Larry Niven:

"Crashlander"

(Abenteuer aus dem Ringwelt-Universum)
OT: Crashlander
Ü: Axel Merz
1994
(414 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 24262, ISBN 3-404-24262-9, DM 12,90)
- erschienen: August 1999 -

Beowulf Shaeffer, arbeitsloser Pilot, wird von den Pierson-Puppenspielern angeheuert, um zu erkunden, was mit der menschlichen Besatzung eines Forschungsschiffes geschah, das im Auftrag der Puppenspieler den einzigen bekannten Neutronenstern erforschen sollte. Denn trotz einer unzerstörbaren General-Products-Zelle ist die Besatzung tot. Wegen seines chronischen Geldmangels nimmt Beowulf den Auftrag an und bricht auf, um dem Neutronenstern einen Besuch abzustatten.

Beowulf Shaeffer ist mal wieder pleite. Da kommen ihm die Puppenspieler gerade recht, die einen neuen Auftrag für ihn haben: Mit Hilfe eines neu entwickelten Hyperraumantriebs, der eine etwa zwanzigfach höhere Geschwindigkeit erlaubt, soll er das Zentrum der Milchstraße erforschen. Trotz diverser Probleme schafft er es bis dorthin und entdeckt Schreckliches...

Auf seinen Reisen lernt Beowulf Shaeffer einen Mann mit dem Spitznamen Elephant kennen. Dieser möchte unbedingt etwas leisten, was vorher noch nie jemand geleistet hat, und kauft zu diesem Zweck von den Outsidern, einer Alienrasse, die mit Informationen handelt, die Position des ungewöhnlichsten Planeten im bekannten Weltraum (eine sechzig Lichtjahre durchmessende Raumkugel, von den Menschen bisher nicht erforscht). Beide machen sich auf den Weg, um den Planeten einer Protosonne (ein sich gerade erst bildender Stern) zu untersuchen. Doch da löst sich ihre unzerstörbare General-Products-Zelle auf...

Und wieder einmal ist Beowulf Shaeffer auf Reisen. Doch kurz vor Erreichen des Ziels wird der Passagierraumer, mit dem er unterwegs ist, das Ziel eines Piratenüberfalls. Die Piraten entführen einen der Alienpassagiere, und Shaeffer macht sich mit einem Freund auf die Suche nach den Entführern, die sich wegen der Besonderheiten des Alien nur auf Beowulfs Zielplaneten aufhalten können...

Beowulf Shaeffer befindet sich auf dem Weg zurück zur Erde, ist leider jedoch mal wieder pleite. Da begegnet er Carlos Wu, einem Genie und dem Vater seiner Kinder. (Das jetzt zu erklären, würde etwas zu weit führen. Es hat mit den Fortpflanzungsgesetzen auf der Erde zu tun.) Dieser ist gerade auf dem Weg zur Erde und kann Beowulf als Piloten vermitteln. Er soll ein getarntes Kampfschiff der ARM (Polizei der Vereinten Nationen und Geheimdienst der Erde) ins Solsystem fliegen; dort soll er das Verschwinden von Schiffen untersuchen, hinter dem man Piraten vermutet. Doch kurz vor Erreichen des Ziels fällt das Kampfschiff übergangslos aus dem Hyperraum. Grund: Der Hyperraummotor ist plötzlich spurlos verschwunden...

Beowulf Shaeffer hat genug von der Erde. Doch die ARM würde ihn nicht gehen lassen, da er zuviel weiß. Außerdem ist da noch seine Familie. Aber auch Carlos Wu hat von der Erde die Nase voll; zusammen mit seiner Geliebten Feather, einer ARM-Mitarbeiterin, hat er einen Plan entwickelt, um unbemerkt zu entwischen. Auf der ersten Zwischenstation der Flucht stellt sich jedoch heraus, daß Feather ganz eigene Pläne verfolgt...

Man nehme ein paar Geschichten mit demselben Helden, schreibe eine kurze Rahmenhandlung, und voilà: Ein Roman ist fertig. Eigentlich ziemlicher Blödsinn - hier jedoch relativ gut gelöst, da die Geschichten auch noch in eine chronologische Reihenfolge gebracht wurden. Allerdings hätte zumindest eine der Stories umgeschrieben werden müssen, da sie mit einem Rückblick beginnt. Und da die einzelnen Stories Rückblicke innerhalb der Rahmenhandlung sind...
Trotzdem, hier hätte es völlig genügt, die einzelnen Stories in chronologischer Reihenfolge zusammenzustellen; die Rahmenhandlung ist völlig überflüssig. Dies ist aber auch schon der einzige Knackpunkt des Romans.
Zu den Stories selber: Ganz im gewohnten Larry Niven-Stil, gut erzählt und leidlich spannend. Daß wenig Spannung aufkommt, liegt aber in der Person des Beowulf Shaeffer, der eher unglücklicherweise in seine Abenteuer schlittert. Trotzdem können die Stories gut unterhalten, da Niven es immer wieder schafft, witzige Dialoge einzubauen, die auch noch zur Handlung passen. Und natürlich ist Nivens Ringweltuniversum eines der interessantesten in der SF-Literatur.

Fazit:
Nicht nur für den Fan des Ringweltuniversums ist gute Unterhaltung garantiert. Dank Nivens flüssiger Erzählweise und der gut eingefügten Erklärungen zum Ringweltuniversum ein Bonbon für jeden Liebhaber guter SF-Geschichten. Auch dieser Band ist wieder einmal 14 Punkte wert.

Ritchie Eberle


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