinedom in Köln ausverkauft wurden, als am 05.08.99 der Kartenvorverkauf begann. Die Menschen hielten mit verklärtem Blick ihre Tickets in der Hand, und allen war eines anzusehen - die gespannte Erwartung des Augenblicks, da sie endlich die bekannte Musik vernehmen und die ersten schrägen Zeilen auf Sternenhintergrund verkünden würden: Die Saga geht weiter. Doch dann am 18.08.99 um 23:59 Uhr stellte sich die Frage: Konnte der Film die Erwartungen erfüllen?
Ich muß mich an dieser Stelle sicher nicht zur Qualität der Spezialeffekte äußern. Die Namen George Lucas und ILM sagen bereits, daß die Effekte kaum besser sein können. Aber Vorsicht - irgendwann müssen immer bessere Computereffekte zwangsläufig die Grenze zwischen Film und Computerspiel verwischen lassen. Star Wars - Episode 1 kommt sehr nah an diese Grenze heran. Leider - muß ich sagen! Obwohl ich persönlich ein großer Fan von "Effekte-Filmen" bin und schon manche Kinokarte nur deshalb gekauft habe, weil die Effekte des entsprechenden Films von ILM waren, fand ich sie im neuen Star Wars übertrieben. Vor allem das schon im Vorfeld immer wieder angesprochene Pod-Race ist meiner Meinung nach viel zu langgezogen und erinnert sehr stark an entsprechende Computerspiele. (* Schließlich mußte man ja das entsprechende Computerspiel aus eigenem Hause promoten... Winy)
Die komplett computeranimierte Hauptfigur Jar Jar Binks eröffnet ein neues Kapitel der Computereffekte im Kino. Auch hier bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Entwicklung gutheißen soll. Filme sind doch immer auch mit den Schauspielern verbunden. Wie soll das werden, wenn eines Tages immer mehr Rollen mit Computerprogrammen besetzt werden? Ich glaube, das würde dem Medium Film einiges an Reiz nehmen. Aber dennoch - alle Achtung vor der Leistung des "Programms" Jar Jar Binks. Er wirkt in allen Szenen sehr "echt", zeigt ein deutliches Mienenspiel und agiert problemlos mit den realen Schauspielern.
Nun zur Handlung. Keine Angst - ich werde jetzt nicht wiederholen, was man zur Zeit sowieso in allen Zeitungen zu lesen bekommt. Ich frage nur, was erwarten wir eigentlich von der Handlung?
Irgendwann einmal haben wir in der Schule gelernt, daß Handlungen meist ähnlich aufgebaut sind. Zuerst lernt man die Charaktere kennen, und es werden Fragen aufgeworfen, deren Antwort den Zuschauer (oder Leser) interessieren und fesseln sollen. Dann tauchen für die Helden die ersten Probleme bzw Aufgaben auf; die Spannung wird gesteigert, bis sie zum Ende hin im Höhepunkt mündet und dann mit der Auflösung der Fragen steil abfällt, bis zum Schluß. Dies ist natürlich nur eine stark verallgemeinerte, amateurhafte Angabe und entspricht garantiert nicht exakt dem, was Autoren und Journalisten lernen und beachten müssen. Also - Winy und Heike - bitte jetzt keine Beschwerden! (* Wer, bitte schön, sind wir denn, daß wir das Recht hätten, uns darüber zu beschweren? ;-) Heike)
Viele Kritiker haben geschrieben, die Handlung von Episode 1 wäre eher flach und nichtssagend. Doch ich frage: Was erwartet ihr vom ersten Drittel einer Handlung? Wir haben die Charaktere kennengelernt und stellen uns die ersten Fragen. Auf den Höhepunkt jedoch werden wir noch 4 Jahre warten müssen. (Leider.)
Selbstverständlich hat Lucas für alle "Nicht-Fans" auch eine Einzelhandlung eingebaut, und die ist, ehrlich gesagt, etwas flach. Doch ich persönlich glaube, eine tiefere Handlung dieses einen Filmes wäre auf Kosten der Haupthandlung gegangen, die alle drei Filme umfaßt.
Wer in diesen Film nur geht, um einen Film zu sehen, wird enttäuscht sein. Aber an alle Kenner der Star Wars-Szene: Beschwert euch nicht über eine flache Handlung, sondern denkt immer daran - wir sahen erst das 1. Drittel! Und wie wir George Lucas kennen, hält er noch einige Überraschungen für uns bereit.

