Ein
Pärchen ist mit einem Wohnmobil unterwegs. Er fährt, sie
schläft auf dem Beifahrersitz. Da muß er plötzlich
wegen eines Hindernisses bremsen. (Und kaum ist der Wagen zum
Stillstand gekommen, da ist sie auch schon hellwach und will ihn am
Aussteigen hindern. Haben wir da etwa wieder extrem gekürzt,
Herr Bach???)
Mark Hellmann schaut sich gerade einen Videofilm aus der alten DDR
an, da klingelt sein Handy. Eine Frau meldet sich und fragt an, ob er
der Mark Hellmann sei. Als Mark bejaht, kündigt sie an,
daß sie in einer halben Stunde da sein werde. Also schaltet
Mark sein Video aus.
Eine halbe Stunde später steht eine verdammt gutaussehende Frau
vor Mark: Thekla, die Schwester von Pia Severin. Pia und ihr Freund
Berti (wir kennen die beiden ja) werden in Norwegen vermißt. Da
Berti 'nicht so ganz ohne' ist, vermutet Thekla das Schlimmste. Als
Mark sich bereit erklärt, sie nach Norwegen zu begleiten,
fällt sie ihm voller Freude um den Hals, was Tessa, die gerade
erst die Wohnung betreten hat, gar nicht gefällt. Nachdem sie
aber von den beiden aufgeklärt wurde, beschließt sie
spontan, mit nach Norwegen zu kommen.
Nach diversen Vorbereitungen (Aktivieren Pit Langenbachs, Besuch bei
Vater Hellmann zwecks Informationsbeschaffung (Hinter dem
Verschwinden diverser Leute in Norwegen können stecken: a)
Trolle; b) ein Werwolf; c) sonstwas...)) begibt man sich zum
Flughafen, wo sich ihnen unerwartet Vincent van Euyen
anschließt, der einen Tip von Pit bekam...
In Norwegen wurde inzwischen von einem Inspektor Nielsen (sic!) ein
totes Pärchen gefunden. Als er spät nachts noch unterwegs
ist, wird er von einem Werwolf angegriffen...
Nun, ab hier würde es zu kompliziert, den Inhalt wiederzugeben,
da ständig zwischen der Haupt- und einer bzw. zwei
Nebenhandlung(en) hin- und hergesprungen wird. Fangen wir doch
einfach mit der Haupthandlung an: Hier geht es um den Kampf von Mark
Hellmann gegen den Werwolf. Nebenhandlung(en): Hier geht es um
Thekla, die gar nicht Pias Schwester ist, sondern eine getarnte
Trollfrau (Thussi), ausgeschickt von einem Trollmagier, um Mark
Hellmann nach Norwegen zu locken, da der Magier dummerweise nicht
gegen den Werwolf ankommt. Übrigens hat dieser Magier auch Pia
und Berti entführt, ebenso Inspektor Nielsen. Hin und wieder
dreht sich die Nebenhandlung auch um den Werwolf oder den
Trollmagier...
Nun, nicht unbedingt schlecht, wenn auch in der zweiten Hälfte
des Romans die ständige Springerei zwischen den beiden
Handlungsfäden etwas stört, besonders, weil dann nicht
unbedingt viel in einem Abschnitt passiert.
Außerdem habe ich mal wieder einen typischen Bach'schen Fehler
gefunden: Tessa, Vincent und ein Polizeibeamter befinden sich im
Nebenraum einer Art Gaststätte, während Mark im Hauptraum
mit dem Werwolf kämpft. Da fällt dem Norweger
plötzlich ein, daß Salz ein gutes Gegenmittel ist. (Ob es
die Werwölfe tötet, verletzt oder wieder in Menschen
zurückverwandelt, erfahren wir jedoch leider nicht.) Also geht
er nach draußen, um die Küche zu erreichen. Nach Auffinden
des Salzes begibt er sich in den Hauptraum und ruft Mark zu,
daß er Salz hat, woraufhin Mark sofort zugreift. Leider
erwischt er den Werwolf nicht mit dem Salz, also wird es für
einen anderen Zweck verwendet. Frage: Woher weiß der gute Mark
eigentlich, was er mit dem Salz anfangen soll? Niemand hat ihm etwas
gesagt...
Solche logischen Fehler tauchen vermehrt auf (siehe auch das Intro),
was den Lesegenuß doch ein wenig trübt. Wären diese
ganzen Kleinigkeiten nicht, hätte aus diesem Band noch ein
ziemlich guter Roman werden können, denn der Plot ist diesmal
wesentlich interessanter als der sonstige Hellmann'sche Durchschnitt.
So bleibt es leider nur bei unterem Durchschnitt...
Die Leserseite: Wie bereits in Band 42 (Horror-Kid Sarah) besteht die
Leserseite auch hier zum Großteil nur aus Fotos von Weimars
Sehenswürdigkeiten. Außerdem erfahren wir, daß Band
46 bei Goethes Gartenhaus spielte (Was denn, Band 46 ist schon
erschienen??? Wieso ist dann die Vorschau für Band 46 erst in
diesem Heft enthalten?) und daß es auch dort Attraktionen gibt,
wo Verkehr herrscht. (Hier muß Herr Bach natürlich
unbedingt darauf hinweisen, daß er damit meint, daß dort
Autos fahren dürfen...)
Die Vorschau: Hurra, endlich heißt es nicht mehr:
"Gruselspannung pur"; nein, jetzt soll man sich ein paar gruselige
Lesestunden gönnen... (Herr Bach, normalerweise brauche ich etwa
anderthalb Stunden für einen ihrer Romane. Aber zugegeben, meist
gruselt es mich wirklich...)
Fazit:
Story hui, Ausführung pfui. Hier besteht seitens des/der
Autors/Autoren leider immer noch Nachholbedarf, denn nicht gerade
selten gelingt es, einen guten Plot durch schlechten Stil und falsche
Aufteilung der Handlung, durch übermäßiges Benutzen
von Klischees sowie logische Fehler zu einer schlechten Story zu
machen. Diesmal zwar nicht so schlimm wie die meisten Romane der
Reihe; trotzdem nur 4 Punkte.