Beowulf
Shaeffer, arbeitsloser Pilot, wird von den Pierson-Puppenspielern
angeheuert, um zu erkunden, was mit der menschlichen Besatzung eines
Forschungsschiffes geschah, das im Auftrag der Puppenspieler den
einzigen bekannten Neutronenstern erforschen sollte. Denn trotz einer
unzerstörbaren General-Products-Zelle ist die Besatzung tot.
Wegen seines chronischen Geldmangels nimmt Beowulf den Auftrag an und
bricht auf, um dem Neutronenstern einen Besuch abzustatten.
Beowulf Shaeffer ist mal wieder pleite. Da kommen ihm die
Puppenspieler gerade recht, die einen neuen Auftrag für ihn
haben: Mit Hilfe eines neu entwickelten Hyperraumantriebs, der eine
etwa zwanzigfach höhere Geschwindigkeit erlaubt, soll er das
Zentrum der Milchstraße erforschen. Trotz diverser Probleme
schafft er es bis dorthin und entdeckt Schreckliches...
Auf seinen Reisen lernt Beowulf Shaeffer einen Mann mit dem
Spitznamen Elephant kennen. Dieser möchte unbedingt etwas
leisten, was vorher noch nie jemand geleistet hat, und kauft zu
diesem Zweck von den Outsidern, einer Alienrasse, die mit
Informationen handelt, die Position des ungewöhnlichsten
Planeten im bekannten Weltraum (eine sechzig Lichtjahre durchmessende
Raumkugel, von den Menschen bisher nicht erforscht). Beide machen
sich auf den Weg, um den Planeten einer Protosonne (ein sich gerade
erst bildender Stern) zu untersuchen. Doch da löst sich ihre
unzerstörbare General-Products-Zelle auf...
Und wieder einmal ist Beowulf Shaeffer auf Reisen. Doch kurz vor
Erreichen des Ziels wird der Passagierraumer, mit dem er unterwegs
ist, das Ziel eines Piratenüberfalls. Die Piraten entführen
einen der Alienpassagiere, und Shaeffer macht sich mit einem Freund
auf die Suche nach den Entführern, die sich wegen der
Besonderheiten des Alien nur auf Beowulfs Zielplaneten aufhalten
können...
Beowulf Shaeffer befindet sich auf dem Weg zurück zur Erde, ist
leider jedoch mal wieder pleite. Da begegnet er Carlos Wu, einem
Genie und dem Vater seiner Kinder. (Das jetzt zu erklären,
würde etwas zu weit führen. Es hat mit den
Fortpflanzungsgesetzen auf der Erde zu tun.) Dieser ist gerade auf
dem Weg zur Erde und kann Beowulf als Piloten vermitteln. Er soll ein
getarntes Kampfschiff der ARM (Polizei der Vereinten Nationen und
Geheimdienst der Erde) ins Solsystem fliegen; dort soll er das
Verschwinden von Schiffen untersuchen, hinter dem man Piraten
vermutet. Doch kurz vor Erreichen des Ziels fällt das
Kampfschiff übergangslos aus dem Hyperraum. Grund: Der
Hyperraummotor ist plötzlich spurlos verschwunden...
Beowulf Shaeffer hat genug von der Erde. Doch die ARM würde ihn
nicht gehen lassen, da er zuviel weiß. Außerdem ist da
noch seine Familie. Aber auch Carlos Wu hat von der Erde die Nase
voll; zusammen mit seiner Geliebten Feather, einer ARM-Mitarbeiterin,
hat er einen Plan entwickelt, um unbemerkt zu entwischen. Auf der
ersten Zwischenstation der Flucht stellt sich jedoch heraus,
daß Feather ganz eigene Pläne verfolgt...
Man nehme ein paar Geschichten mit demselben Helden, schreibe eine
kurze Rahmenhandlung, und voilà: Ein Roman ist fertig.
Eigentlich ziemlicher Blödsinn - hier jedoch relativ gut
gelöst, da die Geschichten auch noch in eine chronologische
Reihenfolge gebracht wurden. Allerdings hätte zumindest eine der
Stories umgeschrieben werden müssen, da sie mit einem
Rückblick beginnt. Und da die einzelnen Stories Rückblicke
innerhalb der Rahmenhandlung sind...
Trotzdem, hier hätte es völlig genügt, die einzelnen
Stories in chronologischer Reihenfolge zusammenzustellen; die
Rahmenhandlung ist völlig überflüssig. Dies ist aber
auch schon der einzige Knackpunkt des Romans.
Zu den Stories selber: Ganz im gewohnten Larry Niven-Stil, gut
erzählt und leidlich spannend. Daß wenig Spannung
aufkommt, liegt aber in der Person des Beowulf Shaeffer, der eher
unglücklicherweise in seine Abenteuer schlittert. Trotzdem
können die Stories gut unterhalten, da Niven es immer wieder
schafft, witzige Dialoge einzubauen, die auch noch zur Handlung
passen. Und natürlich ist Nivens Ringweltuniversum eines der
interessantesten in der SF-Literatur.
Fazit:
Nicht nur für den Fan des Ringweltuniversums ist gute
Unterhaltung garantiert. Dank Nivens flüssiger Erzählweise
und der gut eingefügten Erklärungen zum Ringweltuniversum
ein Bonbon für jeden Liebhaber guter SF-Geschichten. Auch dieser
Band ist wieder einmal 14 Punkte wert.