Abschließend noch eins: Ob euch die Effekte nun gefallen oder nicht, ob ihr die Handlung gut findet oder nicht - es ist seit fast 20 Jahren endlich wieder Star Wars. Ist das allein nicht schon Grund genug, sich den Film anzusehen???

Manja Hempelt

Kurzer Inhalt: Der Planet Naboo wird von der Handelsföderation blockiert. Zwei Jedi-Ritter brechen auf, um dies zu unterbinden. Sie kommen zwar zu spät, eine Invasion des Planeten zu verhindern, können aber immerhin die Königin in Sicherheit bringen. Doch ihr Schiff muß auf dem Planeten Tatooine notlanden, um wichtige Ersatzteile für den Hyperantrieb zu bekommen. Dort treffen sie den jungen Anakin Skywalker, ein Kind, in dem die Macht sehr stark ist...

Kommen wir zuerst einmal zum Plot: Ehrlich gesagt, nichts besonders Neues. Teilweise wirkt der Film arg vorhersehbar (besonders für Kenner der alten Saga), streckenweise hat der Film sogar Längen.

Die Tricktechnik: Die ist allerdings vom Feinsten. Es gibt mehrere vollständig computeranimierte Nebenfiguren, darunter sogar eine (fast schon) Hauptfigur, Jar Jar Binks, der die Helden den ganzen Film über begleitet. Und diese Figur wirkt verdammt echt...

Jar Jar Binks: Man muß ihn lieben oder hassen, ignorieren kann man ihn nicht. Diese Figur sorgt immer mal wieder für einen Lacher, ist tolpatschig bis zum Gehtnichtmehr, und hat eine Sprache am Leib... Trotzdem, mir hat er gefallen. Es bleibt allerdings zu hoffen, daß solche Figuren in weiteren Filmen nicht überhand nehmen.

Die Logik: Der größte Knackpunkt des Films, sowohl bei der inneren wie auch der sonstigen Logik.
Innere Logik: Direkt am Anfang des Films lernen wir unsere Helden (die Jedi-Ritter) kennen. Diese benehmen sich zwar wie solche, aber anhand der Nebeninformationen erhält man eher den Eindruck, es handelt sich hierbei um die Abgesandten eines Paten. Denn alles deutet darauf hin, daß sie einfach nur mit dem Finger schnippen müssen, und die Handelsföderation muß ihre Blockade aufgeben...
Und wer hat nun diese Jedi-Ritter beauftragt? Wenn ich es richtig mitbekommen habe, war es ein Kanzler. Es wird allerdings nur ein Kanzler erwähnt, und dieser ist der Führer der Republik, der allerdings später per Mißtrauensantrag von der Königin der Naboo abgesetzt wird. Warum dat denn nu, schließlich hat er doch die Jedi-Ritter ausgeschickt... Naja, schaun wir den Film halt nochmal, um dies zu verifizieren...
Äußere Logik: Als Darth Maul (inzwischen sollte jeder schon mal ein Bild dieses Fieslings gesehen haben) zum ersten Mal angreift, rennen Qui-Gon Jinn und Anakin gerade auf das (inzwischen reparierte) Raumschiff zu. Allerdings kann man keinen Grund erkennen, warum sie rennen...
Der Besitzer von Anakin (der noch ein Sklavenjunge ist) ist ein papageienähnliches Wesen, das die meiste Zeit irgendwo rumflattert. Wie macht dieses Wesen das aber bloß??? Schließlich ist dieser Alien mindestens einen Meter groß und schlägt gerade zweimal pro Sekunde mit seinen nicht besonders großen Flügeln...
Dies sind nur ein paar Beispiele, es gibt mehr als genug andere Fehler, wobei die inneren Fehler vielleicht ja noch in den nächsten beiden Filmen aufgelöst werden...

