Mark Hellmann

Band 45:"Der Berserker von Trondheim"

Ein Pärchen ist mit einem Wohnmobil unterwegs. Er fährt, sie schläft auf dem Beifahrersitz. Da muß er plötzlich wegen eines Hindernisses bremsen. (Und kaum ist der Wagen zum Stillstand gekommen, da ist sie auch schon hellwach und will ihn am Aussteigen hindern. Haben wir da etwa wieder extrem gekürzt, Herr Bach???)
Mark Hellmann schaut sich gerade einen Videofilm aus der alten DDR an, da klingelt sein Handy. Eine Frau meldet sich und fragt an, ob er der Mark Hellmann sei. Als Mark bejaht, kündigt sie an, daß sie in einer halben Stunde da sein werde. Also schaltet Mark sein Video aus.
Eine halbe Stunde später steht eine verdammt gutaussehende Frau vor Mark: Thekla, die Schwester von Pia Severin. Pia und ihr Freund Berti (wir kennen die beiden ja) werden in Norwegen vermißt. Da Berti 'nicht so ganz ohne' ist, vermutet Thekla das Schlimmste. Als Mark sich bereit erklärt, sie nach Norwegen zu begleiten, fällt sie ihm voller Freude um den Hals, was Tessa, die gerade erst die Wohnung betreten hat, gar nicht gefällt. Nachdem sie aber von den beiden aufgeklärt wurde, beschließt sie spontan, mit nach Norwegen zu kommen.
Nach diversen Vorbereitungen (Aktivieren Pit Langenbachs, Besuch bei Vater Hellmann zwecks Informationsbeschaffung (Hinter dem Verschwinden diverser Leute in Norwegen können stecken: a) Trolle; b) ein Werwolf; c) sonstwas...)) begibt man sich zum Flughafen, wo sich ihnen unerwartet Vincent van Euyen anschließt, der einen Tip von Pit bekam...
In Norwegen wurde inzwischen von einem Inspektor Nielsen (sic!) ein totes Pärchen gefunden. Als er spät nachts noch unterwegs ist, wird er von einem Werwolf angegriffen...

Nun, ab hier würde es zu kompliziert, den Inhalt wiederzugeben, da ständig zwischen der Haupt- und einer bzw. zwei Nebenhandlung(en) hin- und hergesprungen wird. Fangen wir doch einfach mit der Haupthandlung an: Hier geht es um den Kampf von Mark Hellmann gegen den Werwolf. Nebenhandlung(en): Hier geht es um Thekla, die gar nicht Pias Schwester ist, sondern eine getarnte Trollfrau (Thussi), ausgeschickt von einem Trollmagier, um Mark Hellmann nach Norwegen zu locken, da der Magier dummerweise nicht gegen den Werwolf ankommt. Übrigens hat dieser Magier auch Pia und Berti entführt, ebenso Inspektor Nielsen. Hin und wieder dreht sich die Nebenhandlung auch um den Werwolf oder den Trollmagier...

Nun, nicht unbedingt schlecht, wenn auch in der zweiten Hälfte des Romans die ständige Springerei zwischen den beiden Handlungsfäden etwas stört, besonders, weil dann nicht unbedingt viel in einem Abschnitt passiert.
Außerdem habe ich mal wieder einen typischen Bach'schen Fehler gefunden: Tessa, Vincent und ein Polizeibeamter befinden sich im Nebenraum einer Art Gaststätte, während Mark im Hauptraum mit dem Werwolf kämpft. Da fällt dem Norweger plötzlich ein, daß Salz ein gutes Gegenmittel ist. (Ob es die Werwölfe tötet, verletzt oder wieder in Menschen zurückverwandelt, erfahren wir jedoch leider nicht.) Also geht er nach draußen, um die Küche zu erreichen. Nach Auffinden des Salzes begibt er sich in den Hauptraum und ruft Mark zu, daß er Salz hat, woraufhin Mark sofort zugreift. Leider erwischt er den Werwolf nicht mit dem Salz, also wird es für einen anderen Zweck verwendet. Frage: Woher weiß der gute Mark eigentlich, was er mit dem Salz anfangen soll? Niemand hat ihm etwas gesagt...
Solche logischen Fehler tauchen vermehrt auf (siehe auch das Intro), was den Lesegenuß doch ein wenig trübt. Wären diese ganzen Kleinigkeiten nicht, hätte aus diesem Band noch ein ziemlich guter Roman werden können, denn der Plot ist diesmal wesentlich interessanter als der sonstige Hellmann'sche Durchschnitt. So bleibt es leider nur bei unterem Durchschnitt...

Die Leserseite: Wie bereits in Band 42 (Horror-Kid Sarah) besteht die Leserseite auch hier zum Großteil nur aus Fotos von Weimars Sehenswürdigkeiten. Außerdem erfahren wir, daß Band 46 bei Goethes Gartenhaus spielte (Was denn, Band 46 ist schon erschienen??? Wieso ist dann die Vorschau für Band 46 erst in diesem Heft enthalten?) und daß es auch dort Attraktionen gibt, wo Verkehr herrscht. (Hier muß Herr Bach natürlich unbedingt darauf hinweisen, daß er damit meint, daß dort Autos fahren dürfen...)

Die Vorschau: Hurra, endlich heißt es nicht mehr: "Gruselspannung pur"; nein, jetzt soll man sich ein paar gruselige Lesestunden gönnen... (Herr Bach, normalerweise brauche ich etwa anderthalb Stunden für einen ihrer Romane. Aber zugegeben, meist gruselt es mich wirklich...)

Fazit:
Story hui, Ausführung pfui. Hier besteht seitens des/der Autors/Autoren leider immer noch Nachholbedarf, denn nicht gerade selten gelingt es, einen guten Plot durch schlechten Stil und falsche Aufteilung der Handlung, durch übermäßiges Benutzen von Klischees sowie logische Fehler zu einer schlechten Story zu machen. Diesmal zwar nicht so schlimm wie die meisten Romane der Reihe; trotzdem nur 4 Punkte.

Ritchie Eberle

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