Fazit:
Tricktechnik hui, Story pfui. Der gute George hätte sich vielleicht doch ein wenig mehr auf den Plot konzentrieren sollen. Seine Besucher zieht der Film vor allem durch die Tricktechnik an - und weil es Star Wars ist. Nach den Abzügen wegen der schlechten Story bleiben immerhin noch 9 Punkte.

Ritchie Eberle

Endlich ist es also auch in Deutschland soweit. Star Wars läuft, hat inzwischen wahrscheinlich schon die 5 Millionen Besuchergrenze überschritten (*Naja, rund 3,5 Mio. in den ersten zwei Wochen... Winy), und die Fans oder solche, die es noch werden wollen, strömen in die Kinos. Auch ich gehöre zu der großen Masse der Anhänger, Jedis oder wie immer man uns nennen möchte, und wie wahrscheinlich jeder Fan (P.S.: ich kenne alle Dialoge auswendig.) betrat auch ich den Kinosaal mit großer Vorfreude, auch wenn diese durch einen Haufen schlechter Kritiken doch etwas getrübt war.
Gleich als erstes: Die meisten davon sind einfach übertrieben. Die Handlung ist bei weitem nicht so flach, wie viele es behaupten, die Dialoge nicht schlecht und die Schauspieler, allen voran Liam Neeson, haben ordentliche Arbeit geleistet. Unnötig, die Effekte zu erwähnen, oder???
Was für ein Problem haben die Leute also nun mit Episode One? Die Antwort ist ganz klar: Der Film muß sich natürlich an der ersten Trilogie (Episode IV-VI ) messen lassen. Tja, und da kann er nun mal, abgesehen vom Soundtrack, wirklich nicht mithalten.
Fragen wir uns doch mal, was uns eigentlich an den ersten drei Filmen so fasziniert hat: Sicherlich die überragenden Effekte, die auch heutzutage noch realistischer wirken also die meisten Animationen. Sicherlich auch die klare Gliederung in Gut und Böse, die die Filme für wirklich jeden begreifbar machten. Doch das ist bei weitem nicht alles. Was den wahren Fan an Star Wars immer fasziniert hat und weiter faszinieren wird, ist die schier unendliche Fantasie eines George Lucas, das unendlich weiter Universum im Hirn dieses Regisseurs, welches doch so ganz anders war, als alle vorher gezeigten (kleiner Gruß an alle Trekker ;-) ). Die richtige Mischung aus allem ergab ein unbeschreibliches Flair, das ich auch heute noch immer wieder gerne genieße, und ich hab den Film schon weit über 60 mal gesehen.
Was die Fantasie angeht, vermag auch Episode 1 zu überzeugen. Neue Kreaturen, neue Planeten, neue Freunde, neue Feinde. Aber einiges fehlt doch - das eben erwähnte Flair kommt während des ganzen Films nur selten auf, und dabei ist der Grund so banal.
In den alten Filmen war man ständig sowohl mit den Guten als auch mit den Bösen konfrontiert. In Episode One hingegen gibt es nur einen aktiven Gegner, Lord Darth Maul. Und den schien man bei aller Effekthascherei dann doch irgendwie übersehen zu haben. Wie sonst kann man sich seine kurzen, viel zu seltenen Auftritte und seinen unspektakulären Tod am Ende des Films erklären???
Es fehlt einfach 'ne Menge Star Wars-typisches. Das große Finale ist zwar spannend, aber im Gegensatz zu den Weltraumschlachten der ersten Filme einfach zu brav, die Bösen zu inaktiv und der eine oder andere Logikfehler steckt auch in dem Film (schließlich behauptet Obi-Wan in Episode VI, daß Yoda sein Lehrmeister war, und nicht ein gewisser Qui-Gon Jinn ).
Trotzdem die Empfehlung: REINGEHEN. Auch wenn der Streifen nicht an die alten Filme 'rankommt, spannend und actionreich bis zum Schluß ist er, und an manchen Stellen taucht doch noch ein Hauch von Star Wars-Feeling auf.
11 PUNKTE (klar, die alten Star Wars-Filme erhalten von mir natürlich 15 Punkte).

Danijel Majic

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